weather-image

Aus Regenrückhaltebecken wird Wohnbauland / Rat entscheidet heute

Wäldchen soll Häusern weichen

Bad Pyrmont. Ungeachtet der Proteste und Einwände von Bewohnern soll der Rat der Stadt Bad Pyrmont heute die Planung für ein neues Baugebiet in Holzhausen beschließen. Das schlägt die Stadtverwaltung vor und will auch auf eine Umweltprüfung verzichten. Ein Investor will das Regenrückhaltebecken „Am Moorteich“ in Wohnbauland umwandeln und das Wäldchen dort abholzen.

veröffentlicht am 07.11.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 08:41 Uhr

Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Die Bauverwaltung hatte sämtliche Einwendungen von Anliegern als unbegründet eingestuft und der Politik vorgeschlagen, sie nicht zu berücksichtigen. Genau das ist im Bauausschuss vor zwei Wochen auch geschehen – und zwar einstimmig bei zwei Enthaltungen. Die Ausschussmitglieder gaben sich mit der Erklärung der Stadt zufrieden, dass Untersuchungen ergeben hätten, dass auf das Rückhaltebecken an dieser Stelle verzichtet werden könne und es auch zukünftig nicht mehr erforderlich sei.

Anlieger wie Werner Lange sehen das völlig anders. Es bestehe nun eine erhöhte Hochwassergefahr, sagte er gegenüber „radio aktiv“. Ein solches Vorgehen der Stadt sei außerdem nicht bürgerfreundlich, denn es habe vorab weder eine Anwohnerversammlung noch eine andere Unterrichtung der Betroffenen gegeben. Allerdings ist die Planung bereits in einer früheren Bauausschusssitzung vorgestellt worden.

Ein anderer Einwender wirft der Stadt vor, niemals das Ziel vertreten zu haben, hier den Charakter einer harmonisch gewachsenen Siedlungsstruktur zu schaffen. Zudem sei der Bedarf an Ein- und Zweifamilienhäusern im Stadtgebiet an anderer Stelle abgeeckt. „Das dem Allgemeinwohl dienende Regenrückhaltebecken ist deutlich höher zu bewerten“, heißt es wörtlich in einer Stellungnahme gegenüber der Stadt.

Ein Bewohner kritisiert, dass das – laut Stadt etwa 20 Jahre alte – Wäldchen verschwinden soll, schließen seien „grüne Farbtupfer“ wie diese geeignet, die Qualität des Stadtbildes zu heben. Das sei allemal besser, als Baulücken zu schließen. Und der Pyrmonter Naturschutzbund (Nabu) nennt das Baugebiet sogar eine „grüne Oase“, die nicht aufgegeben werden sollte.

Die Stadtverwaltung sieht das anders. Die Waldfläche sei von untergeordneter Bedeutung, liege isoliert und sei vom öffentlichen Raum her kaum erlebbar. Zudem führten keine Fußwege hinein oder hindurch und es lagere dort wild Müll und Kompost. Spechte, Braunkehlchen oder Eisvögel, wie ein anderer Einwender geltend gemacht habe, seien dort bei zwei Begehungen im Frühjahr nicht festgestellt worden.

Die für heute angesetzte abschließende Beratung des Bebauungsplanes dürfte von den Anliegern mit Spannung aber vermutlich mit wenig Hoffnung auf Änderungen verfolgt werden. Die Sitzung beginnt um 17 Uhr Rathaus.uk



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt