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Senioren lassen sich von Schülern in die Geheimnisse der Computer und des Internets einweihen

„Was geht noch außer googeln?“

Bad Pyrmont. Ein Flatscreen mit sieben Siegeln – so stellt sich der Computer immer noch für viele dar, die nicht damit aufgewachsen sind und auch später ihre Arbeit und Hobbys nicht in die „virtual Reality“ des digitalen Scheins verlegt hatten. „Liebe Seniorinnen und Senioren“, begrüßte dann auch Informatiklehrer Gregor Sültrop die zehn Teilnehmer, die seine Schüler für gut zwei Stunden unter ihre Fittiche nahmen. Sie wollten ihnen die Grundlagen des „Computerns“ verständlich machen. Damit war zum ersten Mal auch die Max-Born-Realschule an dem Computerkurs beteiligt, der vom Seniorenbeirat und dem Jugendparlament aufgelegt wurde.

veröffentlicht am 07.12.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 04:21 Uhr

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Autor:

Carlhermann Schmitt
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Weitere 28 Senioren, zwischen 60 und über 80 Jahre alt, ließen sich von den Informatikschülern des Humboldt-Gymnasiums der 10. bis 12. Klasse in die Mysterien des Computers einführen. „Allerdings haben wir keinen ‚Lehrplan‘ vorbereitet“, erklärte der betreuende Lehrer Marco Siefert: „Damit sind wir beim ersten Mal schon gescheitert, denn der Computer ist einfach zu vielfältig und die Fragen der Teilnehmer sind viel zu unterschiedlich, um das in einem allgemeinen Script kurz abhandeln zu können.“

Schon ein kurzer Blick auf die Bildschirme der verschiedenen Geräte zeigte die höchst unterschiedliche Interessenlage der Senioren, die nicht unbedarft in den Kurs kamen, sondern schon wussten, was sie nicht wussten: „Wie kann ich eine E-Mail schreiben?“, „Wo kann ich André Rieu sehen?“ Eine Dame brachte gerade mithilfe ihres Tutoren die Grafik eines Christbaums auf die richtige Größe, während ihr Nachbar die Schrift in Word von oben nach unten laufen lassen wollte, anstatt von links nach rechts. Und auf einem Monitor lief schon Bauhaus-TV mit der Folge, wie man Laminat verlegt. Einige hatten ihren Tablet-PC oder ein Notebook dabei, bei dem sie auch in die zweite Kategorie des Nichtwissens vordrangen: Nicht zu wissen, was man nicht weiß: „Was kann man denn außer ,googeln‘ noch damit machen?“, fragte eine Seniorin.

Gerfried Kakoschke, der seit Mai in Bad Pyrmont wohnt, freute sich, dass die Zehntklässler Hendrik Brandt und Robin Foster ihm eine E-Mail-Adresse einrichteten und ihm zeigten, wie man diesen Kommunikationsweg benutzt. Er hatte sich zu Hause zwar schon der Suchmaschine bedient, wusste aber nicht, was es mit den verschiedenen Symbolleisten des Browsers auf sich hat oder wie man sich souverän durch „You Tube“ bewegt. „Aber die Jungs sind wirklich großartig“, lobte der 80-Jährige. „Die haben das wirklich so erklärt, dass ich das Thema nachvollziehbar verstanden habe.“ Zudem haben sie ihm auch ihre Mail-Adresse gegeben, sodass er von zu Hause nachfragen kann, wenn ein Problem auftaucht.

Alle Senioren haben das Versprechen bekommen, dass sie sich auch weiterhin via Internet mit ihren Tutoren austauschen können. Aber auch die Lehrer und Annegret Webel als Vorsitzende des Seniorenbeirats haben weiteren Lernbedarf ausgemacht und ein Formular verteilt, auf dem sich alle Senioren zunächst höchst zufrieden über ihre Tutoren und den Lernerfolg gezeigt hatten. Die Frage nach weitergehendem Unterricht wurde von allen Senioren begrüßt.

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