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Und ewig lockt das Weib: Bulle versinkt im Schlamm

Von Juliane Lehmann

Bad Pyrmont. Dass er bis in den frühen Abend hinein fast eine Stunde lang nur in Unterhose und T-Shirt durch den Emmer-Schlamm waten würde, hätte sich Dirk Steinhage ein paar Stunden zuvor nicht träumen lassen. Aber ein guter Bauer lässt eben kaum etwas unversucht, um sein teures Vieh zu retten. Auch Anfang November nicht.
 Was den Holzhäuser Landwirt am frühen Mittwochabend in den Fluss trieb, war sein

veröffentlicht am 04.11.2010 um 19:43 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 00:41 Uhr

Samedi
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Von Juliane Lehmann

Bad Pyrmont. Dass er bis in den frühen Abend hinein fast eine Stunde lang nur in Unterhose und T-Shirt durch den Emmer-Schlamm waten würde, hätte sich Dirk Steinhage ein paar Stunden zuvor nicht träumen lassen. Aber ein guter Bauer lässt eben kaum etwas unversucht, um sein teures Vieh zu retten. Auch Anfang November nicht.


 Was den Holzhäuser Landwirt am Mittwoch in den Fluss trieb, war sein Zuchtbulle „Samedi“. Der war am Nachmittag dort baden gegangen, wohl weil es ihn zu den Kühen am anderen Ufer zog. Pech für das tonnenschwere Tier: Der Schlamm dort war so tief, dass er bis zum Bauch darin versank und aus eigener Kraft nicht mehr vom Fleck kam.
 Dirk Steinhage merkte bald, dass er sein knapp zehn Jahre altes Charolais-Rind nicht ohne fremde Hilfe würde befreien können und rief seine Feuerwehr-Kameraden zu Hilfe. 

 Die Rettung nahte fast eineinhalb Stunden nach Beginn des Einsatzes: Bei mittlerweile völliger Dunkelheit rückte ein von den Freiwilligen organisierter Bagger der Baufirma Opitz von der relativ nahen Aldi-Baustelle auf der Schanze an. Denn den Helfern stellte sich ein logistisches Problem: Um den 1300 Kilo schweren Bullen aus dem Wasser zu heben, musste ein Fahrzeug her, das dem Gewicht gewachsen war, ohne von der leicht abschüssigen Wiese vielleicht selbst in die Emmer zu kippen.
 Doch dann ging alles ganz schnell: Samedi bekam Rückengurte angelegt und wurde an einer Stahlkette senkrecht aus dem Schlamm gezogen. Erfreulich: Der Zuchtbulle überstand die Strapaze unbeschadet. Nachdem er ans Ufer geschwebt und auf der Wiese abgesetzt worden war, trabte Samedi an der Seite von Dirk Steinhage gemächlich davon.
 Für die fast 20 Freiwilligen der Holzhäuser Feuerwehr war es indes nicht der letzte Einsatz des Tages: Nach kurzem Zwischenstopp im Feuerwehrhaus ging’s gleich weiter zur Kursana-Residenz. Dort hatte sich eine Frau Essen gekocht und dabei alle Herdplatten eingeschaltet. Auf einer der Platten abgelegte Küchenutensilien waren geschmolzen. Die Feuerwehrleute entfernten die Sachen, brachten sie ins Freie und warfen ihren Hochleistungslüfter an, um den Qualm zu vertreiben. „Die alte Dame nahm die Sache gelassen und aß in aller Ruhe zu Ende“, berichtete Maik Gödeke hinterher.

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