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Verfassungsbeschwerde gegen mildes Urteil im Fall Diana Webel

Bad Pyrmont (ube). Mit dem gewaltsamen Tod der Pyrmonterin Diana Webel (21), die am 4. Juli von ihrem Freund Sven S. (20) gewürgt und mit 30 Messerstichen in Hals und Herzgegend getötet wurde, wird sich das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe beschäftigen. Die Eltern des Opfers haben am späten Montagabend Verfassungsbeschwerde erhoben. Auch die Staatsanwaltschaft Hannover ist mit dem Richterspruch nicht zufrieden – sie hat Revision eingelegt.

veröffentlicht am 11.01.2012 um 22:00 Uhr
aktualisiert am 04.11.2016 um 06:41 Uhr

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Bad Pyrmont (ube). Mit dem gewaltsamen Tod der Pyrmonterin Diana Webel (21), die am 4. Juli von ihrem Freund Sven S. (20) gewürgt und mit 30 Messerstichen in Hals und Herzgegend getötet wurde, wird sich das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe beschäftigen. Die Eltern des Opfers haben am späten Montagabend Verfassungsbeschwerde erhoben. Auch die Staatsanwaltschaft Hannover ist mit dem Richterspruch nicht zufrieden – sie hat Revision eingelegt. 

Drei Richter und zwei Schöffen hatten den Täter Sven S. (20) am 7. Dezember wegen Totschlags, gefährlicher Körperverletzung und Störung der Totenruhe zu einer Jugendstrafe von sechseinhalb Jahren verurteilt. Wäre Sven S. nach dem Erwachsenenstrafrecht verurteilt worden, hätte die Kammer Totschlag in einem minderschweren Fall angenommen – wegen „Reizung zum Zorn“ sagte, der Vorsitzende Richter Volker Löhr während der mündlichen Urteilsbegründung.

Sven S. hatte nicht nur gestanden, seine Freundin in der gemeinsamen Wohnung an der Südstraße in Bad Pyrmont umgebracht zu haben. Er räumte auch ein, mit der Leiche Geschlechtsverkehr ausgeübt zu haben.

Diana Webels Grab auf dem Oesdorfer Friedhof: Die junge Frau wurde im Alter von 21 Jahren getötet.

Die Annahme, es habe sich um einen minderschweren Fall des Totschlags gehandelt, „verletzt die Würde und das allgemeine Persönlichkeitsrecht der Eltern und postmortal auch die gleichen Rechte des Opfers“, meint Anwalt Roman von Alvensleben. Die Begründung sei angesichts des „menschenverachtenden“ Vorgehens des Täters „abwegig“. Die richterliche Entscheidung nennt von Alvensleben, der die Eltern als Nebenklage-Anwalt bereits vor und während des Prozesses betreut hat, „verfassungswidrig“. Sie verstoße gegen das Grundgesetz. Deshalb hat er am 9. Januar eine Verfassungsbeschwerde eingereicht.

Auch die Staatsanwaltschaft Hannover, die wie die Verteidigung acht Jahre Jugendstrafe beantragt hatte, ist mit dem Richterspruch nicht zufrieden und hat dagegen Rechtsmittel eingelegt. „Das Strafmaß ist zu niedrig“, sagt Oberstaatsanwältin Irene Silinger. Man warte nun die schriftliche Urteilsbegründung ab und werde dann entscheiden, ob die Revision durchgeführt werden soll. Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe müsste dann das Urteil der Jugendkammer 1 auf Rechtsfehler untersuchen.



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