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Pyrmont verliert eine Institution

Viel mehr als ein Barkeeper – zum Tod von Horst Jaeger

BAD PYRMONT. Wer Horst Jaeger in der vergangenen Woche traf und nach seinem Befinden fragte, den beschied er, wie immer, mit schelmischem Grinsen und markanter Reibeisenstimme: „Alles bestens!“ Am Samstag legte er beim Faschingsball im „Jaegerlatein“ noch auf. Am Sonntag ist Horst Jaeger völlig überraschend gestorben.

veröffentlicht am 27.02.2017 um 20:04 Uhr

Mit dem Gastronomie-Urgestein verliert die Kurstadt einen Mann, den man in ganz Deutschland und weltweit kannte. Als Gutelaune-Garant und kreativen Barkeeper.
Wer seiner Gesundheit zuliebe nach Bad Pyrmont kam, als die Reha noch Kur hieß, der kam am „Jaegerlatein“ schon nicht vorbei. Und so mancher wurde auf der Suche nach einem Schatten in der Kirchstraße fündig.
Auch jüngere Gäste lockt der Retro-Charme der Traditions-Bar bis heute. Davon zeugen aktuelle Eintragungen beim Internet-Portal „Trip-Advisor“ wie diese: „Horst weiß jede Stimmungsbremse aufzuheitern. Er kümmert sich um jeden Gast und ist immer für einen Spaß zu haben!“
Dass Horst Jaeger, der seine Laufbahn in der Kurstadt einst zusammen mit Otto Dohse in der „Palmenbar“ im Casino begann, zur Institution und Instanz wurde, hat aber noch andere Gründe. So mixte er sich mit zwei seiner Cocktails zum Vize-Weltmeister der „International Bartender Association“. An über 50 Wettbewerben nahm er insgesamt teil. Den „Goldenen Shaker“ als höchste Auszeichnung der deutschen Barkeeper-Union erhielt er 2011.
Zudem engagierte Jaeger sich 17 Jahre lang als Pyrmonter Vorsitzender im Deutschen Hotel- und Gaststättenverband Dehoga, dessen Ehrenvorsitzender er seit 2011 war. Sein Credo: „Bad Pyrmont hat viel zu bieten, wir müssen es nur besser verkaufen.“ Da, wo andere über ausbleibende Gäste klagten, beließ er es nicht beim Jammern. Er entwickelte immer wieder neue Ideen, um die Attraktivität der Kurstadt zu steigern. So initiierte den „Gourmet-Treff“ und holte Cocktailmeisterschaften, aber auch große Dehoga-Landestagungen ins Konzerthaus. Als er 2007 dem Nichtraucherschutz-Gesetz mit der Ausrufung seines Lokals zur Raucherbar begegnete, fing das ZDF die O-Töne bei ihm in Bad Pyrmont ein. Die Kandidatur des CDU-Mitglieds für einen Sitz im Stadtrat wurde indes nicht von Erfolg gekrönt.
Die Nachricht vom Tod Horst Jägers schockt viele Menschen. Denn der 80 Jahre alte Gastronom stand mitten im Leben. Und doch ging es nun fast so zu Ende, wie er sich das vorgestellt hatte: Er habe vor, mit einer Zigarre im Mund und einem guten Drink an der Bar zu sterben, sagte er einmal.
Jäger hinterlässt drei Söhne, Enkel und Urenkel.

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