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Buntes Gemeindefest im Schlosshof

Theologischer Disput im Zeichen der Ökumene

BAD PYRMONT. Es fand am Sonntagvormittag im großen Schlosshof kein Pop-Konzert statt, und doch drängten sich dort mehrere hundert Menschen. Eingeladen hatten die die Kirchengemeinden zu einem ökumenischen Gemeindefest, das seine ganz eigene Prägung durch den großen ökumenischen Gottesdienst erhielt.

veröffentlicht am 27.08.2017 um 17:58 Uhr

Im Zeichen der Ökumene: Pastoren und Lektoren unterschiedlicher Konfessionen auf einer Bank. Foto: rr
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Autor

Rudi Rudolph Reporter
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Kein Stuhl und keine Bank blieben im Publikum frei, und auf der weitläufigen Bühne wurde der Platz ebenfalls knapp. Da saßen in trauter Einigkeit die vier Seelsorger, da hatten sich die Posaunenchöre der Oesdorfer Kirche und aus Elbrinxen zu einem mächtigen Klangkörper zusammengefunden, und auch für einen vereinigten gemischten Chor der verschiedenen Gemeinden musste noch Raum vorhanden sein.

Die Betonung des Gemeinsamen war denn auch der rote Faden, der sich durch die gesamte Veranstaltung zog, auch wenn es einige gegenseitige kritische Anmerkungen zu hören gab. „Wir sind freie Menschen, ohne dass wir es uns verdienen müssen, wir müssen nur daran glauben,“ charakterisierte Pastorin Ira Weidner die evangelisch-lutherische Glaubensrichtung. „Das macht mich frei und froh.“

Auch ihre evangelisch-reformierte Amtsschwester Sophia Sander aus Hameln unterstrich die Eigenverantwortung der reformierten Christen im Sinne „unseres Kirchenvaters Calvin und ich finde die demokratischen Strukturen gut.“ Pfarrer Winfried Neumann griff den Faden auf und fragte, was die evangelischen Schwestern denn an der katholischen Kirche störe. Die Antwort Ira Weidners war bezeichnend und wurde von großem Beifall begleitet: „Mich stört, dass es dort keine Frauenordination gibt, das finde ich ganz schön veraltet, denn wie man sieht,“ und sie deutete auf die Reihe der sämtlich weiblichen Pastorinnen, „ohne uns wäre hier gar nichts.“

Nach dem Gottesdienst ließen sich die vielen Besucher das von Gemeindemitgliedern servierte Essen schmecken. Foto: rr

Auch Winfried Neumann konnte der evangelischen Kirche Positives abgewinnen. „Ich bin von den Redebeiträgen von Gemeindemitgliedern beeindruckt und dabei fasziniert und gleichzeitig irritiert vom Pluralismus der Ansichten. Auch sind Glaube und gemeinsame Feiern den Evangelischen deutlich wichtiger. Doch Freiheit führt zu Beliebigkeit, und es fehlt die Klarheit, was Sache ist“, konterte er. Da biete die katholische Kirche eine klare Struktur und eine durchkomponierte Inszenierung von Gottesdiensten.

Doch in diesem ökumenischen Gottesdienst dominierten Fröhlichkeit und Aufgeschlossenheit. Während sich die Pastorinnen den liturgischen Part untereinander teilten, wurde die Veranstaltung von Posaunenchor und gemischtem Chor unter der Begleitung von Christoph Burkhardt untermalt, der es sogar schaffte, die Hunderte von Gästen zum Singen eines Kanons zu bewegen.

Das gemeinsame Gottesdiensterlebnis wirkte noch lange nach. Denn in den vielen angeregten Gesprächen, die sich bei zahlreichen Salaten, Kuchen und Bratwurst entspannen, wurde immer wieder die angenehme und warme Atmosphäre sowie die kritischen Inhalte hervorgehoben. Auch die Kinder erlebten mit einer Malecke, einem Chorauftritt und ideenreichen Spielmöglichkeiten gelebte Ökumene.



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