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Rotary Club Bad Pyrmont investiert in South Horr in Bildung und setzt 40 000-US-Dollar-Projekt um

Wasser und Strom zum Leben

Bad Pyrmont/South Horr (Kenia). Es steht seit kurzem auf dem Schwarzen Kontinent, mehr als 10 000 Kilometer weit entfernt von Bad Pyrmont und glitzert unweit des Äquators in der Sonne – auf dem weißen Metallschild steht geschrieben, wer für das ehrgeizige Wasser- und Elektrizitätsprojekt in der afrikanischen Dornbuschsavanne verantwortlich zeichnet: Rotary-Clubs aus Bad Pyrmont, Hameln und Maralal (Kenia) haben an diesem unwirtlichen Ort am Rande der Chalbi-Wüste mit Spenden und Engagement etwas geschaffen, was innovativ, effektiv und nachhaltig ist. Solaranlagen sorgen für Strom, Dachrinnen und Tanks für Trinkwasser.

veröffentlicht am 17.04.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 17:21 Uhr

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Energie und Wasser machen es möglich, dass an der Primary School in South Horr weiter und vor allem mehr Kinder zur Schule gehen können. „Bildung ist der Schlüssel für alles im Leben“, sagt Klaus-Henning Demuth, ehemaliger Bürgermeister von Bad Pyrmont und Past President des heimischen Clubs. Der Rotarier hatte eine Vision: Er wollte gemeinsam mit anderen Rotary Clubs ein globales Projekt umsetzen, das von vielen Händen getragen und aus internationalen Quellen finanziell gespeist wird. Rotarier nennen so etwas ein Global Grant. Das Pyrmonter Grant gehört zu den Ersten, die weltweit umgesetzt wurden. „Photovoltaik auf den Dächern der Schule sorgt nicht nur für Licht in der Dunkelheit und damit auch für etwas mehr Sicherheit“, erklärt Demuth. „Die Schule kann nun auch in den Abendstunden benutzt werden. Auf diese Weise lässt sich die hohe Analphabetisierungsrate von über 50 Prozent verbessern. Außerdem können jetzt zum Lernen Computer eingesetzt werden.“

South Horr ist eine Streusiedlung der hier halbnomadisch lebenden Samburu – sie besteht aus Reisighütten, kleinen Lehmhäusern und einigen Dukas (kleine Läden mit einfachem Warenangebot). Angegliedert ist eine nach der Unabhängigkeit Kenias 1963 entstandene italienische Mission mit einer Krankenstation und einer in staatliche Trägerschaft überführten Primary School (1. bis 8. Klasse). Es gibt weder eine Stromversorgung noch eine öffentliche Verkehrsanbindung. Trinkwasser wird aus Brunnen geschöpft oder aus Beton gefassten Zapfstellen entnommen. Durch den Ort führt die Piste zum Lake Turkana (früher Rudolphsee). Die etwa 5000 Menschen leben von Viehzucht: Rinder, Ziegen, Schafe, Kamele.

Aus der zivilisierten Welt heraus ein Entwicklungshilfeprojekt wie dieses aus dem staubigen Boden zu stampfen, ist das eine. Technische Probleme in Afrika zu überwinden, das andere. Rotarische Global Grants müssen elektronisch über das Internet abgewickelt werden. „Da gestaltet es sich schwierig und verzögert die Umsetzung der Hilfsmaßnahmen, wenn es – wie in unserem Fall – am Wohnort des kenianischen Rotary-Präsidenten kein Internet gibt“, erzählt Demuth. Manchmal habe er zwei Wochen auf eine Antwort warten müssen.

Dass das 40 000-US-Dollar-Projekt erfolgreich realisiert werden konnte, ist vielen Menschen zu verdanken – allem voran dem Pyrmonter Ehepaar Sigrid und Karl-Heinz Recklebe, das seit vielen Jahren auf eigene Kosten regelmäßig nach South Horr reist, sich dort bestens auskennt und dem Rotary Club Bad Pyrmont beratend und viele Stunden helfend zur Seite stand. Geldspritzen taten ein Übriges: Der Rotary Club Hameln unterstützte das Vorhaben in der Wüste mit 4000 Dollar, die Rotarier aus Kenia leisteten einen symbolischen Beitrag. „Die weltweite Rotary-Familie mache es möglich, mit der sogenannten ,Aus-2-mach-5-Finanzierung‘ auch größere Projekte umzusetzen“, sagt Demuth. Das Pyrmonter Projekt sei mit 24 000 Dollar unterstützt worden. Bereits seit 1993 besteht eine Schulpartnerschaft zwischen der Herderschule in Bad Pyrmont, die längst als Unesco-Projektschule anerkannt worden ist, und der Primary School in South Horr. Da lag es nahe, dort und nicht irgendwo sonst in Afrika in Bildung zu investieren.

Inzwischen hat Rotary-Präsident Ludwig Güse ein weiteres Projekt auf dem afrikanischen Kontinent angeschoben. Es sei gute Tradition beim Rotary Club Bad Pyrmont, die Projektmittel hälftig für lokale und internationale Projekte zu verwenden, sagt das für den internationalen Dienst zuständige Vorstandsmitglied Ulrich Behmann. Die musikalische Früherziehung der Mädchen und Jungen in Bad Pyrmont und das Programm „Fit für die Ausbildung“ liegen den heimischen Rotariern ebenso am Herzen wie die Verbesserung der Lebensbedingungen von Kindern und Jugendlichen in Bulgarien und Italien. In den Regionen der Partnerklubs in Pazardzik und Anzio haben sie in den vergangenen Jahren bereits viele große und kleine Projekte umgesetzt. Jüngst hat der Vorstand beschlossen, ein weiteres Fahrzeug für den Transport von behinderten Kindern in Bulgarien zu fördern. Das ist ein Projekt des Rotary Clubs Hameln, das von Thomas König initiiert wurde.

„Ohne Geld können wir nicht helfen – weder vor der eigenen Haustür, noch in aller Welt“, sagt Past President Roland Sonntag. „Deshalb sammeln wir Spenden, um Gutes tun zu können.“ Am 24. Juni wird es darum auch wieder ein Rotary-Benefizkonzert im Pyrmonter Kurpark geben, um Spenden zu sammeln. red

Schulkinder in South Horr freuen sich über die Hilfe aus dem fernen Deutschland.pr

Laura Lemunayte vom Rotary Club Maralal und Schulleiter Lenasalia Johnson mit Schülern vor dem Projektschild.

pr



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