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Vorstände der vier evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden beschließen Fusion zum 1. Juli

Unter einem Dach

Bad Pyrmont. Die Fusion der vier evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden in Bad Pyrmont ist perfekt. „Alle Kirchenvorstände haben die entsprechende Vereinbarung beschlossen, die zum 1. Juli in Kraft treten soll“, bestätigte die Vorsitzende des Kirchengemeindeverbandes Bad Pyrmont, Pastorin Jutta Ostermann, auf Anfrage dieser Zeitung. Damit ist ein mehrjähriger nicht immer einfacher Prozess zu Ende gegangen, der auch von Verlustängsten in den Gemeinden bestimmt war, denn ursprünglich sollte diese Entscheidung schon im vergangenen Jahr fallen. Der Name der neuen Gemeinde lautet „Ev.-luth. Kirchengemeinde Bad Pyrmont“.

veröffentlicht am 25.04.2016 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 24.01.2019 um 15:02 Uhr

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Hans-Ulrich Kilian

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Hans-Ulrich Kilian Redaktionsleiter Bad Pyrmont zur Autorenseite
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Die Stadtkirchengemeinde Christuskirche, die St. Johannes-Kirchengemeinde Holzhausen-Hagen, die St. Petri Gemeinde Oesdorf und die Paulus-Kirchengemeinde Neersen rücken vor dem Hintergrund gewaltiger Verluste zusammen. Seit 2001 haben alle vier Gemeinden zusammen mehr als 2200 Mitglieder verloren. Heute zählt der Kirchengemeindeverband noch 8800 Christen. Je größer eine Gemeinde, umso mehr Geld bekommt sie von der Landeskirche. Eine Pastorenstelle an der Stadtkirche ist zum Jahreswechsel weggefallen, Jutta Ostermann teilt sich die Arbeit mit den Pastorinnen Bettina Burkhardt und Ira Weidner.

„Die Stadtkirche und Neersen waren die treibenden Kräfte in den Fusionverhandlungen“, berichtet Ostermann, denn beide hatten in der Vergangenheit große Verluste zu verkraften. „Natürlich wäre allen am liebsten gewesen, es wäre alles so geblieben, wie es ist, aber durch die Streichung der Pfarrstelle sind wir in eine echte Notlage gekommen“, so die Geistliche. Der Kirchenkreis denkt nicht mehr in Gemeinden sondern nur noch in Regionen und geht selber mit gutem Beispiel voran, denn just ist der Zusammenschluss mit Holzminden beschlossen worden. „Bei den Verhandlungen ist ganz viel Vertrauen entstanden und die Gemeinden sind ein gutes Stück zusammengewachsen“, so Ostermann. „Die größten Vorbehalte hat es gegeben, weil die Gemeinden Angst vor der Veränderung hatten und die Sorge, etwas abgeben zu müssen“, ergänzt ihre Kollegin Weidner.

Konkreter ausgedrückt ging es um die Sorge, die Hoheit über die eigenen Finanzen zu verlieren und dass die kleinteilige Gemeindearbeit vor Ort, die letztlich das Gemeindeleben ausmacht, leiden könnte. Grund- und Kapitalvermögen gehen auf die fusionierte Gemeinde über, Personalkosten- und Baurücklagen der Landeskirche ebenfalls. „Aber die zweckgebundenen Zuweisungen und Rücklagen bleiben vor Ort“, unterstreicht Ostermann, denn: „Der Spenderwille ist heilig.“ Geregelt werden muss noch, was mit den einzelnen Stiftungen, die jede Gemeinde hat, geschieht.

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Weniger Gottesdienste

Die Arbeit der Pastorinnen in der Gemeinde soll möglichst wenig leiden, dafür wird die Zahl der Gottesdienste überall reduziert. In der Stadtkirche wird das mit einem monatlichen Gottesdienst ausgeglichen, der gemeinsamen mit der reformierten Gemeinde gefeiert wird. „Und in regionalen Gottesdiensten werden wir uns besser kennenlernen“, verspricht Pastorin Ostermann.

Bis zur nächsten Kirchenvorstandswahl in zwei Jahren bilden alle Kirchenvorstände ein großes gemeinsames Führungsgremium, dass danach aus 15 Kirchenvorstehern besteht. Die Wahlbezirke orientieren sich an den bisherigen Gemeinden.

Auch unter arbeitsrechtlicher Sicht musste die Fusion beraten werden. „Alle 14 Mitarbeiter behalten ihren Arbeitsplatz und ihre Stellenbeschreibung, sie haben mit der künftigen Gemeinde im Zuge eines Betriebsübergangs lediglich einen neuen Arbeitgeber.

Unverändert bleiben laut Ostermann die Seelsorgebezirke. „Lediglich Holzhausen als größte Gemeinde hat einige Straßenzüge an die Stadtkirche abgegeben.“ Holzhausens Pastorin Weidner, die erst im Februar dazugestoßen ist, kann damit umgehen. „Wir sind zukünftig überall zu Hause.“

Und auch Bad Pyrmont kann mit der beschlossenen Fusion umgehen. Die ist Anfang April vom Kultusministerium gebeten worden, sich dazu zu äußern. „Natürlich haben wir keine Einwände, wie könnten wir“, sagt Bürgermeister Klaus Blome, der die Bitte zur Stellungnahme dem Verwaltungsausschuss vorgetragen hat.



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