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Boot kentert / Kind und Jugendlicher gerettet / 26-Jähriger vermisst / Ersthelfer auf Intensivstation

Unglück auf der Emmer – Mann geht unter

Bad Pyrmont/Lügde. Es ist 15.08 Uhr als der Spaziergänger (45), der mit seinem Hund an den überschwemmten Emmerwiesen in Höhe des Berufsförderungswerks unterwegs ist, Hilferufe hört. Sie kommen aus dem Wasser. Der 45-Jährige sieht, dass sich zwei Personen an irgendetwas festklammern. Dann erfassen seine Augen einen dunklen Punkt im Fluss – es ist ein Mann, der von der starken Strömung mitgerissen wird. Der 45-Jährige zögert keine Sekunde – er ist Feuerwehrmann und Rettungsassistent, er will helfen, springt in die eisigen Fluten. Der Ersthelfer schwimmt 300 bis 400 Meter weit, doch seine Hilfe kommt zu spät: Vor seinen Augen geht der Mann unter. Der mutige Pyrmonter hat Mühe, wieder ans Ufer zu kommen. Erst jetzt merkt er, dass er in Lebensgefahr schwebt.

veröffentlicht am 09.01.2011 um 21:27 Uhr
aktualisiert am 04.11.2016 um 21:41 Uhr

Einsatz an den Emmerwiesen: Ein Feuerwehrmann bringt die beiden unterkühlten Minderjährigen zum Notarztwagen.  Fotos: ube / ein

Autor:

Ulrich Behmann
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Inzwischen ist eine groß angelegte Suchaktion im Gange. Die Pyrmonter Feuerwehr nimmt am Gondelteich zwei Boote der Stadtwerke auf, die Feuerwehr Kirchohsen bringt zusätzlich ein Schlauchboot zur Emmerstraße, wo sich die Rettungskräfte treffen. Unterstützung kommt aus Lügde und Lemgo. Strömungstaucher sind unterwegs, in Hannover-Langenhagen ist Polizeihubschrauber „Phönix 95“ gestartet. Stadtbrandmeister Jürgen Bitterling lässt auch die Feuerwehren Löwensen, Thal und Holzhausen alarmieren. Alle Brücken sollen mit Freiwilligen besetzt werden. „Die Boote zu Wasser zu lassen, ist keine gute Idee“, meint Bitterling. Das wäre viel zu gefährlich für die Retter. Auf der ausgeuferten Emmer wüsste auch niemand, wo genau er langfahren soll. Der Flusslauf ist nicht mehr zu erkennen. Weidezäune mit Stacheldraht lauern unter der Wasseroberfläche, Baumstämme treiben im Fluss.

Es spricht sich herum: Ein 26-Jähriger, der von Lügde nach Bad Pyrmont gezogen ist, sein Bruder (17) aus Lügde und ein Zwölfjähriger aus Bad Pyrmont haben am Nachmittag an der Siemensstraße in Lügde ein Kajak zu Wasser gelassen. Damit sind sie zu einer Tour auf der Hochwasser führenden Emmer aufgebrochen. Das Boot soll gegen einen Baumstumpf geprallt und gekentert sein.

Feuerwehrleute haben die stark zitternden Minderjährigen gefunden, sie geben ihnen Wolldecken, rufen Rettungswagen herbei. Auch der Ersthelfer liegt in einem Notarztwagen. Er ist unterkühlt, muss später auf der Intensivstation behandelt werden. Für ihn und die beiden Schiffbrüchigen werden kurz darauf zwei Notfallseelsorger angefordert.

3 Bilder
In Holzhausen: Ein Rettungswagen fährt auf einem überfluteten Weg zur Klinik. Die Sanis haben den unterkühlten Ersthelfer an Bord.

Der Leitende Notarzt Dr. Jörg Meckelburg trifft ein, er unterstützt seinen Kollegen Dr. Peter Venghaus.

Als der Vater der Brüder hört, was passiert ist, bricht er weinend zusammen. Auch er wird in die Klinik gefahren.

Die Piloten des Polizeihubschraubers „Phönix“ suchen die Emmer mit einer Wärmebildkamera ein. Um 18.15 Uhr wird die groß angelegte Suchaktion wegen der Dunkelheit abgebrochen. Heute will die Polizei erneut einen Helikopter einsetzen.

Bis Einbruch der Dunkelheit sucht die Besatzung des Polizeihubschraubers „Phönix 95“ an der Emmer nach dem Vermissten – ohne Erfolg.



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