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Pianistin Gesa Lücker beeindruckt mit musikalisch überragendem Konzert

Virtuoses Tastenfeuerwerk

Bad Pyrmont. Die dem Nachmittag Titel gebende „Spanische Rhapsodie“ von Franz Liszt bewahrte Gesa Lücker bis zum Schluss ihres vom Publikum begeistert aufgenommenen Konzertes auf. Doch das dafür angekündigte virtuose Feuerwerk nahm sie vor der Pause schon einmal vorweg. Denn mit drei Sonaten von Domenico Scarlatti bestätigte sie schon, was über diesen selbst gesagt worden war: „Es war, als ob zehn Mal hundert Teufel da gesessen wären, nie zuvor hat man ein derart hinreißendes Spiel gehört.“

veröffentlicht am 06.10.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 02:21 Uhr

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Autor:

Rudi Rudolph
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Und Gesa Lücker, die aus Braunschweig stammende Professorin für Klavier in Köln, machte dieser Beurteilung alle Ehre. Auch Scarlattis eigene Einschätzung, dass ihm die Natur ja zehn Finger gegeben hätte und er nicht einsehe, sie nicht zu gebrauchen, stellte sie glich unter Beweis. Filigranes Spiel, ein ungeheuer federleichter Anschlag und rasant wuchtige Passagen folgten aufeinander.

Da war der anschließende Schubert ein kompletter Stilwechsel. Die Sonate a-Moll D 784, deren drei Sätze die Pianistin als einen Ausflug in eine andere Welt bezeichnete, in der Franz Schubert große Gefühle zwischen Mystizität und Trauer, Tod und Leben gezeichnet habe, war ein kompromisslos aufs Wesentliche reduzierter Vortrag.

Bei Gesa Lücker hörte man auch mit den Augen. Kaum konnte der Blick ihren Fingern folgen, so meisterhaft flogen sie über die Tasten, da kam zum Hörgenuss auch das Erlebnis der großen technischen Virtuosität dazu. Das dramatisch zugespitzte Finale nach romantischer Hintergründigkeit, einer Volksmusik mit choralem Einschub und einer Flucht in die Vergänglichkeit beeindruckte die Zuhörer enorm.

Maurice Ravels „Pavane pour une infante défunte“ sowie seine „Alborada del gracioso“ bildete dann die Überleitung zum „spanischen Teil“ des Konzerts: Die „Suite Bergamasque“ von Claude Debussy, inspiriert von Paul Verlaine und mit dem 3. Satz, dem wohl weltweit am meisten gehörten Klavierwerk „Clair de Lune“, wie Gesa Lücker berichtete, leitete über zum Thema des Nachmittags.

Obwohl eine Steigerung kaum möglich schien, erreichte die Pianistin doch mit der „Spanischen Rhapsodie“ von Franz Liszt einen weiteren Höhepunkt virtuoser Themeninterpretation. Das aus dem spanischen Volkstanz „Jota“ und dem Thema „La Folia“ mit ähnlichen Wurzeln gefügte Musikstück zeigte sich zunächst schlicht, dann dramatisch. Und es dokumentierte anschaulich, warum es – wie viele von Liszts Werken – halsbrecherisch schwer ist. Das Publikum nötigte die Interpretin lautstark zu zwei Zugaben, von denen „um in der Folklore zu bleiben“ die „Ungarische Rhapsodie“ besonders herausragte.



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