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Drei Randalierer versenken Wertvolles und brechen zusammen – so übt die Feuerwehr im Dunkeln

Was machen die Taucher im Freibad?

Bad Pyrmont. Einen Monat nach Ende der Freibad-Saison abends im Außenbecken der „Pyrmonter Welle“ tauchen? Das tut sich normalerweise kein Mensch an. Denn das Wasser ist längst von grünen Algen getrübt und nicht mehr warm.

veröffentlicht am 28.10.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 18:19 Uhr

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Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Ein paar Unverdrossene zogen jetzt dennoch ihre Taucheranzüge an. Denn die Feuerwehr braucht zum Üben kein Wohlfühl-Ambiente – sind doch die Einsatzbedingungen der Ehrenamtlichen auch im Ernstfall alles andere als ideal.

Das Szenario des abendlichen Taucheinsatzes – übrigens der ersten gemeinsamen Übung von Feuerwehr-Tauchern aus Hameln und Holzhausen in der „Welle“ – erinnerte zumindest teilweise an einen ganz realen Zwischenfall aus dem Sommer 2013: Damals hatten nächtliche Besucher auf den Startblöcken des Schwimmerbeckens eine Bank-Pyramide errichtet, wobei eins der Möbel ins Becken stürzte.

Eine ähnliche Situation fanden die Übenden auch jetzt wieder vor. Nur, dass hier Tauchringe ins Wasser geworfene Arbeitsgeräte darstellten. Allerdings hatten die Regisseure – Hamelns Feuerwehrtaucher-Chef Hans-Werner Benditte und Holzhausens Ortsbrandmeister Mario Lis – sowie die beiden Taucher Thorben Henne und Florian Rosenbaum aus Holzhausen bei der Aufgabenstellung noch eine Schippe draufgelegt. Bevor die speziell ausgebildeten Einsatzkräfte ins Wasser gehen konnten, galt es noch, auf dem weiträumigen Gelände drei Jugendliche aufzuspüren. Die hatten laut Übungs-Drehbuch nämlich nicht nur im Freibad randaliert, sondern waren nach ihrer Entdeckung auf der Flucht – mutmaßlich sturztrunken – zusammengebrochen. Gemimt wurden die Randale-Kids von drei Mädchen aus der Holzhäuser Jugendfeuerwehr. Obwohl das Gelände groß, unübersichtlich und finster war, hatten die 30 suchenden Freiwilligen aus der Erwachsenen-Wehr die Jugendlichen nach einer Viertelstunde gefunden. Wohlauf, versteht sich. „Die Gebiete wurden effektiv abgesucht und die Personen schnell gefunden“, sagt Florian Rosenbaum.

Und wie lief der 20-minütige Taucheinsatz ab? „Die Sicht lag aufgrund der vielen Schwebteilchen und der Dunkelheit bei ungefähr einem Meter. Das sind sehr gute Sichtverhältnisse. Denn im Normalfall sieht man gerade noch seine eigene Hand, wenn man sie mit der Lampe anleuchtet und direkt vor die Tauchmaske hält“, erzählt der Übungsleiter. Denn die Feuerwehrtaucher trainieren regelmäßig auch in heimischen Seen. Anders als dort hatten sie in der „Welle „ nun vergleichsweise leichtes Spiel. „Denn das Becken ist ebenerdig und das Wasser nicht allzu tief“, erklärt der Feuerwehrmann.

Aufgrund einer Verletzung durfte Rosenbaum zwar selbst nicht ins Wasser. „Aber ich habe immerhin mal den Finger ‘reingehalten“, sagt er. Sein Eindruck, auch nach Gesprächen mit den Kollegen, die getaucht sind: „Die Temperatur war angenehm. Sie müsste so um die zehn Grad gelegen haben.“

Seit der Übung wissen übrigens auch die Holzhäuser Feuerwehrmänner und -frauen ohne spezielle Taucher-Ausbildung, wie man einen hilfsbedürftigen Menschen mit einfachen Mitteln aus einem Gewässer retten kann. Das demonstrierten die insgesamt sechs Taucher aus Hameln und Holzhausen noch, nachdem sie alle im trüben Becken versenkten Tauchringe auf dem trüben Wasser gefischt hatten.

Florian Rosenbaum unterstützt einen Taucher-Kollegen mit dem Seil beim Ausstieg aus dem trübgrünen Wasser des Schwimmerbeckens im Freibad der „Pyrmonter Welle“. Feuerwehr



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