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Umleitungen für zehn Monate

„Weiche Lösungen“ für die Bauzeit der Heemsteder Brücke

BAD PYRMONT. Am 19. Februar wird es ernst: Die Heemsteder Brücke wird neu gebaut. Über die damit verbundenen Verkehrsregelungen hat das Straßenbauamt des Landes am Montagabend im voll besetzten Pyrmonter Ratssaal informiert. Die Planer setzen dabei zum Teil zunächts auf „weiche Lösungen“.

veröffentlicht am 06.02.2018 um 10:25 Uhr
aktualisiert am 06.02.2018 um 20:11 Uhr

Die Bad Heemsteder Brücke stammt aus dem Jahr 1896 und wurde bereits mehrfach saniert. Jetzt kommt nur noch ein Neubau infrage. Foto: uk
Hans-Ulrich Kilian

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Hans-Ulrich Kilian Redaktionsleiter Bad Pyrmont zur Autorenseite
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Die erste Heemsteder Brücke über die Emmer stammt aus dem Jahr 1896. In der Vergangenheit wurde das Bauwerk mehrfach saniert, damit es den gestiegenen Verkehrsanforderungen gerecht wurde. „Aufgrund des hohen Alters und des vorhandenen Zustandes der Brücke kommt nun nur noch ein Ersatzneubau an der gleichen Stelle als wirtschaftlichste Option in Frage“, machte Anne Wolff von der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr aus Hameln deutlich. Sie versicherte zugleich, dass es bei der Ausarbeitung des Konzeptes für die Verkehrsreglunge während der Bauzeit in erster Linie darum gegangen sei, die Einschränkungen für alle Betroffenen so gering wie möglich zu halten.

Dass die innerörtliche Umleitung in Bad Pyrmont (U 4) über die Bad Freienwalder Brücke, die Straße „An der Saline“, die Solbadstraße und die Waldecker Straße geführt wird, ist schon seit Längerem bekannt. Doch an den Details wurden in den letzten Wochen noch ausführlich gearbeitet. Im Wesentlichen gibt es folgende Regelungen:

Für einen optimierten Verkehrsfluss an den Kreuzungen am Bahnhof (Bahnhofstraße/Lügder Straße), An der Saline/Thaler Straße und Dringenauer Straße/Thaler Straße wird die Verkehrsführung angepasst. Zum Beispiel ist es nicht mehr möglich, aus der Dringenauer Straße nach links in die Thaler Straße abzubiegen. Die Kreuzung an der Saline ist ein Knotenpunkt. Die Behörden rechen hier mit bis zu 16000 Fahrzeugen täglich.

Ich gehe nicht davon aus, dass dies die Planung ist, die uns bis ans Ende begleiten wird.

Sabine Jösten, Stadt Bad Pyrmont
  • Für die komplette östliche Straßenseite der Waldecker Straße gib es ein Halteverbot, um den Verkehr nicht zu behindern.
  • In der Solbadstraße wird es in ausgewählten Bereichen Parkverbote geben.
  • Die Georg-Viktor-Straße wird als Einbahnstraße von West nach Ost ausgeschildert. Damit soll die Kreuzung Waldecker Straße, Solbadstraße, Lortzingstraße, Löwenser Straße entlastet werden.
  • Der Neubrunnenweg wird zwischen der Töpferei Salzkothe und der Marinestraße voll gesperrt, die Einfahrten werden auf drei Meter Breite reduziert. Fahren dürfen hier nur Einsatzfahrzeuge und landwirtschaftlicher Verkehr.
  • Fußgänger und schiebende Radfahrer werden auch während des Baus die südwestlich gelegene schmale Brücke im Zuge der Bahnhofstraße benutzen können. Die östliche Brücke wird gesperrt.


Um den reinen Durchgangsverkehr durch Bad Pyrmont möglichst zu vermeiden, gibt es weiträumige Umleitungsstrecken. Wer aus Richtung Hameln kommend die Kurstadt anfahren will, wird über die B 1 und den Grießemer Berg geführt (U1). Aus Richtung Lügde geht es über Glashütte, Eschenbruch und Hagen nach Bad Pyrmont (U5).

Es liegt auf der Hand, dass die innerörtliche Umleitung Autofahrer dazu verführen wird, Abkürzungen durch das Wohngebiet zwischen der Waldecker Straße und der Solbadstraße zu suchen. Um das zu verhindern, wird es vorgeschriebene Fahrtrichtungen geben, die das Abbiegen beziehungsweise Einfahren in die Gartenstraße, die Helenenstraße und die Arolser Straße verbieten. Ausgenommen davon sind Anwohner. Eine „weiche Lösung“ nannte Philipp Mandel von der Firma StB Verkehrstechnik diese Regelung. Doch die Behörden könnten auch anders, auf die harte Tour. „Wenn die weiche Lösung nicht funktioniert, dann könnten diese Straßen während der Bauzeit zu Sackgassen gemacht werden“, kündigte er an. Nachbessern und reagieren werde ohnehin notwendig sein. „Es wird Schleichwege und Situationen geben, die wir bisher noch nicht vorhersehen konnten“, sagte Mandel, der davon ausgeht, dass es drei Tage bis zu einer Woche nach Beginn der Brückensperrung dauern werde, bis sich der Verkehr wieder eingependelt hat. Auch Sabine Jösten von der Stadt Bad Pyrmont versprach, die Umleitungsregelungen zu beobachten und falls nötig zu ändern. „Ich gehe nicht davon aus, dass dies die Planung ist, die uns bis ans Ende der Maßnahme begleiten wird.“

Information

Auf 1,6 Million Euro hat das Straßenbauamt die Kosten für den Neubau der Heemsteder Brücke beziffert. Da es sich dabei um eine Landesstraße handelt, zahlt die Rechnung das Land Niedersachsen.

Die alte Brücke ist 51 Meter lang und besteht aus zwei Bögen. Zum Abbruch der beiden Bögen werden diese in einzelne Teile geschnitten und die Teile mit Mobil-Kränen ausgehoben. Hierbei werden etwa 1000 Kubikmeter Beton abgebrochen.

Da das Bauwerk im Natur- und Heilquellenschutzgebiet liegt, sind zusätzlich verschiedene Randbedingungen zu beachten. Die bestehenden Fundamente der Brücke werden nur teilweise abgebrochen, um für den Neubau wieder verwendet zu werden. Das neue Bauwerk gründet, wie auch schon das alte, auf einer tragfähigen Schicht aus Flusskies. Zur Gewährleistung der Sicherheit und zum Schutz der Heilquellen werden die Bauarbeiten über den gesamten Zeitraum von einem Hydrogeologen überwacht. Das war auch beim Neubau der Bad Freienwalder Brücke so.

Für das neue Bauwerk werden gut 500 Kubikmeter Beton verbaut. Für die Herstellung des Überbaus müssen 9 Spannbetonfertigteile verlegt werden. Dadurch ist es möglich, die Bauzeit zu minimieren und den Ersatzneubau in diesem Jahr abzuschließen.





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