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Stadtsparkassenvorstände zufrieden

Trump und Brexit überstanden

BAD PYRMONT. Die Vorstände der Stadtsparkasse Bad Pyrmont, Martin Lauffer und Jens Veneman, haben sich mit dem Geschäftsjahr 2016 „äußerst zufrieden“ gezeigt. Die Bilanzsumme stieg auf 511 Millionen Euro, der Bilanzgewinn auf 1,3 Millionen Euro. Die Turbulenzen um Donald Trump und den Brexit wurden gut überstanden.

veröffentlicht am 11.04.2017 um 17:12 Uhr
aktualisiert am 29.05.2017 um 17:28 Uhr

Jens Veneman (links) und Martin Lauffer bilden den Vorstand der Stadtsparkasse Bad Pyrmont. Foto: uk
Hans-Ulrich Kilian

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Hans-Ulrich Kilian Redaktionsleiter Bad Pyrmont zur Autorenseite
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Was hat die Stadtsparkasse Bad Pyrmont mit dem Brexit und Donald Trump zu tun? Sehr viel, denn das Ausscheiden Groß Britanniens aus der EU und die Wahl des Amerikaners zum US-Präsidenten haben Marktunruhen ausgelöst, auf die sich die Banker im Vorfeld einstellen mussten und eingestellt haben. „Wir haben diese einschneidenden Ereignisse gut überstanden“, berichtete am Dienstag Sparkassenvorstand Martin Lauffer bei der Vorlage des Ergebnisses für 2016, mit dem er und sein Kollege Jens Veneman sich „äußerst zufrieden“ zeigten.

Die Bilanzsumme stieg von 503 auf 511 Millionen Euro, der Bestand der von der Stadtsparkasse betreuten Forderungs- und Vermögenswerte von 1,1 auf 1,2 Milliarden Euro. Nach wie vor beherrscht die Niedrigzinsphase das Geschäft der Banken. Das bedeutet für die Kunden historische günstige Kredite, die sich in der Summe bei der Stadtsparkasse weiterhin auf dem hohen Niveau des Vorjahres bewegen. Wer Geld anlegen will, wählt Immobilien oder Aktien, um eine höhere Verzinsung zu erzielen. Angst vor Aktien haben die Sparkassenkunden offenbar nicht. „Die Aktienkultur bei uns ist fortgeschrittener als im Bundesdurchschnitt“, so Veneman, der das nicht zuletzt auf die Ausbildung der Mitarbeiter zu Investmentberatern zurückführt. Die Nachfrage nach Immobilien sei immer noch extrem gut, auch wenn sich das nicht im gleichen Maß auf die Nachfrage nach Baugeld niederschlägt. „Viele Menschen in Bad Pyrmont haben viel Geld“, weiß Veneman. Will heißen: Sie sind nicht auf Kredite angewiesen, um eine Eigentumswohnung zu kaufen, die sie dann vermieten.

Alle unsere Entscheidungen und Investitionen sind ganz klar auf Zukunft gepolt.

Jens Veneman, Sparkassenvorstand

Im Verbund mit dem Verkauf an Versicherungen, der 2016 noch einmal gesteigert werden konnte, hat die Sparkasse für 2016 ein Ergebnis erzielt, dass Lauffer als sehr gut bezeichnet. Gewinn hat die Bank auch erwirtschaftet, öffentlich macht Lauffer aber nur den Gewinn, der in der Bilanz verbucht wird. Diese Zahl wurde von 700 000 Euro im Vorjahr auf jetzt 1,3 Millionen Euro erhöht. Doch die Stadt Bad Pyrmont als Träger wird davon nicht einen Euro sehen. Allerdings wurden Pyrmonter Vereine und Institutionen mit 400 000 Euro unterstützt. Die Begründung für die ausbleibende Ausschüttung ist die gleiche wie im Vorjahr: „Der Gewinn wird vollständig der Sicherheitsrücklage zugeführt, um den weiter steigenden Eigenmittelanforderungen zu begegnen“, kündigte Lauffer an. Diese seit Jahren verfolgten Anstrengungen hätten dazu geführt, dass die Stadtsparkasse mit einem erneut aufgestockten Eigenkapital auf über 50 Millionen Euro die erweiterten Anforderungen der Jahre 2019 und 2020 gut erfüllen könne und als modernes Unternehmen exzellente Zukunftsaussichten habe. „Das haben wir seit Langem jeden Tag im Blick“, so Lauffer, der von einer gesicherten Existenz der Stadtsparkasse sprach. Das unterstrich auch Veneman. „Alle unsere Entscheidungen und Investitionen sind ganz klar auf Zukunft gepolt.“ Immobilien sind für auch für das Geldinstitut selber interessant. Im letzten Jahr wurde die Vermarktung der Wohnanlage „An der Ölmühle“ mit acht Eigentumswohnungen abgeschlossen, das nächste Projekt mit hochqualitativen Wohnungen ist an der Schulstraße geplant, für die Mietwohnungen im Living Garden gibt es eine Warteliste. Verstärkt werde man sich aber auch kleinen und bezahlbaren Wohnungen widmen, kündigte Lauffer an. Was die Vermittlung von Immobilien angeht, so war 2016 laut Veneman eines der besten Jahre in der Geschichte dieses Geschäftsfeldes.

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Das ist nicht zuletzt den 103 Mitarbeitern zu verdanken, die 78 Vollzeitstellen besetzen. „Wir investieren verstärkt in die Aus- und Fortbildung und haben im Vergleich zu niedersächsischen Sparkassen eine der höchsten und nachhaltigsten Mitarbeiterproduktivitäten. Ein Mitarbeiter steht mittlerweile für 5 Millionen Euro Geschäft. Mit weniger Leuten schaffen wir heute mehr als früher mit mehr Leuten“, erklärte Veneman. Diesen Weg will die Bank weitergehen. Ein Zehn-Jahres-Plan sieht die Reduzierung der Mitarbeiterzahl der Bank um ein Viertel vor, ausschließlich durch natürliche Fluktuation. Jetzt nach fünf Jahren sei man voll auf Kurs.

Der Ausbau der digitalen Dienstleistungen und Angebote wird weiter forciert. Bislang werden 70 Prozent der Firmen- und 50 Prozent der Privatkonten online geführt. Dabei soll es nicht bleiben. „Die Möglichkeiten sind noch lange nicht erschöpft“, glaubt Lauffer. Bislang hat das dazu geführt, dass die Öffnungszeiten einzelner Geschäftsstellen reduziert wurden, weil sie, so die Begründung, weniger Kundenverkehr hätten.

Die Entscheidung, den Kunden in der Niedrigzinsphase Negativzinsen abzuverlangen, hat der Vorstand bislang nicht getroffen, und will das auch weiterhin so lange wie irgend möglich nicht tun. „Damit wird der Ur-Gedanke des Sparens ad absurdum geführt und steht im Konflikt zu unserer Satzung“, betonte der Bankchef. Auch wenn dieser Verzicht jährlich 160 000 Euro koste.

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