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Verwirrendes Impf-Chaos im Grenzbezirk

Lügde (jhe). Dürfen Patienten aus Niedersachsen von nordrhein westfälischen Ärzten gegen die Schweinegrippe geimpft werden? Ja, sagen die Lügder Hausärzte Dr. Antje Ahrens und Dr. Bertel Berendes. Nein, meint die Leiterin des Gesundheitsamtes Lippe. Die Verwirrung ist groß im Grenzbezirk der beiden Bundesländer.

veröffentlicht am 03.11.2009 um 16:46 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 10:21 Uhr

impfung
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„Uns hat noch kein Arzt oder Patient gefragt“, sagt Renate Stolze. Die Leiterin des Gesundheitsamtes gibt aber zu, nicht genau über die Regelung informiert zu sein. Zu viele Einzelfragen bezüglich Abrechnung, Nebenwirkungen oder Bestellungen seien im Rahmen der Impfaktion aufgetaucht, so dass sich wohl niemand über die Grenzregion-Problematik Gedanken gemacht habe, meint Stolze.
 Da ist das Gesundheitsministerium Düsseldorf allerdings anderer Meinung: „Es gab landesweit engste Kooperationen zwischen dem Ministerium und den Gesundheitsämtern“, sagt ein Sprecher. Stets sei der Standpunkt der Landesregierung klar gewesen, dass in Nordrhein Westfalen niemand wieder nach Hause geschickt werde, der sich impfen lassen wolle. „Sogar Diplomaten, die nur wenige Minuten in Nordhrein Westfalen sind, können sich hier impfen lassen.“

Renate Stolze weiß, dass seit Beginn dieser Woche die Nachfrage schlagartig angestiegen ist. Das kann auch Dr. Bertel Berendes, der am 13. November mit den Impfungen beginnen will, bestätigen. „Man kann es schon fast als Hysterie bezeichnen“, sagt der Lügder Hausarzt. Schlagartig habe sich die Akzeptanz um 180 Grad gedreht. „Leute, die vor einer Woche die Impfung noch strikt abgelehnt haben, wollen nun am liebsten schon gestern geimpft worden sein.“

Auch die Praxis von Dr. Antje Ahrens wird von Impf-Willigen gestürmt. „Wir haben ganz viele Nachfragen und kommen kaum hinterher.“ 30 Patienten wurden gestern geimpft, zehn weitere haben einen Termin für Donnerstag und knapp 70 Patienten stehen auf der Warteliste. Als eine der ersten ließ sich gestern Katrin Brinkmeier die Spritze geben. Sie arbeitet in einer Zahnarztpraxis und hat täglich mit vielen Menschen zu tun. „Für mich ist es mit der Impfung sicherer. Vor allem da auch die Nebenwirkungen nur gering eingeschätzt werden“, sagt sie.

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