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SPD-Landtagsabgeordneter empfindet Tat als „eine große Schande und Demütigung gegenüber den Opfern“

Watermann zeigt sich schockiert über entfernte Kränze

BAD PYRMONT. Der Pyrmonter Landtagsabgeordnete Ulrich Watermann (SPD) hat sich schockiert über die Entfernung von Totenkränzen vom Ehrenmal vor dem Schloss gezeigt.

veröffentlicht am 08.02.2019 um 14:33 Uhr
aktualisiert am 08.02.2019 um 15:30 Uhr

„Respektlosigkeit gegenüber dem Gedenken der Opfer darf nicht toleriert werden“, sagt der Landtagsabgeordnete Ulrich Watermann. Foto: jl
Hans-Ulrich Kilian

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Hans-Ulrich Kilian Redaktionsleiter Bad Pyrmont zur Autorenseite
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„Ich empfinde es als eine große Schande und Demütigung gegenüber den Opfern von Krieg, Gewalt und Terror. Über den respektlosen Umgang mit unserem Ehrenmahnmal in der Schlossstraße bin ich zutiefst erschüttert“, heißt es in einer am Freitag verbreiteten Stellungnahmen des SPD-Politikers.

Wie berichtet, hatten Unbekannte am vergangenen Wochenende Totenkränze, die am Volkstrauertag im November vergangen Jahres zu Ehren der Toten der beiden Weltkriege sowie Opfer von Gewaltbereitschaft und -herrschaft niedergelegt wurden, auf das Eis der zugefrorenen Schlossgraft geworfen. Der Repräsentant der Kriegsgräberfürsorge in Bad Pyrmont, Helmut Eichmann, hatte daraufhin Strafanzeige erstattet.

Der Volkstrauertag mit der Kranzniederlegung habe als jährlich wiederkehrender, öffentlicher Akt hohen Zuspruch aus der breiten Öffentlichkeit des Weserberglandes und trage durch seine mediale Wahrnehmung zur kollektiven Erinnerungskultur bei, so Watermann. „Die Kranzniederlegung am Volkstrauertag dient nicht nur der Erinnerung an die Kriegsopfer, sondern auch als Mahnung der gegenwärtigen Konflikte und aktuellen Kriegsbedrohungen. Das historische Bewusstsein leistet einen enormen Beitrag zu zentralen Themen wie Frieden, Demokratie und Völkerverständigung.“

Respektlosigkeit gegenüber dem Gedenken der Opfer führe zu Unverständnis sowie zu Verunglimpfung der Schrecken und dürfe nicht toleriert werden. Gerade der Veranstaltung in Bad Pyrmont mit ihren Gepflogenheiten und Ritualen werde durch ihren Bekanntheitsgrad und ihre gesellschaftliche Reichweite eine besondere Bedeutung zur Versöhnung und Völkerverständigung zugesprochen.

Auch die Mitglieder des Verwaltungsausschusses der Stadt Bad Pyrmont haben sich in ihrer Sitzung am Donnerstag mit dem Vorfall befasst und das Vergehen einhellig verurteilt. „Die Tat ist verabscheuungswürdig. Die Gesellschaft lebt von einem respektvollen Umgang miteinander. Dieser wurde hier verletzt“, heißt es in einer offiziellen Stellungnahme vom Freitag.

Zum Verbleib der Kränze, nach denen Eichmann gefragt hatte, sagte Stadtsprecher Wolfgang Siefert: „Wir werden häufig von Bürgern gebeten, auf ein gepflegtes Äußeres zu achten. Im Bereich des Ehrenmals gab es in früheren Jahren schon Beschwerden wegen Unsauberkeiten. Daher bitte ich um Verständnis, dass wir entscheiden, wann die Kränze abgeräumt werden.“



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