weather-image
23°

Rätselraten: Wer hat das Asbest-haltige Dach der Elbrinxer Grundschule abgedeckt?

Und keiner will‘s gewesen sein

Elbrinxen. Da staunten die Kinder und einige Eltern nicht schlecht: Eines Montags im Februar lag plötzlich ein Stapel großer, weißer Beutel direkt vor der Eingangstür der Elbrinxer Grundschule. Ein bisschen zugeschneit und ein bisschen wie bestellt und nicht abgeholt. Nur, dass niemand so etwas bestellen würde. Denn auf den Beuteln stand „Achtung Enthält Asbest“. Und drinnen fand sich ein Teil der Dachplatten von dem für Elbrinxens Krippenneubau abzureißenden Schultrakt.

veröffentlicht am 05.03.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 17.01.2017 um 16:03 Uhr

270_008_6236789_pn301_0503_5sp_pr_GS_Elbrinxen_937.jpg
Juliane Lehmann

Autor

Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Immerhin: Inzwischen liegen die Säcke mit dem nachweislich Krebs erzeugenden Inhalt nicht mehr frei zugänglich vor der Schultür, sondern von einem Bauzaun umgeben zwischen zwei Teilen des alten Schulbaus. „Im Zuge des Abbruchs wird das mit entsorgt“, sagt Thorsten Märk von der Rischenauer Firma Müller-Bau. Sie verantwortet das geplante Krippen-Bauprojekt.

Was sich der Bauleiter aber absolut nicht erklären kann: „Wir haben das Dach nicht abgedeckt und die Säcke nicht vor der Schule abgelegt“, betont er. „Und wir haben auch niemanden damit beauftragt. Das ist nicht über uns gelaufen.“ Zum mutmaßlichen Zeitpunkt der Dachabdeckung habe die Abriss-Bewilligung durch den Kreis Lippe auch noch gar nicht vorgelegen.

Die Asbestentsorgung vergebe Müller-Bau grundsätzlich an Spezialfirmen – ganz so, wie es den Eltern mitgeteilt worden war. Die hatten nämlich neulich einen Brief aus Rischenau bekommen. Darin wurde ihnen unter anderem versichert, die Faserasbestplatten würden „mit größtmöglicher Vorsicht“ demontiert. Zudem kündigte das Unternehmen an, darauf hinwirken zu wollen, die Arbeiten „größtmöglich außerhalb der Schulzeit durchführen zu lassen“. Das Schreiben schließt mit dem Satz: „Sie können deshalb davon ausgehen, dass eine gesundheitliche Beeinträchtigung Ihrer Kinder weitestgehend ausgeschlossen ist.“

2 Bilder
Vor gut einer Woche lagen die Säcke mit den asbesthaltigen Dachplatten noch vor dem Grundschuleingang. pr

Als bei Müller-Bau die ersten Anrufe eingingen waren, platzierte das Unternehmen die Säcke laut Thorsten Märk um und stellte den Bauzaun auf. „So etwas gehört nicht an den Schuleingang“, betont der Bauleiter. Abgesehen davon müsse eine Asbestentsorgung angemeldet werden. Da Müller-Bau inzwischen den Vorbescheid über die Abrissgenehmigung vom Kreis Lippe erhalten habe, werde man jetzt, wie geplant, ein kompetentes Abbruchunternehmen beauftragen.

„Ich habe den stillen Verdacht, dass da etwas nicht so läuft, wie es sollte“, hatte die anonyme Elbrinxerin gemeint, die den Pyrmonter Nachrichten die Aufnahme einer Sack-Füllaktion vom vergangenen Freitag (Foto oben) zuspielte. Das sieht Thorsten Märk wohl nicht so ganz anders. Aber den Urheber der verfrühten Demontage hat er bisher nicht ermitteln können. „Wir sind erst angerufen worden, als die Platten schon vom Dach waren.“

Dass die Arbeiten, wie es am Anfang des Eltern-Briefes heißt, „in enger Abstimmung mit der Stadt Lügde erfolgen“, scheint im Moment nicht wirklich zuzutreffen. Im Lügder Rathaus sagt Bauamtsleiter Günter Loges: „Wir wissen nicht, wer das war. Von uns war das keiner.“ Immerhin aber seien die Platten in den Säcken ordnungsgemäß verpackt worden, und die Eltern müssten sich keine Sorgen machen. Diese Auffassung teilt Bauleiter Märk. „Das ist jetzt weniger gefährlich als vorher.“

Dass Mitarbeiter des Lügder Bauhofes am vergangenen Freitagvormittag in Elbrinxen tätig waren, scheint offensichtlich. Das Foto belegt, wie ein Mundschutz-tragender Mann ein Eternit-Teil zu einem der Säcke trägt. Auf der Ladefläche des Stadt-eigenen Klein-Lkw ist sein Kollege zu sehen.

Mit der Dachabdeckung aber hat nach Auskunft seines Leiters Uwe Rinsche auch Lügdes Bauhof nichts zu tun. Seine Leute seien am Freitag nur vor Ort gewesen, „weil wir ein bisschen was dazugepackt haben, damit es ordnungsgemäß entsorgt wird“, so Rinsche gegenüber den PN. „Das waren ein paar kleine Reste, die wir noch auf dem Bauhof hatten.“

Thorsten Märk will nun weiter nach dem Urheber der Aktion forschen. Denn: „Es wäre schon interessant, zu erfahren, wer das gewesen ist.“



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?