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Theaterstück thematisiert den Tod aus der Sicht von Kindern

Warum ist das Kaninchen platt?

BAD PYRMONT. Wenn sich im Hospiz Erwachsene treffen und sich über den Umgang mit Tod und Trauer beschäftigen, dann geht es um rationales Begreifen. Am Samstag im Pestalozzi Kinderhaus standen Kinder an erster Stelle.

veröffentlicht am 25.11.2018 um 15:31 Uhr

Ratte und Hund haben ein totes Kaninchen gefunden. Foto: ti
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Autor

Klaus Titze Reporter
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Anders ausgedrückt: Was bedeutet Tod mit den Augen der Kinder betrachtet. Für den Hospizverein, dessen ehrenamtliche Helfer sich mit dem Tod und der Trauerbegleitung auseinandersetzen, sind das neue Erfahrungen. Deshalb wagte die Leitung des Vereins, den Tod in seiner alltäglichen Gegenwärtigkeit von einer Jugend- und Kindertheatergruppe darstellen zu lassen. Hierzu hatten sie ein Spielduo des mobilen Kindertheaters „Theater zwischen den Dörfern“ aus Wennigsen eingeladen. Die beiden Darsteller Noa Wessel und Kian Pourian erwiesen sich in ihrer einfühlsamen Art als Glücksgriff.

Das Stück basiert auf einem Kinderbuch, das mit wenig Text und Bildern die Geschichte eines toten Kaninchens erzählt, das von einem Hund und einer Ratte platt auf dem Boden gefunden wird. Hund (Pourian) und Ratte (Wessel) teilen sich ihre Gedanken und Gefühle mit und stellen sich gegenseitig Fragen, wie sie auch Kinder beschäftigen.

Warum ist es eigentlich ein weißes Kaninchen? Musste es nie aufräumen oder saubermachen? Wer hat es wohl platt gemacht? Vielleicht hatte es Angst und war noch nie draußen, kannte deshalb mögliche Gefahren nicht. Wovor hatte es Angst? Vorm Frühstücken oder vor dem Schlafengehen? So tauchten Gefühlswelten von Kindern ganz nebenbei in der Geschichte auf.

Dabei geschah nichts mit dem erhobenen Zeigefinger oder bedrückend. Nach ihren spielerischen Bewegungen, ihrem tänzerischen, fast turnerischem Miteinander, klang den Schauspielern immer wieder ein Lachen der Kinder entgegen.

Ob es der Hund war, der mal eben an einer Bank sein Bein hob, oder die Ratte, die sich huschend in trippelnden Schritten hin und her bewegte und sich oft kratzen musste – es waren die kleinen humorigen Details, die trotz Schwere des Themas für Leichtigkeit des Stückes sorgten.

Nachdem Hund und Ratte mit einem aufsteigenden Drachen eine zauberhafte Variante auf die Frage fanden: „Ich weiß nicht wo du bist, ich weiß nicht wie das ist?“ und das Stück mit viel Applaus endete, konnten die Kinder bei den Schauspielern Kontakt zu Hund und Ratte in Puppenform aufnehmen, streicheln und knuddeln und auf diese Weise sanfte Nähe und harmonischen Ausklang herstellen.



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