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Ensemble „Radiks“ fesselten Achtklässler des Humboldt-Gymnasiums mit Theaterstück zum Cybermobbing

„War doch nur Spaß“

Bad Pyrmont. Phasenweise war es im Musikpavillon mucksmäuschenstill und erst ein Blick in den Raum hätte erkennen lassen, dass darin sich über 100 Schülerinnen und Schüler befanden. In diesen Phasen hingen sie förmlich an den Lippen der beiden Schauspieler auf der Bühne. Dabei zog sie nicht nur die sehr realistisch gespielte Geschichte um Lea, einem jungen Mädchen, das zunehmend von seinen Mitschülern gemobbt wird, in den Bann. Auch die schauspielerische Darbietung, die Intonation, Mimik und Gestik von Dorothee Krüger und Alexander Abramyan vom Ensemble „Radiks“ aus Berlin fesselte die jungen Zuhörer.

veröffentlicht am 14.04.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 18:21 Uhr

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Autor:

von Klaus Titze
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Dabei kamen beide mit spärlich zu bezeichnenden Requisiten aus. Ein Tisch, zwei Stühle und eine flexible Bühnenwand, hinter der sie sich für ihre nächste Rolle zurechtmachten, war schon alles. Und mehr brauchte es auch nicht, denn so schienen Augen und Ohren ihres Publikums voll konzentriert und an dessen Mimik ließ sich deutlich ablesen, wie emotional gefangen manche von dem Stück waren. Die Story ist schnell erzählt: Weil Lea bei einer Castingshow ankommt und ihre Konkurrentin nicht, revanchiert diese sich mit einer Lüge als „kleine Rache“. Es folgen Ausgrenzung, Beleidigungen via SMS und Drohanrufe, Enttäuschungen über falsche Freunde bis hin zu kompromittierenden Videos in sozialen Netzwerken. Schlussendlich benötigt Lea medizinische Hilfe in einer Psychiatrie.

Lea führt dabei in eine Welt, die einerseits geprägt ist durch die Suche nach Erfolg, Liebe und Anerkennung, andererseits aber auch durch Missgunst, Illusionen und virtuell geschaffene Realitäten. Kurze prägnante Dialogszenen schildern die Beziehungen zwischen ihr und ihrem Vater, zu einigen ihrer Mitschüler und anderen Beteiligten, so lässt sich aus der Stückbeschreibung des Tournee-Theaters entnehmen.

Drei zentrale Themenfelder bestimmen das Stück. Beim Cyber-Mobbing geht es um die persönlichen und rechtlichen Folgen bei Beleidigungen oder sexuellen Belästigungen über das Internet. Doch es öffnet auch den Blick auf die Erlebnis- und Medienkultur in sozialen Netzwerken sowie den Missbrauch von Daten und Computern.

„Eine ideale Form, sich mit dem Thema in dieser Altersgruppe auseinanderzusetzen“, ist sich die Konrektorin Dr. Barbara Conring sicher und bedankt sich auf diesem Weg bei dem Elternverein, der diese Erlebensform den Kindern sponserte. „Zugleich ist es eine weitere Ergänzung zu anderen Präventionsprojekten, wie zum Beispiel ,Smiley‘, das in den Jahrgängen davor angeboten wird“, fügte Conring an.

Nach dem Stück boten sich Dorothee Krüger und Alexander Abramyan für Fragen und zur Moderation von Diskussionsbeiträgen an. Doch ihre Darbietungskunst war scheinbar so beeindruckend, dass ihr Publikum wohl immer noch Luft holen musste. „Es ist eher feige und schwach, über das Internet jemanden zu schädigen. Aber das Netz macht es denen auch einfach, da sie anonym bleiben können“, meinte die Schülerin Marlena schließlich. Leonard schien sich sicher zu sein: „Lea hätte auch anders handeln können und mit jemandem das Gespräch suchen können.“ Dieses Gesprächsangebot hob auch Doris Frewert hervor, die sich als Beratungslehrerin den Versammelten vorstellte und dazu ermunterte, sie und ihre Kollegen anzusprechen, denn gerade sie seien als Helfer und Vertrauensperson für die Schüler da.

Lea (Dorothee Krüger) vertraut Andy (Alexander Abramyan), der sie allerdings schamlos hintergeht.ti



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