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Nur wenige Zuhörer bei schönem russischen Orgelkonzert in der Kirche St. Georg

Volostnov schwelgt in schreienden Farben

Winfried Kühne

veröffentlicht am 06.07.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 23:41 Uhr

Konstantin Volostnov an der Orgel. Foto: yt
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Bad Pyrmont. Die orthodoxen Kirchen in Russland haben keine Orgeln. Deshalb hat sich dort erst nach dem Bau von Orgeln in den Sälen der größeren Städte seit Ende des Zweiten Weltkrieges eine eigenständige Orgelmusik entwickelt. Längst aber nimmt die Zahl junger Konzertorganisten zu. Einer von ihnen ist Konstantin Volostnov, der zum wiederholten Male zu einem Orgelkonzert in die Kirche St. Georg eingeladen war. Allerdings hatte er es schwer gegen andere zeitgleiche Großveranstaltungen, was die Zuhörerzahl sehr überschaubar hielt.

Mit seinem Programm von Barockwerken und dem instrumentalen Höhepunkt, dem Orgelkonzert Nr. 2 des 1983 geborenen Yuriy Golovanov, bewegte sich der junge Musiker im traditionellen Rahmen – allerdings mit einer emotional bewegten Vortragsweise: Mit Agogik, Artikulation, einer überragenden virtuosen Technik, aber auch dem Fingerspitzengefühl für Registrierungen gestaltete Volostnov jedes Werk als in sich geschlossene Wiedergabe.

Den Rahmen bildete die Norddeutsche Orgelschule mit Georg Böhms festlich feierlichem Präludium C-Dur und Johann Sebastian Bachs eher verhalten fließender Trio-Sonate e-Moll und dem brillanten Präludium und Fuge a- Moll. Dazwischen konnte man in den Liedvariationen über „Engelsche Fortuin“ von Jan Pieterszoon Sweelinck die Soloregister der Orgel genießen, wie auch in den vier Sätzen aus dem Orgelbüchlein von Pierre Du Mage französische Klangmuster.

Strahlende Fröhlichkeit sprach aus der Passacaglia von Johann Kaspar Kerll, während Georg Muffats Toccata quinta aus dem berühmten „Apparatus Musico-Organisticus“ in beschaulichere Ebenen führte.

Golonovs Orgelkonzert wirkte in diesem Meer von überschaubaren, mehr als bekannten barocken Klangbildern wie ein Fels in der Brandung. Wie ein expressiver Maler schwelgte Volostnov in schreienden Farben, die Orgel in sinfonischer Größe, die Dimensionen russischer Konzerte in der Tonsprache unserer Zeit!



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