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Hagen feiert 500-jähriges Jubiläum

Tradtion trifft Gegenwart

BAD PYRMONT/HAGEN. Der Hagen ist am Samstagmittag fein herausgeputzt, die vielen dabei engagierten Bürgerinnen und Bürger ziehen sich nach dem Dauerregen zum Trocknen zurück und überlassen das Dorf den „Stummen Hagenern“. Diese lebensgroßen Puppen sieht man vor vielen Häusern sitzen oder stehen, liebevoll selbst gebastelt und genäht, individuell und witzig gekleidet. Sie wachen über den Ort, in dem zahlreiche Häuser mit der Hagener Fahne und Sonnenblumen geschmückt sind. Am frühen Nachmittag füllen sich die Straßen. Der Eichenbrink und die Meintetalstraße sind gesperrt, in lockerer Reihe wurden dort Zelte, Buden und Stände platziert. Dort präsentieren sich Hagener Unternehmen, Handwerker und Vereine, auch private Stände sieht man. Der gesamte Pyrmonter Ortsteil feiert sein 500-jähriges Jubiläum und Hunderte von Einwohnern sind nun hier unterwegs.

veröffentlicht am 06.08.2017 um 18:45 Uhr

Bei der Jubiläumsfeier zeigen die Hagener Zunftgesellen den Besuchern ihr Handwerk. foto: ar
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Autor

Rudi Rudolph Reporter
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Ganz oben auf dem Berg hat die Kapelle „Zum guten Hirten“ geöffnet, bunt geschmückt und mit Informationen über ihre eigene Geschichte und die der Reformation. Wer dort mit seinem Rundgang beginnt, stößt bald auf die Zunftgesellen in ihrer Zimmerei. Dort rattert die Gattersäge, zerlegt dicke Baumstämme in Bretter. Ortsbürgermeister Andreas Müller, an diesem Wochenende im Dorf omnipräsent, erklärt den Zuschauern die Funktion, während die Zunftgesellen draußen in alter Tradition einen Balken bearbeiten. Tradition und Gegenwart treffen auf der Handwerkermeile aufeinander. Moderne Hagener Unternehmen wie die Tischlerei Deppe oder Wieneke Bestattungen zeigen ihr Leistungsspektrum. In lockerer Folge wechseln die Angebote. Hier wird Honig verkauft, dort bietet die Apo-Theke Liköre in giftigen Farben und tollem Geschmack an, nebenan werden dekorative Holzfiguren zum Kauf angeboten. Überall dazwischen bunte Luftballons, Sonnenblumen und die Hagener Fahne.

Auch die Vereine haben sich mächtig ins Zeug gelegt. Die junge Gaffelbrüder-Generation umlagert den Gaffelbrunnen an der Schule, in dem sie gleichzeitig das Bier kühl halten, die Schützen haben ein Lichtpunktgewehr in Betrieb, und die Freiwillige Feuerwehr hat die Bürgerwiese mit Beschlag belegt. Dort gibt’s Historisches zu sehen. Auf Einladung der Hagener Wehr ist die Lüdenhausener Feuerwehr mit einer originalen Spritze aus dem 19. Jahrhundert, einem Schlauchwagen und Einsatzfahrzeugen angerückt, und ihre Vorführungen begeistern das Publikum ungemein.

Viele Pyrmonter sind auf den Hagen gekommen und genießen die heitere gelöste Atmosphäre. „Das ist so toll, was die Hagener auf die Beine gestellt haben,“ schwärmt eine Dame aus der Kernstadt. „Und für jeden ist etwas dabei.“ Ob die Nähstube oder die riesigen landwirtschaftlichen Geräte, die offene Schule oder die Ausstellung von historischen Bildern vom Hagen, überall drängen sich Menschen um die Exponate. Der Motorradclub Hagen macht Appetit auf das nächste Mofarennen und der heimische Caterer Uwe Schmidt hat mit viel Personal alle Hände voll zu tun, Bier und Bratwurst unters Volk zu bringen.

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Am Abend ist die gesamte Meile innerhalb kürzester Zeit aufgeräumt, und Andreas Schmidt zieht eine erste Bilanz. „Das war ein Klasse-Jubiläum, die Leute haben so engagiert mitgemacht, ich bin richtig stolz auf die Hagener,“ sagt er und stürzt sich gleich wieder in die Feier, die mit Musik und Vorführungen den Hagener Hof rockt. Am nächsten Morgen ist er wieder in Aktion, und man trifft Hunderte von Hagenern beim ökumenischen Gottesdienst auf dem Dülmschen Hof wieder.

Pastorin Ira Weidner und Pfarrer Walter Heinrichsrüscher zelebrieren den Gottesdienst, dann übernimmt das Hagener Urgestein Kurt Lindhorst das Mikrofon. Und der 92-Jährige kann vieles aus der Hagener Vergangenheit, die auch seine ist, berichten. Mit einem Gang durchs Dorf und dem abschließenden offiziellen Ende im Hagener Hof startet Bad Pyrmonts größter Ortsteil damit in das sechste Jahrhundert seines Bestehens.



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