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Ärzteverein und Hospiz starten Vortragsreihe

Tod und Trauer im Islam

BAD PYRMONT. Da staunt selbst Pastor Bernhard Jess, denn innerhalb kurzer Zeit hat sich der Besucherraum des ehemaligen Gästehauses „Maria“ der Thuiner Schwestern mit 50 Gästen gefüllt, sodass die Gastgeber des stationären Hospiz nicht umhin kommen, weitere Bestuhlung in den Raum zu schleppen.

veröffentlicht am 07.11.2017 um 17:25 Uhr
aktualisiert am 07.11.2017 um 18:30 Uhr

Hamideh Mohagheghi, vielbefragte Referentin. Foto: dpa
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Klaus Titze Reporter
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BAD PYRMONT. Vorrangig gehören die Besucher medizinischen oder auch pflegerischen Berufen an.

„Der Hintergrund unserer Vortragsreihe, die von Agaplesion Haus Bethesda Hospiz und dem Ärzteverein Bad Pyrmont organisiert wird, zielt darauf ab, dass Ärzte wie auch Pflegende den Menschen als Persönlichkeit wahrnehmen sollten, ganz gleich, ob dieser eine islamische, christliche, sonstige Religion oder eine atheistische Weltanschauung für sich gewählt hat“, sagt Jess und bezieht dabei bezüglich der Pflegenden insbesondere auch die stationäre Betreuung im Hospiz ein.

An diesem Abend nun lauschen die Anwesenden einer Referentin mit iranischen Wurzeln, die sich als Religionswissenschaftlerin und in vielen Bereichen engagierte Muslima einen Namen gemacht hat. Hamideh Mohagheghi lehrt als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität in Paderborn und man spürt sogleich, dass sie es gewohnt ist, gerade über ihre Religion vor Publikum zu sprechen.

Obwohl das Thema „Sterben, Tod und Trauer im Islam“ lautet, komme man ohne Erklärungen, wie der Islam zur Gegenwart und zum Leben steht, nicht weiter, sagt die Referentin und geht darauf ein, wie sehr der Koran als Quelle des Lebens ein gutes und gesundes Leben von den Gläubigen einfordert. Trotz aller Güte Gottes und seiner Lenkung des Daseins werde der Mensch aufgefordert, aktiv Gutes zu tun, sich gesund zu ernähren und sich eine positive Haltung zuzulegen.

Sterben und Tod werde im Koran nicht als ein endlicher Zustand beschrieben, sondern eher als eine Heimkehr zu Gott, als eine Art Übergang zu einem anderen Leben, in dem Gott den Menschen statt eines vergänglichen Körpers mit einem neuen Körper ausstattet. Nicht nur an diesem Beispiel wird den Zuhörenden die religiöse Nähe der drei monotheistischen Religionen der Juden, der Christen und der Moslime deutlich.

Erläuterungen zu Riten wie Waschung, Bestattung und Trauerzeiten sind Anknüpfungspunkte für eine ganze Reihe von neugierigen Fragen im Anschluss an das Referat.

Termin: Die aktuelle Vortragsreihe soll am 24. Januar 2018 an gleicher Stelle im Friedensthal mit dem Rabbiner Benjamin Wolf fortgesetzt werden.

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