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Der Bauingenieur Löwe rät von der Belastungserprobung der Freienwalder Brücke ab

„Warum Geld dafür ausgeben?“

Bad Pyrmont. Thorsten Löwe

veröffentlicht am 03.04.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 10:21 Uhr

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Autor:

Hans-Ulrich kilian
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ist der Mann, auf den Bürgermeisterin Elke Christina Roeder gehört hat, als er vor mehr als zwei Jahren davon berichtete, dass er in den Bögen der Bad Freienwalder Brücke einen zwei Millimeter breiten Riss entdeckt hat, der noch drei Jahre zuvor nur 0,7 Millimeter breit gewesen sei, wie er damals festgestellt habe. Der Diplom-Ingenieur empfahl der Verwaltungschefin, die Brücke wegen akuter Einsturzgefahr zu sperren, was sie dann am 19. März 2012 auch tat.

Seitdem ist die Brücke zum Politikum geworden. Löwe, Geschäftsführer des Hildesheimer Büros „Löwe Plan GmbH“ und sein Kollege Lutz Wackermann vom Ingenieurbüro Richter hatten einige unangenehme Auftritte vor dem Bauausschuss, wo sie sich bohrenden Fragen der CDU stellen mussten, die Roeder heute als „in Teilen verunglimpfend “ wertet.

Die Christdemokraten möchten nun den Bremer Ingenieur Prof. Dr. Marc Guttermann mit einer experimentellen Belastungserprobung der Brücke beauftragen. Würde die ergeben, dass die Brücke nicht nur ihre Last, sondern auch die von Radfahrern, Fußgängern oder sogar Personenwagen tragen würde, stände Löwe schlecht da. Er tut das mit einem Achselzucken ab. „Ich weiß nicht, warum man angesichts des schlechten Zustands der Brücke Geld für so eine Probebelastung ausgeben soll, der Sinn erschließt sich mir nicht“, stellt er jetzt im Gespräch mit dieser Zeitung fest. Er habe selber im Jahr 2011 mit Prof. Guttermann über diese Möglichkeit gesprochen, aber der Stadt dann davon abgeraten. „Ausschlaggebend dafür war, dass auch Prof. Guttermann nicht sagen konnte, wie lange die Brücke noch genutzt werden kann“, nennt er seinen Hauptgrund. Er habe aber nichts gegen das Verfahren, sondern es selber bereits einer Reihe von Kommunen empfohlen. „Alle haben sich wegen der hohen Kosten dagegen ausgesprochen“, sagt er. Es sei nach den vorgeschriebenen statistischen Berechnungen eines Bauwerks allerdings nur das letzte Mittel der Überprüfung. Die vorgeschriebene Norm verlange eine Belastung von 500 Kilogramm je Quadratmeter.

Und man dürfe ja nicht glauben, dass im Fall eines positiven Belastungstests die Brücke schnell wieder zu nutzen wäre, so Löwe. „Die Geländer sind abgängig und auch die Stirnmauerwerke (an der Seite unterhalb der Fahrbahn, die Red.) müssten vorher saniert werden.“ Notwendig wäre auch eine Ankerlösung zur seitlichen Stabilisierung der Brücke. „Das hatten wir schon einmal überlegt, aber wegen der Kosten in Höhe von 60 000 Euro wieder verworfen.“

Roeder hat den Auftrag an Guttermann, den die CDU mehrheitlich im Verwaltungsschuss beschlossen hat, vorerst gestoppt. Sie wartet vorerst eine rechtliche Überprüfung durch die Kommunalaufsicht ab. Wie lange das dauere, wisse sie aber nicht, berichtete sie.



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