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Neujahrskonzert mit Miriam Sharoni und der Mährischen Philharmonie Olmütz

Traumhafte Roben, zauberhafte Musik

BAD PYRMONT. In der ersten Hälfte sehr italienisch und in der zweiten Hälfte sehr österreichisch geprägt war das Neujahrskonzert „Pyrmont Symphonics I“ am Dienstagabend. Den Besuchern wurde ein bunter Ritt durch Opern, dann Operetten mit vielen bekannten Motiven und Melodien geboten.

veröffentlicht am 03.01.2018 um 16:48 Uhr
aktualisiert am 04.01.2018 um 10:04 Uhr

Präsentierten ein gelungenes Neujahrskonzert: Dirigent Hermann Breuer mit der Mährischen Philharmonie Olmütz, Solistin Miriam Sharoni, Sopran und Moderator Andreas Beutner. Foto: ar
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Rudi Rudolph Reporter
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Das Publikum im voll besetzten Konzertsaal genoss sichtlich die Leichtigkeit und Popularität des Programms, das in seinem Gesamteindruck von zwei wesentlichen Komponenten geprägt wurde: zum einen von der Mährischen Philharmonie Olmütz, die sich außerordentlich gut disponiert zeigte, und ihrem exzellenten Dirigenten Hermann Breuer, der mit spürbar positiver Energie und gelegentlich unorthodoxen gestischen Hinweisen sein Ensemble präzise im Griff hatte. Zum anderen von der in Schweden geborenen und in Israel aufgewachsenen Miriam Sharoni, die dem Abend mit ihrem strahlenden Sopran und ihrer emotionalen Publikumsnähe einen deutlichen Stempel aufdrückte.

Zusätzliche Spannung erzeugte unter den anwesenden Damen im Saal sicherlich die Frage, welches Kleid die Solistin denn wohl bei ihrem nächsten Auftritt tragen würde. Denn Miriam Sharoni betonte den modische Aspekt mit insgesamt fünf zauberhaft eleganten Roben in verschiedenen Farben, was von männlichen Zuhörern teils mit anerkennendem Pfeifen quittiert wurde.

Mit viel Temperament stieg das Orchester ins Programm ein – und das hob mit der Ouvertüre zu der Oper „Sizilianische Vesper“ von Giuseppe Verdi an, gefolgt von dem ersten Höhepunkt des Abends aus derselben Oper, dem „Mercè,-dilette-amiche“-Bolero. Hier brachte Miriam Sharoni erstmals ihren ausdrucksstarken Sopran zur Geltung und musste sich gegen ein für einen solchen Vortrag doch etwas zu lautstarkes Orchester durchsetzen.

Es folgte die Ouvertüre zu der Oper „Semiramis“ und „La danza“, Tarantella von Gioacchino Rossini. Hier fanden sich die typischen Kompositionsmerkmale des Komponisten, die buffonesken Melodien, gewaltige brillante Bläsersoli und die sogenannte Rossini-Walze, bei der die Steigerung des Spannungsbogens sich orchestral durch ständige Verstärkung bis hin zum absoluten Crescendo darstellt.

Das aus Filmmusiken von „Der Pate“ und „Raging Bull“ bekannte „Intermezzo sinfonico“ aus der Oper „Cavalleria rusticana“ von Pietro Mascagni, und die Arie „Casta Diva“ aus Vincenzo Bellinis Oper „Norma“, begeisterten das Publikum, und Miriam Sharoni trug bereits das dritte Kostüm. Viele bekannte Melodien mit schwungvollen und teils walzerseligen Elementen kennzeichneten den Operettenteil des Abends. Komponisten wie Richard Heuberger, Emmerich Kálmán oder Carl Millöcker lieferten dazu muntere Werke. Die für Violinisten schwierige „Ballszene“ von Josef Hellmesberger sen. verblüffte mit ihrer Virtuosität, und auch Robert Stolz durfte nicht fehlen. Dann folgte der „Schani“ von Johann Strauß (Sohn), mit dessen Walzer „Rosen aus dem Süden“ und der „Tritsch-tratsch-Polka“ das Konzert aufs Finale zusteuerte.

Doch vor dem erwarteten traditionellen Radetzkymarsch streute Dirigent Hermann Breuer noch flugs eine unerwartete Zugabe ein, das kräftige und alle Register des Orchesters beanspruchende „Unter Blitz und Donner“, das ebenfalls von Johann Strauß stammte. Und dann kam er endlich, der bekannte Radetzkymarsch. Nicht sehr elegant sondern eher rustikal gespielt, brachte er das Auditorium zum Mitklatschen und Jubeln – es war der Dank für einen großartigen konzertanten Jahresbeginn.



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