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Drei neue Lektoren für Bad Pyrmont

Von der Bank auf die Kanzel

BAD PYRMONT. Petra Buß, Marc Zöllner und Kerstin Röwer eint ihr Glaube und ihr Wunsch, Gottes Botschaft in die Welt zu tragen. Ab Pfingstsonntag werden sie noch etwas gemeinsam haben, denn sie werden in einem Gottesdienst als Lektoren eingesegnet und können damit selbstständig mit der Gemeinde Gottesdienste feiern.

veröffentlicht am 18.05.2018 um 12:59 Uhr
aktualisiert am 18.05.2018 um 14:40 Uhr

Freuen sich auf ihre Aufgabe als Lektoren (v.li.): Marc Zöllner, Petra Buß und Kerstin Röwer bei ihrer Vorbereitung auf den Pfingstsonntag in der St.-Johanneskirche in Holzhausen. Foto: uk
Hans-Ulrich Kilian

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Hans-Ulrich Kilian Redaktionsleiter Bad Pyrmont zur Autorenseite
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Dass sich damit das Team der Lektoren der Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Bad Pyrmont auf einen Schlag verdoppelt, ist sehr ungewöhnlich und reiner Zufall aber höchst willkommen.

Petra Buß ist schon lange in der früheren Holzhäuser Kirchengemeinde aktiv, gehörte 18 Jahre dem Kirchenvorstand an und hat in der Zeit, als die Pastorenstelle vakant war, viele Aufgaben übernommen. „Da lag es nahe, dass ich den nächsten Schritt gehe und mich zur Lektorin habe ausbilden lassen“, sagt die 57 Jahre alte Industrie-Kauffrau. Marc Zöllner (47) ist Lehrer, ist es also gewohnt, vor „Publikum“ aufzutreten. „Doch von der Kanzel zu predigen, ist etwas völlig anderes“, sagte und räumt ein, ein wenig aufgeregt zu sein. Glaube und die Auseinandersetzung damit habe für ihn schon immer eine Rolle gespielt. „Meine Motivation, Lektor zu sein, ist es, Gottes Wort in die Welt zu tragen.“

Kerstin Röwer hat sich durch die Kinder mit der Religion auseinandergesetzt. Die 52-Jährige kaufmännische Angestellte hat Erfahrung mit der Kinderkirche und im Erwachsenengesprächskreis und freut sich nun sehr darauf, ein Jahr nach der Ausbildung, in der sie und die beiden anderen künftigen Lektoren von den hauptamtlichen Pastoren der Kirchengemeinde begleitet und praktische Erfahrung gesammelt haben, selbstständig Gottesdienste halten zu können.

Hinter dem Einsatz der Lektoren stehe nicht bloß eine Verlegenheits-Idee, um vielleicht fehlende Hauptamtliche zu ersetzen, heißt es bei der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, die vom „Priestertum aller Gläubigen“ spricht. Es sei gewissermaßen die reformatorische Wieder-Entdeckung, dass vor Gott eben alle gleich seine, auch darin, seine Botschaft weiterzusagen. Und diese Fähigkeit sei eben nicht an ein Studium oder sonst eine Ausbildung geknüpft. Allerdings legen die Kichen Wert darauf, dass eine bestimmte Qualität gewahrt wird und natürlich Treue zur biblischen Überlieferung und dem Bekenntnis der Kirche. Aus diesen Gründen gibt es eine vergleichsweise umfangreiche Fortbildung. Die haben Buß, Zöllner und Röwer ein dreiviertel Jahr lang bei dem Hamelner Pastor Jürgens Harms, seit August vergangenen Jahres im Ruhestand, erhalten. Für Pastorin Jutta Ostermann ist es in erster Linie wichtig, „die Stimmen der Laien“ in der Gemeinde im Gottesdienst zu hören, danach zähle für sie erst die Unterstützung der Pastoren für die Gottesdienste. Ihre Kollegin Bettina Burkhardt macht dennoch deutlich, dass es nur noch mit der Hilfe der Lektoren möglich sei, die Frequenz an Gottesdiensten, die nach der Fusion der Kirchengemeinde ohnehin reduziert worden seien, aufrecht zu halten. „Das ist eine riesen Erleichterung für uns Pastorinnen“, macht sie deutlich und erinnert daran, dass es eins sechs Pastorenstellen in Bad Pyrmont gegeben hat. Heue sind es nur noch drei. Vom 1. Juli an wird die Bedeutung der Lektoren noch einmal größer, den Ostermann geht in den Ruhestand. Die Stelle ist zwar ausgeschrieben, wird aber frühestens zum 1. September dieses Jahres besetzt. Es wird also eine Zeit der Vakanz geben.

Pastorin Ira Weidner, die jüngste in der Runde, ist einfach nur stolz drauf, am Pfingstsonntag um 14 Uhr in der St.-Johanneskirche in Holzhausen gleich drei Lektoren unter Handauflegung und Segen einführen zu können und verspricht ihnen ein „kollegiales Miteinander.“

Information

Lesepredigt ist keine Vorlesepredigt

Die Ausbildung zum Lektorendienst hat grundsätzlich zwei Schwerpunkte: Die Laienprediger lernen in einer Ausbildungsgruppe zum einen den Gottesdienst, seine Elemente und Hintergründe verstehen und ihn zu gestalten. Und sie lernen zum anderen, sich eine Lesepredigt anzueignen. Die Lektoren bekommen zur Auswahl verschiedene Predigten, die sie selber nach ihren Vorstellungen bearbeiten können. „Eine Lesepredigt ist keine Vorlesepredigt“, macht der künftige Lektor Marc Zöllner deutlich. „Wir wissen nach der Ausbildung ganz genau, was wir lesen und was wir beten.“ Und Kerstin Röwer ergänzt: „Wenn zwei Lektoren ein und die selbe Predigt als Vorlage bekommen, dann können daraus zwei ganz verschiedene Predigten mit ganz anderen Färbungen entstehen.“uk



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