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Organist Kluge und Flötist Mehring begeistern ihre Fans zum Jahresausklang im Konzerthaus

Toller Abschied mit Knüllern und Knallern

Bad Pyrmont. Es war ein doppelter Abschied: Das Staatsbad beendete mit seinem gut besuchten Silvesterkonzert im Konzerthaus nicht nur sein reichhaltiges musikalisches Programm 2009, sondern auch die Zusammenarbeit mit seinem Titular-Organisten Oliver Kluge. Denn der wird schon bald einem Ruf als Kantor und Organist nach Hannover folgen.

veröffentlicht am 01.01.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 02:41 Uhr

Ihr letztes gemeinsames Silvesterkonzert in der Kurstadt: Oliver

Autor:

Winfried Kühne
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Für sein letztes Konzert hatte sich Kluge mit dem Flötisten Arndt Jubal Mehring einen Partner ins Boot geholt, mit dem er fast zehn Jahre lang im musikalischen Leben der Kurstadt außerordentlich viel bewegt hat.

Und es wurde ein heiterer Abschied: Passend zu Silvester standen Knüller und Knaller, aber auch manche Rarität im Programm. So konnten beide Künstler ihr musikalisches Temperament voll entfalten. Das eröffnende Flötenkonzert D-Dur von Georg Philipp Telemann wurde eine Liebeserklärung an die Musiktradition Bad Pyrmonts. „Von Waldmännlein und Hexenzauber“, Arndt Jubal Mehrings Fantasie über Humperdincks Märchenoper „Hänsel und Gretel“ und „Vier Stücke aus einem alten Patrizierhaus“ von Walter Niemann führten in die Welt des Bürgertums, der Hochromantik und des musikalischen Biedermeier. Da schwelgten Flöte und Orgel in gefühlvollen Melodien über satter Harmonik.

Zwölf Variationen über Joseph Haydns Paukenschlagthema für Flöte solo des Haydn-Zeitgenossen Franz A. Hoffmeister gaben auch dem Publikum Gelegenheit mitzuwirken, denn es musste die Rolle der Pauke übernehmen. Der Flötist zog alle Register in Bezug auf Präzision und perlende Virtuosität.

In diesem Show-Programm durfte natürlich Johann Sebastian Bachs Toccata d-Moll nicht fehlen. In den Dimensionen von exakter Motorik und fließender Expressivität bis zu aufwühlenden Arpeggien gestaltete Kluge sie zu einem wirklichen Konzertstück!

Und noch eine Steigerung: In seiner freien Improvisation über „Dies irae“, die Sequenz aus der katholischen Totenmesse malte Kluge meisterhaft in ausdrucksstarken Farben. Mal geheimnisvoll hinterfragend, dann drohend, aber auch meditativ betrachtend. Und obendrein erwies er sich auch noch als begnadeter Rezitator: Stramm im Dialekt des Wiener Schmäh in Helmut Qualtingers „Letztem Revolutionär“ und köstlich auch in Robert Gernhardts „Erna, der Baum nadelt“!

Im abschließenden Schmankerl von Giulio Briccialdi persiflierten beide Künstler Vergangenheit und Zukunft als einen einzigen Karneval. Der „Hut“ hat nun mal „3 Ecken“, und das bleibt auch 2010 so!



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