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Warum Bill Mockridge so gern Möpse streichelt

Von Angelika Rudolph

 

Bad Pyrmont. Angesagt wurde er von Angela Merkel als ihr „Minister für gute Laune“. Auch die Anmoderation nach der Pause wurde von der Kanzlerin, pardon, ihrem Stimmdouble geleistet. Doch treffender hätte es die echte Kabinettschefin auch nicht formulieren können. Bill Mockridge erfüllte das gut besuchte Kurtheater am Sonntagnachmittag mit einer menschlich intensiven Präsenz, die die Zuschauer teils von Herzen lachen, teils sich ein paar Rührungstränen aus den Augen wischen ließ.

veröffentlicht am 19.04.2010 um 14:50 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 13:41 Uhr

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Von Angelika Rudolph

 

Bad Pyrmont. Angesagt wurde er von Angela Merkel als ihr „Minister für gute Laune“. Auch die Anmoderation nach der Pause wurde von der Kanzlerin, pardon, ihrem Stimmdouble geleistet. Doch treffender hätte es die echte Kabinettschefin auch nicht formulieren können. Bill Mockridge erfüllte das gut besuchte Kurtheater am Sonntagnachmittag mit einer menschlich intensiven Präsenz, die die Zuschauer teils von Herzen lachen, teils sich ein paar Rührungstränen aus den Augen wischen ließ.
 Der Schauspieler, Kabarettist und Chef des Bonner Kabaretts „Springmaus“, den viele als Pendant zu Helga „Mutter“ Beimer aus der Lindenstraße oder aus zahlreichen anderen Fernsehsendungen kennen, erzählte unaufgeregt aber pointiert viele Geschichten aus seinem nunmehr fast 63-jährigen Leben, wobei sich viele Storys ganz einfach um ihn, seinen Alterungsprozess oder auch um seine mit Frau und sechs Söhnen doch recht große Familie rankten. „Ein Mops ist zwar kein Hund, sondern ein Unfall,“ erklärte Mockridge, „aber ich wollte gerne einen haben, weil ich bei der Nachbarin immer so einen streicheln durfte. Also beauftragte ich meinen zehnjährigen Sohn, mit seinem Freund im Internet nach einer Züchtung für Möpse zu suchen. Der gab denn auch das Stichwort ‚Möpse‘ in die Suchmaschine ein…“ – das Publikum lachte schon Tränen – und erzählte dann, das seien die Möpse, die sein Vater so knuddelig fände und die er immer bei seiner Nachbarin streichele. Solidarisch fühlten sich viele Anwesende, als der bekennende Technikfreak von der Anschaffung eines neuen Navigationsgerätes berichtete. „Das alte saß immer auf dem Beifahrersitz, leitete falsch, machte Vorwürfe und gab Kommentare ab.“ Daneben gab es aber auch die Comedy-Schiene mit den unglücklich blickenden Frauen im Reformhaus auf der Suche nach gesunden Lebensmitteln. „Wie willst Du 100 werden OHNE Konservierungsstoffe?!“
 Seine Nähe zu den Menschen zeigte Mockridge allerdings in sanften, authentischen Geschichten, die förmlich den Atem anhalten ließen, wie „Sally der Operator“, eine Figur aus dem Ontario seiner Kindheit. Ein gerührtes und begeistertes Publikum goutierte teils Tiefsinniges oder Irrwitziges mit Begeisterung und ließ Bill Mockridge nicht ohne eine ausgedehnte Zugabe von der Bühne. Seine Wertschätzung des Publikums demonstrierte er auch nach der Vorstellung, als er alle Anwesenden am Ausgang mit ganz persönlichen Worten verabschiedete.

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