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Bauern protestieren vor Edeka-Märkten für zwei Cent mehr pro Kilo Schweinefleisch

Tierwohl versus Verbraucher?

Münster. Gestern und heute demonstrieren in Westfalen-Lippe Bauern vor Edeka-Märkten gegen die starre Haltung des Lebensmitteleinzelhändlers bei der Umsetzung höherer Tierwohlstandards in der Nutztierhaltung. Monatelang hatte ein branchenübergreifendes Bündnis aus Vertretern der Landwirtschaft, der Fleischwirtschaft und des Lebensmitteleinzelhandels nach Wegen gesucht, um über eine geringe Erhöhung des Verkaufspreises für Schweinefleisch flächendeckend mehr Tierkomfort in deutschen Ställen zu ermöglichen. Nach Ansicht des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbands (WLV) muss der größte deutsche Lebensmitteleinzelhändler jetzt Farbe bekennen, ob er weiter eine formale Rechtsposition einnehmen will. „Es ist das Ziel der Landwirtschaft und der Initiative Tierwohl, erstmalig flächendeckend und freiwillig in ganz Deutschland höhere Tierwohlstandards umzusetzen und dabei auch den Verbraucher mit in die Pflicht zu nehmen. Wir Bauern wie auch viele Tierschützer und Verbraucher verstehen nicht, warum sich Edeka – anders als alle anderen großen Discounter und Lebensmitteleinzelhändler in Deutschland – gegen eine geringfügige Erhöhung der Verkaufspreise für Schweinefleisch um 2 Cent je Kilogramm sperrt. Dies gefährdet den Erfolg der Initiative insgesamt“, sagte Hubertus Beringmeier, Vorsitzender des WLV-Fachausschuss Schweinefleisch, in Münster. Im April 2015 hatten sich bundesweit über 4600 schweinehaltende Betriebe, darunter 1200 aus Westfalen-Lippe, bereiterklärt, bei der Initiative Tierwohl mitzumachen und haben vielfach bereits Umbaumaßnahmen in ihren Ställen vorfinanziert. Aufgrund der bisher sehr begrenzten Finanzmittel der Initiative Tierwohl warten bis heute jedoch bundesweit über 2500 Betriebe – in Westfalen-Lippe über 700 – vergeblich auf die Möglichkeit, bei diesem Pilotprojekt mitzumachen und ihre Kosten erstattet zu bekommen. „Durch die Anhebung des bisher vereinbarten Tierwohl-Zuschlags von 4 auf 6 Cent je Kilo Schweinefleisch im Lebensmitteleinzelhandel könnten alle Bauern, die an der Ini teilnehmen wollen, tatsächlich mitmachen. Dass dies an 2 Cent pro Kilogramm Fleisch scheitern soll, ist niemandem zu vermitteln“, so Beringmeier.red

veröffentlicht am 22.12.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 23:41 Uhr

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