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Luxusproblem: Von der Qual der Wahl beim „Kleinen Fest im Großen Kurpark“

Wär‘s nebenan noch witziger?

Bad Pyrmont. Gerade wuselt sich das belgische Quartett „15feet6“ durch sein atemberaubendes Programm aus Akrobatik, Slapstick und Poesie, da ertönt laut ein beifallgetränktes Lachen von der Bühne nebenan, wo zeitgleich eine andere Gruppe ihre Nummer abzieht. Und schon nagt der Zweifel an mir: Hätte ich lieber dorthin gehen sollen? Wäre das nicht vielleicht noch witziger, noch irrer gewesen...?

veröffentlicht am 02.08.2015 um 18:07 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 22:41 Uhr

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Autor:

Karin Heininger
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Jedes Jahr am ersten Samstag im August, wenn das „Kleine Fest im großen Kurpark“ gefeiert wird, haben 3000 Besucher dasselbe Luxusproblem: die Qual der Wahl.

20 Künstler(gruppen), verteilt auf 20 Spielplätze im Park, geben ihre Vorstellungen. Ab nur ein gutes Drittel davon kann man als Besucher wirklich erleben. 20 Minuten dauert jeder Auftritt, danach bleiben zehn Minuten bis zum Beginn der nächsten Show, die man sehen möchte. Vielleicht am fernen Goldfischteich, Bühne 18, während man eben noch am Brunnenhain-Schauplatz mit der Nummer 3 saß. Da heißt es: Strategisch vorgehen und nach Lageplan und Zeitraster im Programmheft schon vor Beginn den Parcours durch den Park rationell festlegen, anstatt im Zickzack-Kurs kopflos durchs Gelände zu irren.

An diesem Abend kein Problem: Exakt auf Bühne 1 tritt ein Ensemble auf, das mit zum Besten des ganzen Programms gehört. Aus Kenia kommen die „Black Blues Brothers“, fünf geschmeidige Athleten, die mit einer sagenhaften Leichtigkeit die kühnsten akrobatischen Kunststücke vorführen und dabei im Stil und mit der Musik der legendären Blues Brothers eine witzige Show zeigen. Und es sieht so aus, als hätten sich alle 3000 eingeplanten Besucher um diese Attraktion versammelt, denn jeder Zentimeter Rasen ist besetzt. Beifall ohne Ende.

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  • Mehr als Nabelschau: Roberto di Lernia gewährt mit seinem „kleinen Großen Bauch-Theater tiefe Einblicke in seine inneren Werte. yt
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Dem verheißungsvollen Auftakt folgen viele weitere sehenswerte Auftritte. Etwa Krissie Illing aus Großbritannien: Comedy, very british bis in die höchsten royalen Kreise, mimisch und tänzerisch ein Unikat, eine Clownin par excellence. Oder Les Goulus aus Frankreich, ein Trio skurriler Dressurreiter. Oder Mr. Bananas aus Kanada, der mit Straßentheater der leiseren Sorte bezaubert und kleine Mitspieler aus dem Publikum auf die Bühne holt.

Manche Künstler treten sogar in lautstarke Konkurrenz zu ihren Kollegen auf der Nachbarbühne – schließlich ist jeder sich und seinem Publikum der Nächste. So stachelt etwa Pantomime Herr Niels sein Publikum an: „Gib denen da hinten das Gefühl, dass sie die falsche Bühne angesteuert haben!“

Vor dem grandiosen Feuerwerk werden alle Mitwirkenden auf der Palais-Wiese verabschiedet von Harald Böhlmann, der das Fest vor 30 Jahren für Herrenhausen erfand und vor 14 Jahren den Ableger in den Pyrmonter Kurpark pflanzte. Und da ist es wieder, das leise Hadern, mit einem der hier von den Umstehenden umjubelten Künstler vielleicht doch etwas Tolles verpasst zu haben. Aber das ist eben die Qual der Wahl, und nach dem Fest ist vor dem Fest. Neues Spiel, neues Glück, vielleicht im nächsten Jahr.

Nicht ganz ohne Zwischenfälle verläuft das Olympiatraining der französischen Equipe, mit dem „Les Goulus“ ihr Publikum bespaßen. (yt)

Als wäre Akrobatik ein Kinderspiel: Die „Black Blues Brothers“ aus Kenia bei ihrer umjubelten Show. yt

Mit vollem Körpereinsatz agiert dieser Artist der belgischen Truppe „15feet6“. Hei



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