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Sopranistin Franziska Dannheim und Pianistin Jeong-Min Kim geben mit Oper Antworten im Kurtheater

Was Verdi mit „Pretty Woman“ zu tun hat

Bad Pyrmont. „Nun, es ist im Grunde das uralte Thema. Mann aus gutem Haus verliebt sich unstandesgemäß und gesellschaftlich unmöglich in eine Kurtisane, oder, wie man heute sagen würde: in eine Dirne oder Prostituierte“, plaudert Franziska Dannheim und umrahmt ihre aus der Oper „La Traviata“ entnommenen Arien mit eingestreuten Hintergrundinformationen und Auszügen aus der Privatpost von Verdi und Dumas. Ob Maria, Margerite oder Violetta als „Viola“, dem unschuldigen Veilchen, ob das weißhäutige, rotlippige und schwarzhaarige Schneewittchen „Madame Butterfly“ oder auch „Die Kameliendame“ – vielfach sei dieser Frauentyp in der Literatur anzutreffen oder auch filmisch wie in „Frühstück bei Tiffany“ oder eben in „Pretty Woman“ verarbeitet.

veröffentlicht am 27.04.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 15:41 Uhr

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Autor:

Klaus Titze
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Locker und selbstbewusst bewegt sich die Sopranistin auf der Bühne im antik wirkenden Kurtheater, umrahmt von einem Minimum an Gegenständen wie einem hölzernen Notenständer und einem Flügel. Dieser wiederum wird von der aus Seoul stammenden Jeong-Min Kim meisterlich zum Leben erweckt. In gefühlvoller Intonation begleitet sie perfekt auf den Gesangspart abgestimmt und lässt, wie auch eine aus Bodenwerder kommende Besucherin bemerkt, eine Orchesterbegleitung keinesfalls vermissen. Im Gegenteil kommt die starke und gesanglich absolut sichere Stimme der Sopranistin erst recht zur Geltung und wird geradezu zu einem Hörgenuss. Allerdings auch, weil es die Solistin versteht, nicht nur die den Frauen in den Arien zugeordneten Stimmen wieder zu geben. Selbst den Bariton von Alfredos Vater nimmt sie sich vor.

Dass Franziska Dannheim mit dem Publikum umzugehen weiß, lässt sich an diesem Abend deutlich erkennen. Diese Lockerheit dürfte sie sich auch als Jazzsängerin erworben haben, obwohl, wenn man sie an dem „Oper-légère“-Abend erlebt, es kaum vorstellbar ist, dass sie sich dieses Genres tatsächlich erfreut. Erfrischend bezieht sie an diesem legeren Opernabend ihr Publikum mit ein und fordert zum Mitsingen auf. Glücklicherweise ist von dem „Alfredus-Chor“, wie sie die Anwesenden nennt, nicht der Text gefordert. Dessen Einsatz erklingt dennoch recht zögerlich und schüchtern.

Dafür erschallt der an diesem Abend neu gegründete Chor bei dem Trinklied, dass sich die beiden Künstlerinnen als Schlusspunkt vorgenommen haben, schon deutlich selbstbewusster. Vielleicht aber ist es auch dem in der Pause kredenzten weinhaltigen Getränk geschuldet. Auch Pianistin Kim nutzt unmittelbar nach Beginn des zweiten Teils die gelockerte Atmosphäre, indem sie den in Verdis Oper auf dem Maskenfest auftretenden Chorgesang der Zigeunerinnen und Stierkämpfer anspielt und dabei mit Handzeichen, die sie während des Klavierspiels einwirft, die Zuhörer zu rhythmischen Klatscheinlagen auffordert. „Es hat sich wieder einmal gelohnt, das Kulturprogramm in Bad Pyrmont aufzusuchen“, resümiert das Ehepaar aus Bodenwerder, das sich von den Darbietungen begeistert zeigt und sichtlich zufrieden das ehrwürdige Gebäude verlässt.

Sopranistin Franziska Dannheim (re.) und Pinistin Jeong-Min Kim auf der mit Notenständer und Flügel nur spärlich bestückten Bühne des Kurtheaters.ti



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