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So zeigt eine Therapeutin Kindern den Umgang mit Stiften, Scheren und das richtige Sitzen

Warum die richtige Haltung so wichtig ist

Kleinenberg/Neersen (red). Warum sagen viele Kinder: „Mir tut meine Hand beim Malen so weh!“ Der Kindergarten „Zauberberg“ in Kleinenberg ist dieser Frage nachgegangen. Seit ein paar Jahren arbeiten die Erzieherinnen Heike Mai, Maren Stiewe und Andrea Grote mit der Feinmotorik-Therapeutin Claudia Heinig zusammen. Sie ist praktizierende Erzieherin und hat sich als Therapeutin weitergebildet.

veröffentlicht am 02.03.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 19:21 Uhr

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Angefangen hat alles mit einem Elternabend vorwiegend zur Linkshändigkeit. Aufgrund der großen Beteiligung der Eltern haben sich die Kinderspielkreise Neersen und Kleinenberg später zusammen getan und erneut einen weiteren Fachvortrag von Claudia Heinig im Neersener Spielkreis für interessierte Eltern veranstaltet. Claudia Heinig hospitierte daraufhin in der Einrichtung. Sie schaute sich die Sitz-, Stift- und Scherenhaltung der Kinder an.

Die Erzieherinnen erhielten von ihr Tipps und Anregungen zu Materialien und Informationen. Andrea Grote, Erzieherin des Kindergartens, sagt: „Je früher man kleinen Schwächen entgegenwirken kann, desto besser. Wenn sich kleine Schwächen erst richtig gefestigt haben, ist es schwer, sich als Kind neu umzugewöhnen.“ Außerdem würde es einem sechs Jahre alten Kind mit gravierenden Schwächen in der Stifthaltung sehr schwerfallen, einem Diktat in der Grundschule zu folgen.

Die Feinmotorik sei noch eine sehr junge eigenständige Disziplin und beschreibe unter anderem die Gesamtheit der Bewegungsabläufe der Hand- und Fingerkoordination. Oftmals zeigten Kinder schon früh in der Finger- und Handgeschicklichkeit Unsicherheiten. Dies zeige sich nicht nur beim Malen und Schreiben, sondern auch im Umgang mit Messer und Gabel, beim An- und Ausziehen, beim Knöpfen oder beim Schleife binden.

„Durch eine gezielte, individuell auf das Kind abgestimmte Feinmotoriktherapie wird dem Kind geholfen, Steuerungsprozesse der Arm-, Hand- und Fingermotorik zu unterstützen und somit die grafomotorischen Fähigkeiten zu verbessern“, sagt die Erzieherin. „Besonders für Schulanfänger ist es wichtig, von vornherein die richtigen Techniken wie Sitzhaltung, Stifthaltung und Heftlage zu lernen, um den Einstieg in das Schreibenlernen zu erleichtern.“

Heike Mai, ebenfalls Erzieherin des Kindergartens, fügt hinzu: „Seit der Zusammenarbeit mit Claudia Heinig achten wir viel mehr auf die verschiedenen Materialien, die wir den Kindern zur Verfügung stellen, wie runde Wachsmalbälle. Denn durch das Malen, mit dem Ball öffnet sich die kleine Kinderhand vom Faustgriff zum Pinzettengriff. Somit ergibt sich später die Drei-Punkt-Stifthaltung, die so wichtig für die Schule ist.“

Die Elternabende trugen dazu bei, dass sich einige Eltern bei Claudia Heinig Rat und Hilfe holen konnten und die Kinder eine deutliche Verbesserung in den feinmotorischen Tätigkeiten erzielt haben. Katharina Gödeke ist mit ihrem damals fünf Jahre alten Sohn Fynn zur Feinmotorik- Therapie in Claudia Heinigs Praxis gegangen. Sie sagt: „Dank Claudia Heinig hat Fynn heute nicht mehr so viele Schwierigkeiten beim Schreiben in der Grundschule. Darüber sind mein Mann und ich sehr froh.“

Die Erzieherinnen, Claudia Heinig und auch die Eltern bedauern es sehr, dass die Feinmotorik-Therapie finanziell nicht von den Krankenkassen unterstützt wird.

„Viele Eltern möchten sehr gerne die Therapie für ihre Kinder in Anspruch nehmen. Allerdings fehlt ihnen in der heutigen wirtschaftlichen Lage oftmals das Geld dafür“, bedauert Andrea Grote.

Therapeutin Claudia Heinig zeigt Kindern, wie sie Stifte richtig halten. Denn Kindern mit gravierenden Schwächen in der Stifthaltung würde es sehr schwerfallen, einem Diktat in der Grundschule zu folgen. Foto: pr



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