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Förderverein Löwensen will sich des mystischen Brunnens annehmen

Uhlenbrunnen soll aufgepeppt werden

Löwensen. Da steckten drei ältere Damen ihre Köpfe zusammen und ihr Flüstern ging alsbald in ein gemeinsames Kichern über, als Dr. Wilhelm Hothan vom Förderverein Löwensen historisches Geschehen um den 1950 von der Stadt gefassten und 1987 erneuerten Löwenser Uhlenbrunnen ansprach. Schien er doch mit seiner Schilderung eines alten Osterbrauchs die Frauen an eigenes Erleben in ihrer Jugendzeit erinnert zu haben. Demnach schlichen sich die Jungen und Mädchen der Löwenser Jugend in der Nacht zum Osterfest zum Uhlenbrunnen, um sich „Osterwasser“ zu holen.

veröffentlicht am 05.04.2016 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 10:35 Uhr

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Autor:

Klaus Titze
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Wer beim Osterwassertragen das absolute Schweigegebot befolgte, durfte darauf hoffen, durch den Trank des Wassers gesund zu bleiben. Hier hätte der Zuhörer eher anhand der Geschlechterbeteiligung vermutet, dass diese Schweigedisziplin die Chancen auf eine Braut oder einen Bräutigam erhöhte. Doch für zukünftige Hochzeiten scheint die Quelle den Überlieferungen nach nicht geeignet gewesen zu sein. Dafür soll das Osterwasser allerdings Schönheit versprochen haben, sofern man sich damit wusch. Jedenfalls führte man das monatelange Frischbleiben des Osterwassers auf mystische Kräfte zurück.

Die Idee des Fördervereins-Vorstandes ist nun, eben diesen Brauch und einige zusätzliche Informationen über die Quelle auf eine Tafel zu bringen, um die Bedeutung des Brunnens für den Ort wieder ins Blickfeld zu rücken. Dazu soll auch eine gründliche Reinigung der Brunnenanlage beitragen, um das gesamte Ensemble ansehnlicher ausschauen zu lassen. Ob dann Löwenser auch wieder den Brauch aufleben lassen, werde man interessiert beobachten.

Allerdings dürfte das Trinken des Wassers nicht unbedingt Gesundheit gewährleisten, denn das mineralisierte, sulfathaltige Quellwasser wird nicht ständig kontrolliert. Daher ist der Brunnen auch nicht als staatlich anerkannte Quelle ausgewiesen. Ein Schild warnt neugierige Zeitgenossen an dem Gemäuer, dass sich die Quelle nicht als Trinkwasser eignet.

Aber vielleicht geht dann mit dem zur Osternacht geschöpften Wasser doch wenigstens der Wunsch nach Schönheit in Erfüllung.



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