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Was sich Ortsbürgermeister und Ortsvorsteher rund um die Bad Pyrmonter Kernstadt wünschen

Von Breitbandausbau bis Windradlärm

BAD PYRMONT. Da unterscheiden sich die Aussagen der Ortsvorsteher kaum von den Bewohnern ihrer Dörfer, wenn es um die Wünsche und Hoffnungen für das Neue Jahr geht. Inwiefern sich diese dann als wirklich umsetzbar erweisen und schlussendlich zum Ende des Jahres 2019 als erledigt abgehakt werden können, wird sich in der Realität der nun angefangenen zwölf Monate zeigen.

veröffentlicht am 10.01.2019 um 14:22 Uhr
aktualisiert am 10.01.2019 um 15:20 Uhr

Heinz-Jürgen Köhler wünscht sich als unmittelbarer Nachbar des ehemaligen Schulgebäudes in Großenberg, auch den Glockenschlag der Schuluhr wieder hören zu können. foto: ti
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Klaus Titze Reporter

Eine gut ausgebaute Straße wünscht sich Ortsvorsteher Dirk Wöltje für Großenberg. Damit meint er nicht allein die Fertigstellung der Gemeindestraße Richtung Lügde. In seinem Fokus ist nicht nur eine Straße für den normalen Fahrzeugverkehr, sondern für den Transport von Datenpaketen. „Für unseren Ort und damit auch für mich persönlich ist es schon wichtig, wie es mit dem Breitband weitergehen wird“, denn bislang hänge Großenberg trotz der Zusagen aus dem Landkreis weiterhin in der Luft und sei keinesfalls mit einem schnellen Internet versorgt. Doch dass eine solche Anbindung existenziell zum Beispiel für Niederlassungen von Handwerksbetrieben und somit auch für den Fortbestand eines Dorfes sei, habe sich als Erkenntnis inzwischen generell durchgesetzt. Selbst in der Landwirtschaft laufe doch so gut wie nichts mehr ohne.

Zudem wünsche er sich die Sanierung der gut 100 Jahre alten Schuluhr. „Immerhin ist sie an dem inzwischen fertig sanierten Turm der ehemaligen Schule ein Stück Dorfgeschichte“, sagt Wöltje und nennt dann noch ein zweites Schätzchen, nämlich die ehemalige Dorfglocke, die im Rahmen des „Pro-Dorf-Projektes“ einen neuen Standort auf dem Friedhof erhalten soll. Und schließlich wünsche er der Schule Baarsen eine personelle Unterstützung mit einer neuen Schulleitung.

Damit spricht er auch Paul von der Heide aus dem Herzen, denn ihm läge als Ortsvorsteher für Baarsen sehr daran, dass das Personalproblem an der dortige Grundschule endlich gelöst werden könnte. „Dabei geht es nicht nur um die Lehrstoffvermittlung unserer Kinder und die unerträglich lange andauernde Belastung unserer Lehrerinnen. Es zieht sich einfach schon zu lange hin“, macht von der Heide seinem Unmut Luft.

Ansonsten habe sich die ehrenamtlich wirkende Interessengemeinschaft in Baarsen mit dem Vorhaben beschäftigt, an der Bushaltestelle einen überdachten Informationsstand aufzubauen. Dieser soll den Vereinen in Schaukästen die Möglichkeit bieten, Neuigkeiten für das Dorf anzuschlagen. „Wir sind da auf dem besten Wege und hoffen, das Vorhaben bald mit einem kleinen Fest abschließen zu können.“ Auch soll das 25-jährige Bestehen des Feuerwehrhauses gefeiert werden, das damals mit erheblichem Eigenaufwand der Dorfbewohner erbaut worden ist. „Da werden sicherlich viele gemeinsame Erinnerungen zwischen den Baarsenern ausgetauscht“, ist er sich sicher. Und vielleicht bekäme die Friedhofskapelle auch noch ein neues Dach.

Bauliches führte auch Wolfgang Mergel als Ortsvorsteher von Eichenborn auf, denn die Fugen am Kriegerdenkmal warten auf Erneuerung, damit weitergehende Schäden an dem Ehrenmal verhindert werden können. Desweiteren würden die Windenergieanlagen mit dem von ihnen erzeugten Lärm nerven, wie auch die immer noch ausstehenden Schallmessungen. „Keiner kann sich das vorstellen, der nicht betroffen ist“, klagt der Ortsvorsteher.

Zudem wäre es wunderbar, so Mergel, wenn die Kernstadt sich einmal bewusst wäre, dass hier in den Bergortsteilen rund 1200 Einwohner zu Hause sind. „Es wird immer erwartet, dass Veranstaltungen in der Kernstadt besucht werden. Leider ist bei den doch vielen und schönen Veranstaltungen in der Bergortsteilen so gut wie kein Kernstädter zu sehen.“ Überhaupt könne er sich ein Mehr an touristischer Reklame vorstellen, die insbesondere die Schönheit der Bergdörfer herausstelle und vielleicht auch Anregung gäbe, den Wohnsitz dorthin zu verlegen.

Die Lärmbelästigung der Windräder werden auch in Neersen als Problem empfunden, und so setzt Ortsvorsteher Michael Thielke ebenfalls auf das ausstehende Messgutachten und sich daran anschließende Verbesserungsmaßnahmen. Darüber hinaus fehle auch in Neersen ein zentraler Punkt für die Dorfgemeinschaft. Dieser werde an dem alten Dorfschulstandort gesehen und so hoffe Thielke, dass dieses Gebäude sich im Rahmen des „Pro-Dorf-Projekts“ als Dorfmittelpunkt verwirklichen lasse.

Eine Verwirklichung der in diesem Projekt skizzierten Umgestaltung der Bushaltestelle in der Ortsmitte von Kleinenberg und die Gestaltung eines Kletterparks für Kinder und Jugendliche erhofft sich auch die Ortsvorsteherin Melanie Brankov-Stein. „Es wäre schon schade, wenn die von Dorfbewohnern eingebrachten Ideen und Anstrengungen schlussendlich in der Schublade verschwinden würden.“



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