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Immobilieneigentümer hat eine Idee

Verschwinden die Warnschilder an Bad Pyrmonts Altenauplatz?

BAD PYRMONT. Dienstag vor einer Woche, 13.44 Uhr: Deutschlandweit mehr als 800 000 TV-Zuschauer sehen das Mittagsmagazin im ZDF – und den Beitrag „Deutschland ist spitze“ mit Bad Pyrmont im Fokus. Dem Image der Kurstadt dürfte der Film kaum geschadet haben – hätte die Kamera nicht auf eine neongelbe Warntafel am Altenauplatz gehalten.

veröffentlicht am 13.11.2017 um 22:23 Uhr

Das große Warnschild am einstigen „Kurhaus am Park“ war vor einer Woche in Großaufnahme im ZDF-Mittagsmagazin zu sehen. Nachdem Kurdirektor Maik Fischer ihn auf die Tafeln angesprochen hat, überlegt Eigentümer Dieter Hilpert nun, die abnehmen zu lass
Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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„Betreten verboten! Einsturzgefahr!“ ist seit Mai 2016 auf den Tafeln zu lesen. Eingestürzt sind die Häuser allerdings noch nicht.

Ähnliche Warnschilder bringen normalerweise Städte aus Sicherheitsgründen an, wenn ein Besitzer sich nicht kümmert und von einer Immobilie eine Gefährdung der Umgebung ausgeht.

Doch in Bad Pyrmont war es anders: Hier ließ der Eigentümer der beiden denkmalgeschützten ehemaligen Pensionen „Kurhaus am Park“ und „Haus Rieth“ aus dem 18. Jahrhundert die Schilder sowie eine Tafel mit den Namen der Unterzeichner einer kritischen Eingabe an die Stadtverwaltung zu seinem Neubauvorhaben dort installieren. Durch die Behauptung, die Pyrmonter hätten sein Bauvorhaben verhindert, brachte Dieter Hilpert auf eigenwillige Weise seinen Protest darüber zum Ausdruck, dass die Planungen für das von ihm an diese Stelle gewünschte „Palais“ stockten.

Der Pranger wurde damals aus Datenschutzgründen nach einer Woche zumindest teilweise überklebt und Anfang dieses Jahres schließlich ganz entfernt. Die Neon-Tafeln indes hängen noch immer vor den Balkonen. „Aber es kann sein, dass ich sie demnächst abbauen lasse“, sagte Dieter Hilpert am Montag auf Anfrage unserer Zeitung. „Jeder, der es wissen sollte, weiß es.“ Die Botschaft der Schilder sei wahr. Aber dem Erscheinungsbild Bad Pyrmonts täten sie nicht gut, da habe Kurdirektor Maik Fischer recht.

Mit Blick auf die Schilder hatte der Pyrmonter Kommunalpolitiker Willi Waidelich (Linke) schon 2016 von einer „Manipulation der öffentlichen Meinung“ gesprochen. Da hatte die Stadt ihm auf Anfrage schriftlich gegeben, dass von den Häusern keine Gefahr ausgehe. Eine Veranlassung zum Handeln leitete daraus im Rathaus jedoch niemand ab.

Und was wird nun aus den beiden historischen Gebäuden? Was ist dran an dem Gerücht, dass Hilpert seinen Palais-Traum aufgegeben und das Areal zum Bau eines Schulungszentrums an den Elektronik-Hersteller Phoenix Contact verkauft haben soll?

„Gar nichts“, sagt der Lügder Kastenmöbel-Importeur (Bega-Gruppe). „Ich habe weder verkauft noch plane ich etwas mit Phoenix Contact.“

Dessen Unternehmenssprecherin Eva von der Weppen hat von solchen Plänen bisher nichts gehört: „Mir ist kein Bauvorhaben in Bad Pyrmont bekannt“, sagte sie.

Dass sich auch drei Jahre nach dem Kauf der beiden Altenauplatz-Häuser nichts Sichtbares getan habe, belaste ihn schon, sagte Dieter Hilpert. Aber er habe durchaus noch etwas dort vor und auch bereits eine Idee, so der Unternehmer. „Die beiden Dinger werden abgerissen, und es wird etwas Neues geschehen“, sagte er über die zwei ehemaligen Pensionen hinter dem mit alten Fotos historischer Gebäude verzierten Bauzaun. Und er stellte in Aussicht: „Es werden keine Dauerruinen bleiben.“ Er habe den Ehrgeiz, „das nicht als ewige Hinterlassenschaft stehenzulassen“. Er gehe davon aus, dass die nötigen Entscheidungen noch in diesem Jahr getroffen würden. Mehr mochte Hilpert dazu nicht sagen, da an dieser Stelle auch der Denkmalschutz sein Okay geben müsse. „Da bleibt immer ein gewisses Restrisiko.“

Und wie blickt man im Rathaus auf das Thema? „Es gibt nichts Neues“, sagte Bürgermeister Blome am Dienstag. „Wir hatten vor 4, 5 Monaten ein Gespräch mit jemandem, der Interesse hatte. Aber dann haben wir nichts mehr gehört.“ Er werde sich im Bauamt nach dem aktuellen Stand erkundigen und sich dann wieder melden. Bis Redaktionsschluss kam es nicht dazu.

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