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Amir Tebenikhin liefert fesselnd-feinfühlige Interpretationen

Tiefgehend und Explosiv

BAD PYRMONT. Mit 45 Musikern war die Thüringer Philharmonie Eisenach-Gotha am Ostersamstag beim zweiten Konzert der Reihe „Pyrmont Symphonics“ im Konzerthaus zu Gast, im Gepäck ein leichtes und frühlingshaftes Konzertprogramm und am Flügel mit Amir Tebenikhin einen ausgezeichneten Pianisten.

veröffentlicht am 02.04.2018 um 16:48 Uhr

Pianist Amir Tebenikhin brillierte mit intensivem und ausdrucksstarkem Spiel. Foto: rr
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Autor

Rudi Rudolph Reporter
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Für ihn bildete das „Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 d-moll op. 15“ von Johannes Brahms die würdige Plattform, mit intensivem und ausdrucksstarkem Spiel zu brillieren. Die Komposition begann Brahms im Jahre 1854, doch fand ihre Uraufführung erst 1859 statt, immerhin unter der Leitung von Joseph Joachim und in Hannover.

War schon die Zeit der Komposition holprig verlaufen, so wurde das Konzert damals auch noch von der Kritik niedergemacht, was Brahms in einem Brief an Clara Schumann bitter kommentierte, und das, obwohl er selbst am Klavier gesessen hatte. Erst im Laufe der Zeit etablierte es sich als das, was es heute ist, ein tiefgehendes und explosives Werk von starker Dichte und expressiven Emotionen.

Dem Anspruch wurde Amir Tebenikhin vollkommen gerecht, wobei es ihm gelang, sich virtuos gegen das Orchester durchzusetzen und sich sehr ansprechend mit dem Publikum zu verbinden. Das allerdings hätte sehr viel zahlreicher sein können, denn viele Plätze, vor allem auf der rechten Seite, blieben leer. Die linke Seite hatte einfach den besseren Blick auf die Hände des Pianisten, und damit auf dessen technisch hochkarätige und fesselnd-feinfühlige Interpretation.

Die Thüringer Philharmonie Eisenach-Gotha wurde geleitet von ihrem Interims-Chefdirigenten Russel Harris, der engagiert und ausufernd dirigierte, dabei manchmal etwas des Guten zuviel gestikulierte. So bei der Ouvertüre zu Wolfgang Amadeus Mozarts Oper „Cosi fan tutte“ („So machen es alle“), die allerdings so kurz gehalten war, dass man die von Beatrice Cirkel in der einleitenden Einführung angesprochenen inhaltlichen Elemente kaum so richtig wahrnehmen konnte. Da war die nach der Pause dargebotene „Symphonie Nr. 5 F-Dur op. 76“ von Antonín Dvoák deutlich dichter, harmonischer und mächtiger. Ihren Beinamen „Die Pastorale“ verdankt sie dem stark bemerkbaren ergreifend pastoralen und mit typisch böhmischen Elementen versehenen Charakter. Und hier kam die große Harmonie des Orchesters und die Präsenz der Bläser, zum Tragen. Man spürte die größere Reife dieser Sinfonie gegenüber ihren Vorgängerinnen, was angeblich auf die Zurückgezogenheit von Antonín Dvoák in die ländlich-ruhige Umgebung des Landsitzes Vysoká u Príbrame zurückzuführen sein soll. So war es ein rundum leichtes und beschwingtes Konzert zum Osterfest, dem auch die beiden ehemaligen Kurdirektoren Wagener und Blome mit ihrer Anwesenheit ihre Wertschätzung ausdrückten.



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