weather-image
12°

Verwaltung will Politik und Beiräte künftig regelmäßig über den Fortgang informieren

Weg zur Barrierefreiheit ist noch lang

Bad Pyrmont. Der Weg zu einem barrierefreien Bad Pyrmont ist noch lang, und bislang hat es ganz offenbar in der Kommunikation gehakt. Das soll sich ändern. Beiräte und Politik sollen künftig regelmäßig informiert werden. In diesem Jahr geht es mit der Umgestaltung des Zebrastreifens in der Oesdorfer Straße weiter.

veröffentlicht am 02.03.2016 um 13:43 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 13:48 Uhr

270_008_7841861_pn102_0303.jpg

Autor:

Hans-Ulrich Kilian
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Bad Pyrmont. Bei der barrierefreien Umgestaltung von Gehwegen und Übergängen soll die Politik künftig regelmäßig über den Fortgang informiert und Mitglieder des Seniorenbeirates und ganz besonders des Behindertenbeirats eingebunden werden. Das ist das Ergebnis einer Sitzung des Ausschusses für Feuerschutz, Sicherheit und Verkehr. Deutlich wurde zum einen, dass es gehakt hat, aber auch, dass der Weg hin zu einem barrierefreien Bad Pyrmont noch sehr lang ist.

Nach der Kritik der Beiräte, dass bislang nur wenig geschehen sei (wir berichteten), hatte die SPD die Verwaltung um einen Sachstandsbericht gebeten. Im Jahr 2013 hatte die Kommission Barrierefreiheit, besetzt mit Vertretern der Beiräte, der Politik und der Verwaltung, eine sieben Positionen umfassende Prioritätenliste mit einem Kostenvolumen von 100 000 Euro erstellt. Los gehen sollte es 2014. Doch dann erließ die damalige Bürgermeisterin Elke Christina Roeder (SPD) eine Haushaltssperre und die Dinge gerieten ins Stocken. „Darüber haben wir im März letzten Jahres auch informiert“, so Sabine Jösten vom Ordnungsamt der Stadt. Erst Ende 2015 wurde der Zebrastreifen in der Humboldtstraße in Höhe der Severinstraße mit taktilen Elementen für Sehbehinderte und Blinde umgestaltet. Statt der eingeplanten 12000 Euro erledigte der Bauhof die Arbeit für 4000 Euro – wenn auch nicht so, wie sich die Beiräte das gewünscht hatten. „Es wären jeweils zweit taktile Elemente auf beiden Seiten notwendig statt wie jetzt nur eines“, gab Annegret Webgel vom Seniorenbeirat zu bedenken. „Wir hatten vereinbart, dass bei der Umsetzung immer ein Vertreter des Beirates hinzugezogen wird, das ist aber leider nicht geschehen.“ Dieter Schröder vom Behindertenbeirat wies darauf hin, dass er und andere Mitglieder seines Gremiums besonders geschult worden seien, und bot deren Unterstützung an.

Für dieses Jahr ist laut Jösten die Umgestaltung des Überwegs in der Oesdorfer Straße in Höhe der Georg-Viktor-Straße eingeplant. 15 000 Euro stehen dafür zur Verfügung. Weitere 15000 Euro soll die Umgestaltung des Einmündungsbereiches der Altenaustraße in die Kirchstraße kosten. Doch wegen der Neubaupläne dort, die auch die Umgestaltung des Altenauplatzes betreffen, will die Stadtverwaltung zunächst abwarten. Das Baudezernat hat darüber hinaus dem Behindertenbeirat angeboten, die Prioritätenliste durchzusprechen.

Annegret Webel machte im Fachausschuss jetzt noch einmal deutlich, dass die Barrierefreiheit ein wichtiges Thema für Bad Pyrmont sei, das nicht nebenbei behandelt werden dürfe. Sie schlug vor, dass die Kommission Barrierefreiheit künftig einmal jährlich tage solle, um sich über den Stand der Entwicklung zu informieren und die nächsten Schritte zu besprechen. Grundsätzlich sei Bad Pyrmont jetzt aber auf einem guten Weg, lobte sie.

Dass der aber noch sehr lang ist, machte Bettina Schlüter (CDU) deutlich. „Selbst wenn wir alle Maßnahmen für 100 000 Euro umgesetzt haben, sind wir noch sehr weit weg von einer barrierefreien Stadt“, stellte sie fest und sprach sich dafür aus, regelmäßig feste Mittel für diesen Zweck zur Verfügung zu stellen und abzuarbeiten. Ähnlich äußerte sich Ursula Körtner (CDU), die aber die Verwaltung im Schutz vor dem Vorwurf der Beiräte in Schutz nahm, dass bislang zu wenig geschehen sei. Und über die Gründe der Verschiebungen habe die Verwaltung schließlich informiert. „Das hat seinerzeit aber nur ein großes Fragezeichen ausgelöst“, entgegnete Annegret Webel und Hans-Herbert Webel (SPD) befand, „dass der Eindruck entstehen konnte, dass die Verwaltung das auf die leichte Schulter nimmt“. Es sei jedenfalls ein sehr großer Fehler gewesen, dass sie nicht die Kompetenz der Beiräte genutzt habe. Leonie Glahn-Ejikeme (Grüne) forderte, dass Barrierefreiheit grundsätzlich immer mitgedacht werden müsse. „Schließlich kann das alle Altersgruppen betreffen.“

Dass Barrierefreiheit mitunter unterschiedlich gesehen wird, macht ein konkretes Beispiel von Marina Lauterbach (Bürgersinn) deutlich. Der Tresen in der neuen Vorverkaufsstelle des Staatsbades in der Wandelhalle sei zu hoch, kritisierte sie. Für Rollstuhlfahrer und kleinere Menschen sei das nicht barrierefrei. Beim Staatsbad weist man darauf hin, dass die Mitarbeiterinnen vor den Tresen kommen können und die Kunden dort bedienen. Das habe man ganz bewusst so entschieden.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt