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Fernseh-Moderatorin stellte ihren Film über Schönheit vor

Tine Wittler: Selbstversuch mit sieben Liter Kamelmilch

Bad Pyrmont. Die Schönheit liegt im Auge des Betrachters. Während sich hierzulande viele

veröffentlicht am 11.12.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 14:21 Uhr

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Autor:

Karin Heininger
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Frauen zur „idealen“ Figur hungern, werden in dem afrikanischen Wüstenstaat Mauretanien schon kleine Mädchen regelrecht gemästet, damit sie möglichst früh dem dort üblichen fülligen Schönheitsideal entsprechen.

Als die auch nicht gerade dünne Fernsehschaffende Tine Wittler („Einsatz in vier Wänden“) bei den Recherchen für einen Roman von dieser Tortur erfuhr, war ihre Neugierde geweckt, und sie machte sich 2011 mit einem Filmteam auf den Weg in das afrikanische Land. Dass diese Reise ihr Leben und manche ihrer Ansichten völlig umkrempeln würde, konnte sie damals nicht ahnen. Das Produkt dieser Expedition in eine andere Welt stellte sie jetzt in den Kronen-Lichtspielen vor und diskutierte danach mit dem Publikum.

Der Titel ihres Dokumentarfilms „Wer schön sein will, muss reisen“ klingt zunächst ziemlich banal, und erst im Laufe der Kinostunde wurde die ganze Dimension und Bedeutung dieser Reise deutlich. Die Sequenz, in der die Autorin eine Mästung mit Reis und sieben Liter Kamelmilch am Stück in Selbsterfahrung testet, verfolgten die Zuschauer mit Entsetzen. „Ich bin damit an meine Grenzen gegangen und habe später mit einer Autoimmun-Erkrankung für das Experiment bezahlt“, bekannte Tine Wittler in der Diskussion.

Doch sie machte den Zuschauern auch klar, welche Erkenntnisse sie aus dieser Reise gewonnen habe, die ihr Begegnungen mit bemerkenswerten, im übertragenen Sinne starken Frauen gebracht hätten. „Ich habe gelernt, mich vom Blick der anderen freizumachen und mich für wichtige Dinge zu engagieren. Ob man Kleidergröße 38 hat, ist egal. Was zählt: sich selbst treu und authentisch zu bleiben.“

Obwohl einige Zuschauerinnen nach Wittlers Abschied vom Bildschirm offenbar der munteren Deko-Expertin nachtrauerten – für die Autorin zählen inzwischen andere Dinge. Sie schreibt Romane, unterstützt einen Kindergarten in Mauretanien, hat in ihrer Dolmetscherin Wafa, die inzwischen in Deutschland lebt, eine Freundin gefunden und bekennt: „Der Kulturschock war beim Wiederkommen nach Deutschland größer als bei der Ankunft in Mauretanien.“ Eine bemerkenswerte Frau, ganz anders als erwartet. Wer nur mit einer prallen Ulknudel rechnete und deswegen nicht ins Kino kam, hat etwas versäumt.



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