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Ausstellung „Fashion Talks“ im Heinz Nixdorf Museumsforum

Was uns die Mode sagt

Paderborn. Die ausgewaschene Jeans in Kombination mit Blümchenbluse oder auch mal ein braunes Samtjackett – die tägliche Kleiderwahl vermittelt Botschaften. Kleine und große Signale darüber, ob wir auffallen wollen, wie wir uns fühlen oder ob wir einer bestimmten Gruppe angehören. Wie vielfältig Mode kommuniziert, zeigt ab Samstag die Ausstellung „Fashion Talks“ im Computermuseum Heinz Nixdorf MuseumsForum (HNF) in Paderborn. Die Ausstellung ist keine Schau für „Fashion Victims“ mit Hochglanzfotos von Supermodels. Es geht um den Entstehungsprozess von Mode und um die „Codes“, die sie lesbar machen. „Mode ist ein hochkomplexes System, das nicht nur von Designern oder Trendscouts bestimmt wird“, sagt Kuratorin Vera Franke. Ob Popkultur, künstlerische Avantgarde, Traditionen, Medien oder neue Technologien, alles sind Elemente der Mode.

veröffentlicht am 08.11.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 08:41 Uhr

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Die 500 Quadratmeter große Ausstellungsfläche ist in sieben Themenbereiche unterteilt. Sie bieten eine unterhaltsame Entdeckungsreise durch die Welt der verschiedenen Jugendszenen, der Jeans und der Tarnkleidung (Camouflage) sowie der karierten Stoffe (Tartan). Ebenso wird die Bedeutung von Modemarketing, Uniformierung und moderner intelligenter Kleidung, „Smart Clothes“, entschlüsselt. Die Exponate stammen aus dem Museum für Kommunikation in Berlin.

Den Wunsch nach kreativer Individualität nimmt die Mode gern auf, aber meist nur als „Anderssein im Gleichsein“, wie Vera Franke erklärt. Die wenigsten Menschen wollen durch ihre Kleidung als Freak oder Außenseiter abgestempelt werden. Bestes Beispiel dafür ist die Jeans: Denim, eigentlich Serge de Nîmes (frz. „Gewebe aus Nîmes“), ist ein sehr robuster Baumwollstoff. Einst als robuste Gebrauchskleidung für Goldgräber entwickelt, haben die Denimhosen seit den 1950er Jahren die Jugendkultur weltweit geprägt. Man denke da nur an den jungen Marlon Brando und James Dean, die die Jeans zum Zeichen des Rebells machten. Heute werden Markenjeans mit individuellen Gebrauchsspuren teuer verkauft. So wirkt die mit „Shot Guns“ durchlöcherte Jeans der britischen Designerin Vivienne Westwood, als wäre sie gerade dem Kugelhagel eines Attentats entkommen. Auch das belgische Avantgarde-Label Maison Martin Margiela arbeitet mit Dekonstruktion. In der Ausstellung sind 200 verschiedene Jeanstypen von Modellen aus dem 19. Jahrhundert bis heute zusammengestellt.

Auf welche Weise gesellschaftliche Themen in der Modewelt umgesetzt werden, zeigen die Schuhe der „Gulf Coast Cleanup Collection“. Sie scheinen mit Ölspuren überzogen und suggerieren, der Träger sei bei der Bekämpfung der Ölpest an der Golfküste dabei gewesen. Für die neue „grüne Mode“ aus Recyclingmaterial steht ebenfalls ein grauer Trenchcoat, der aus 1000 PET-Flaschen hergestellt wurde.

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Auffallende Jacke.

In einem eigens eingerichteten „Amt für jugendkulturelle Szenen“ werden die Erkennungszeichen von 24 Jugendszenen verglichen: In den Schubladen der „Behörde“ finden sich Abzeichen wie die Hornbrille der Computernerds oder die Neonkappe der „Atzen“ (Disko-Prolls). Eine Datenbank enthält weitere „Style-Codes“ von mehr als 60 Szenen.

Für den rebellischen Typ stünden bis heute die Karomuster, erzählt Kuratorin Franke. „Dabei haben sie einen langen historischen Weg hinter sich, bevor die Mode sie im 19. Jahrhundert entdeckte.“ Die Tartans trugen die Highland-Bewohner schon vor 300 Jahren in Schottland, um ihre Zugehörigkeit zu einem bestimmten Clan zu signalisieren. Besucher haben in dem Museum die Möglichkeit, ihr eigenes Karomuster am PC zu entwerfen und auf eine Papierkrawatte zu drucken. Die Zukunft der Mode offenbart sich im Bereich der intelligenten Kleidung. Immer kleiner werdende Computer machen es möglich, Kleidung als Hilfsmittel einzusetzen. So können durch neue „Mensch-Maschine-Schnittstellen“, sogenannte Smart Clothes, taube und blinde Menschen mit der Umwelt kommunizieren. Andere Hightech-Textilien reagieren auf Wärme und Feuchtigkeit und können leuchtende Muster erzeugen. Die Ausstellung „Fashion Talks“ ist bis 15. Juni 2014 im Heinz Nixdorf Museumsforum (HNF), Fürstenallee 7, in Paderborn zu sehen. Öffnungszeiten: dienstags bis freitags von 9 bis 18 Uhr, an Samstagen und Sonntagen von 10 bis 18 Uhr.epd

Der karierten Mode ist eine ganze Abteilung gewidmet.



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