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Geschickte Werkwochen-Teilnehmerinnen zeigen ihrer Mühen Lohn im Pyrmonter Ostheim

Viele bewundern die kunstvollen Fleißarbeiten

Bad Pyrmont (Hei). Wenn Janina Manka, Edith Kamenski und Teresa Kirzenkowska heute von Bad Pyrmont zurück nach Polen fahren, nehmen sie nicht nur handwerkliche Erfahrungen mit, sondern auch eine Tasche voll mit Garn und Stoffen, die man in ihrer Heimat nur schwer oder gar nicht kaufen kann. Sie brauchen dieses Material, um ihre Weißstickerei, die sie während der 55. Werkwoche im Pyrmonter Ostheim begonnen haben, zu vollenden.

veröffentlicht am 18.10.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 12:21 Uhr

Die eigens aus Polen angereiste Janina Manka (40) hat sich aufs
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„Erhalten und Gestalten“ lautete das Motto des volkskundlichen Seminars (PN vom Freitag), das wie seit vielen Jahren traditionelle Techniken und Motive ostpreußischer Handarbeiten vermittelte. 46 Teilnehmerinnen, so viel wie seit langem nicht mehr, waren diesmal dabei. Darunter auch sieben Frauen aus Polen. Sie gehören zu den ,,Gesellschaften der deutschen Minderheiten“,haben nach ihren eigenen Worten mit Politik nichts im Sinn, wollen aber das Brauchtum und die Volkskunst Ostpreußens lebendig halten. Einige haben das Handarbeiten bei ihren Müttern oder anderen älteren Verwandten gelernt, zum Teil sind sie durch Ausstellungen darauf gestoßen, die zum Beispiel in Olsztyn, dem früheren Allenstein, von der Landsmannschaft Ostpreußen organisiert werden.

Da alle, wenn auch teilweise gebrochen, Deutsch sprechen, war die Verständigung mit den anderen Frauen im Ostheim kein Problem. Und die Werkmeisterin der Abteilung Weißstickerei, Angelika Wiesner, zeigte sich ganz begeistert vom Arbeitseifer und der Sorgfalt, mit der die polnischen Teilnehmerinnen bei der Sache waren. Da das extrem feine Siebleinen und das spezielle Stickgarn für die Weißstickerei in Polen nicht zu bekommen ist, will die Werkleiterin demnächst ein Paket mit diesen Materialien nach Olsztyn schicken, wo die meisten der Frauen wohnen.

Wie immer endete die Werkwoche mit einer Ausstellung, die große Beachtung bei der Pyrmonter Bevölkerung fand. Viele Besucher begeisterten sich nicht nur an den schönen Stickarbeiten, den Webteppichen und den gestrickten typisch ostpreußischen „Handschkes“ (Handschuhen), sondern wollten auch wissen, wie sie hergestellt werden. Und die Werkleiterinnen weihten die Besucher in die Technik der Handarbeiten ein, setzten sich ans Spinnrad oder den Webstuhl und ließen die Stricknadeln klappern. Ein besonders kostbares Stück in der Schau war eine Tischdecke aus 90 Jahre altem Leinen, die eine Teilnehmerin mit Weißstickerei verziert hatte. Und bei aller Tradition hält auch die moderne Zeit Einzug in die Volkskunst. So hatte eine Frau in ihre Tasche auch ein Fach fürs Handy eingearbeitet.

Wandelbar: Annette Kirchner gefallen die Halbfinger-„Hand-
  • Wandelbar: Annette Kirchner gefallen die Halbfinger-„Hand-schkes“ mit Klapp-Kappe.
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Beim Blick auf die traditionellen Handarbeiten holt sich manche Besucherin der Ausstellung Anregungen fürs eigene Stricken, Sticken oder Nähen.

Fotos: Hei

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