weather-image
100 Jahre nach Ende des I. Weltkrieges: Größere Teilnehmerzahl zum Gedenken am Volkstrauertag

Versammelt, um zu lernen

BAD PYRMONT. War es der Jahrestag anlässlich der 100 Jahre Ende des Ersten Weltkrieges oder das sonnig winterliche Wetter? Es hatte sich eine deutlich größere Anzahl von Teilnehmern mit Blick auf das Ehrenmal vor dem Pyrmonter Schloss versammelt. Sie konnten auch eine Gedenkveranstaltung mit etwas abgewandelter Choreografie erleben.

veröffentlicht am 18.11.2018 um 19:59 Uhr
aktualisiert am 18.11.2018 um 21:20 Uhr

Eine der Rednerinnen bei der Zeremonie: Monique Schulz von der Deutsch-Französischen Gesellschaft Hameln. Foto: ti
Avatar2

Autor

Klaus Titze Reporter
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

So hatte der Bad Pyrmonter Repräsentant der Deutschen Kriegsgräberfürsorge, Helmut Eichmann, neben den bereits des Öfteren anwesend gewesenen Vertretern aus der nahe Moskau gelegenen Stadt Chimki auch Vertreter der Deutsch-Französischen Gesellschaft aus Hameln zu der Gedenkveranstaltung am Volkstrauertag eingeladen.

Und beide Gruppierungen gestalteten die Zeremonie mit. Dabei verband Waldemar Anzukov aus Chimki insbesondere seine Worte mit der Friedensinitiative zwischen Chimki und Bad Pyrmont sowie mit dem Erreichen seiner Stadt von deutschen Soldaten, als sie im Winter 1941 versuchten Moskau einzunehmen. Zu Eichmanns Überraschung sang Anna Stutz ein Lied russischer Soldaten in ihrer Muttersprache.

Es war Monique Schulz, Vize-Präsidentin der Deutsch-Französischen Gesellschaft Hameln, die mit ihren Worten auf die Schrecken des I. Weltkrieges Bezug nahm. Nahezu in jeder Familie erhoffte man, dass der Ehemann, Bruder, Vater oder Schwager aus diesem grausamen Gemetzel heimkehren werde. Dabei trugen die Zahlen hinter den Gefallenen, Verwundeten, Hinterbliebenen und Waisen stets die Größenordnung Millionen. „Nach den Tränen der Toten fielen die Tränen der Hinterbliebenen.“

Sie war mit einer kleinen Gruppe aus der Hamelner Gesellschaft zu der Zeremonie erschienen. Und in Gesprächen mit den Mitgliedern erwies sich schnell, dass fast jeder irgendwie aus familiären Erlebnissen zu berichten wusste. Da war es der Großvater, der in Verdun gefallen ist, und mit französischen Soldaten in einem gemeinsamen Grab seine letzte Ruhestätte fand, oder eigenes Erleben beim Besuch der Schlachtfelder auf französischer Seite. So zeigte sich unter anderem Uwe Fanio, Präsident der Deutsch-Französischen Gesellschaft Hameln, immer noch beeindruckt von seinem Besuch in Metz, wo selbst noch den Gefallenen des Krieges von 1871 gedacht werde.

Dort würden große Soldatenfriedhöfe existieren, in denen die damals sich verfeindet gegenüberstehenden Soldaten gemeinsam begraben worden seien. „Es ist dieses gemeinsam erlittene Schicksal, das uns in Europa eint und dessen Erinnerung und Mahnung nach der zweiten kriegerischen Katastrophe bis heute den Frieden brachte. Es ist deshalb insbesondere für die junge nachwachsende Generation wichtig, die Erinnerung an diese schrecklichen Geschehnisse wach zu halten,“ sagt Monique Schulz.

So traf es auch Pastorin Bettina Burkhardt, unter Hinweis auf annähernd 400 weltweite Konflikte gerade die Jugend daran zu erinnern, dass man hier versammelt sei, um zu lernen. Dabei klagte sie hervorgehoben unsere Gesellschaft an, die es zulasse, dass trotz aller schrecklichen Erfahrungen mit Kriegen Deutschland Waffen in die Länder exportiere, in denen Krieg herrsche.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt