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Blome in der zweiten Halbzeit

Was hat Bad Pyrmonts Bürgermeister 2018 auf seiner Liste?

BAD PYRMONT. Der Start ins Jahr 2018 war für Bürgermeister Klaus Blome ruhig. Nichts Aufregendes, nichts Drängendes, keine Überraschungen – Bürgermeisteralltag eben. Doch das Jahr ist ja noch lang. Und zu tun wäre eine ganze Menge...

veröffentlicht am 04.02.2018 um 20:25 Uhr

Seit dem 1. November 2014 sitzt Klaus Blome als Bürgermeister im Pyrmonter Rathaus. Foto: uk
Hans-Ulrich Kilian

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Hans-Ulrich Kilian Redaktionsleiter Bad Pyrmont zur Autorenseite
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Vor einem Jahr habe er auch noch nicht gewusst, wie sich das Thema Tourismusbeitrag entwickeln werde, dass auf Hotels und Pensionen Brandverhütungsschauen zukommen und dass die Stadtwerke Bad Pyrmont zur Stadt der Elektromobilität machen wollen. Diese drei Beispiele fallen ihm im Gespräch ein, als es um einen kurzen Rückblick auf 2017 geht.

Doch eigentlich soll es um 2018 gehen. Was liegt an, was ist ihm wichtig? Der Bürgermeister hat eine Liste mit seinen Themen vorbereitet. Natürlich steht die Fertigstellung des Humboldt-Gymnasiums ganz oben und die bevorstehende Sperrung der Heemsteder Brücke beziehungsweise die damit verbundenen Verkehrsbehinderungen und -umleitungen ebenfalls. „Das wird eine große Herausforderung für die Stadt“, sagt er und meint in diesem Fall nicht nur die Stadtverwaltung, sondern auch die Autofahrer, Anlieger und nicht zuletzt den Einzelhandel. „Ich hoffe, dass die Auswirkungen so gering wie möglich ausfallen und die Umleitungen gut laufen“, stellt Blome fest. Sein Appell: „Gegenseitige Rücksichtnahme. Sein Versprechen: „Wir werden die Umleitungen im Auge behalten und nachjustieren, wenn sich das als notwendig herausstellt.“

Weiter geht’s auf seiner Liste: Das Konzerthaus des Staatsbades steht darauf. Die Stadt will prüfen, welche günstigen Möglichkeiten sprich Fördermittel es gibt, das für Bad Pyrmont „maßgebliche Gebäude“, wie es Blome ausdrückt, zu sanieren. Angesiedelt ist die Aufgabe allerdings nicht beim Bürgermeister selber, sondern bei seinem Stellvertreter Eberhard Weber. Das sei eine Art Wirtschaftsförderung und für die sei der Kämmerer zuständig. Doch Blome steht dahinter: „Das ist wichtig und richtig, dass wir das machen“, betont er ausdrücklich.

Der Standort für ein gemeinsames Feuerwehrhaus für Bad Pyrmont und Holzhausen und die Dorfentwicklungsplanung für die Pyrmonter Bergdörfer hat er sich ebenfalls auf seiner Liste notiert. Das Feuerwehrhaus sei mit der Beauftragung einer Machbarkeitsstudie zunächst noch einmal auf die lange Bank geschoben worden, sagen Kritiker. Blome weist das zurück. „Die Studie macht Sinn“, sagt er. Er wisse aber auch, dass es so viele Alternativen zum Parkplatz am Gondelteich gar nicht gebe, dass nur ein Platz an der Südstraße zwischen Stadtwerken und Gondelteich infrage komme. Er selber habe sich in dieser Frage noch nicht festgelegt, wolle zunächst die Studie abwarten, die im Laufe dieses Jahres vorliegen werde.

Blomes Liste ist noch nicht zu Ende: Die Sanierung des Spelunkenturms steht ebenso darauf wie die neue Wirtschaftsförderin, der Umzug des Kinderhorts Panama in den Pestalozzi-Kindergarten und die letzte Woche auf den Weg gebrachte Überprüfung und Anpassung der Bebauungspläne in der Innenstadt durch das Baudezernat. Ist das personell überhaupt in der Lage, sich darum zu kümmern? „Da vertraue ich auf den Baudezernenten“, lautet die Antwort.

Das Jahr 2018 bedeutet für Blome aber auch die Halbzeit seiner siebenjährigen Amtszeit, die am 1. November 2014 begonnen hat und am 31. Oktober 2021 endet. Und wie fällt sein persönliches Resümee der ersten Halbzeit aus? Die Antwort: „Ich bin zufrieden, satt sollte man aber nie sein.“ Auf was hat er denn noch Hunger? „Auf Stadtentwicklung“, antwortet er. „Ich würde mich freuen, wenn Dritte im Stadtgebiet investieren, wie gerade die Volksbank an der Friedrichstraße und die Stadtsparkasse in Holzhausen. Denn die finanziellen Möglichkeiten der Stadt sind beschränkt.“

Mit Blick auf seine Aufgabe als Bürgermeister nimmt er das Wort vom Kapitän in den Mund, auch wenn er einen Augenblick später nicht mehr so richtig glücklich mit dieser Wortwahl scheint. Ein Kapitän bestimmt den Kurs und sorgt dafür, dass das Schiff an sein Ziel kommt. Doch welchen Kurs steuert Bürgermeister Klaus Blome? Es habe sich nicht viel getan während seiner Amtszeit, bemängeln immer wieder Pyrmonter im Gespräch. „Das stimmt nicht“, sagt er und versucht, den Gegenbeweis anzutreten. Er nennt den Bau des Gymnasiums, die Erneuerung der Bad Freienwalder Brücke („Die war bei meinem Dienstantritt gesperrt“), die Mängelbeseitigung in der Fußgängerzone, die Einrichtung eines Kindergartens in der früheren Pestalozzischule, den Abriss des frühen Krankenhauses St. Georg die Sanierung des Königin-Luise-Bades und den Neubau eines Wohnhauses auf dem Gelände des früheren christlichen Hospizes an der Friedrichstraße.

Und was rechnet er sich persönlich als Erfolg an? Darauf möchte er sich gar nicht einlassen, das sollen andere tun. Er spricht lieber von der Teamleistung seiner Mitarbeiter. „Ich alleine bewege gar nichts, wenn die anderen nicht mitziehen. Punkt.“ In der zweiten Halbzeit seiner Amtszeit wird er auf einige bewährte und erfahrene Mitarbeiter verzichten müssen, die in den Ruhestand treten. Von dieser „Verrentungswelle“, wie er sie nennt, werden unter anderem auch Kämmerer Eberhard Weber und der Leiter der Zentralen Dienste, Walter Schlieker, erfasst. „Da stellt sich natürlich die Frage, welche Aufgaben mit welchem Personal und in welcher Organisationsform wir dann noch erledigen werden“, beschreibt er die Herausforderung. Seine persönliche Meinung dazu stehe aber fest, versichert er: „Wir haben gerade die Angelegenheiten der Sozialhilfe vollständig auf den Landkreis Hameln-Pyrmont übertragen, aber alle weiteren Aufgaben sollten wir hier in Bad Pyrmont behalten.“



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