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Sorge um die Zukunft

Theater Companie blickt auf eine gute Saison zurück und gibt Aussichten für das nächste Jahr

BAD PYRMONT. So mancher Zuschauer kam diesen Sommer bei einer Vorstellung der Theater Companie im Schlosshof ins Grübeln: Etliche Stühle blieben unbesetzt, obwohl die Aufführung als „ausverkauft“ deklariert war. Des Rätsels Lösung beleuchtet eine der oft unverständlichen Brandschutzregeln, denen sich Veranstalter im Schlosshof zu beugen haben. Jörg Schade und sein Ensemble zählen zu denen, die sich damit herumschlagen müssen.

veröffentlicht am 19.09.2021 um 09:00 Uhr

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Reporterin

„Wenn 200 Leute und mehr im großen Schlosshof versammelt sind, greift das große Brandschutzkonzept“, erklärt der Theatermacher. „Dann müssen mindestens 20 Sicherheitskräfte eingesetzt und von uns bezahlt werden.“ Was bedeute: „Etwa 2500 Euro der Einnahmen des Abends sind dann für uns verloren.“ Tummelten sich dagegen nur 180 Zuschauer plus Ensemble und Techniker im Schlosshof – darunter ausgebildete Brandschutzhelfer, „dann ist das für uns okay“, erläutert der Chef der Theater Companie die Lage.

Immerhin zählt das Profi-Ensemble am Ende des Sommers 1700 Zuschauer und Zuschauerinnen bei den zwölf Vorstellungen der Saison. Neunmal ging die Komödie „Der Unwiderstehliche“ im großen Schlosshof über die Bühne, und dreimal bezauberte das „Cafe Klein“ als Wiederaufnahme das Publikum im Kurpark. „Das ist eine gute Bilanz, damit können wir zufrieden sein“, sagte Schade. „Trotz gelegentlichen Regens konnten wir alle Vorstellungen durchziehen.“

Aktuell schmiedet das quirlige Ensemble schon Pläne für die Zukunft. Nächstes Projekt ist ein Hörspielkrimi mit Pyrmonter Jugendlichen im Alter zwischen 12 und 14 Jahren, das von Schade und Carl-Herbert Braun projiziert und im Tonstudio von Björn Bruns aufgenommen wird. Weiterhin geplant sind auch die durch Corona verzögerte Wiederaufnahme der erfolgreichen Komödie „Ein seltsames Paar“ im Theater im Casino sowie ein Tucholsky-Abend und eine Szenenfolge mit Chansons und Songs „Dezemberlieder“. Jörg Schade wird zudem am geplanten Museums-Audioguide für Kinder weiterarbeiten.

Das alles aber nimmt der Theater Companie nicht die Sorgen um die eigene Zukunft und die der Pyrmonter Kultur generell. „Egal, was mit den beiden Häusern Kurtheater und Konzerthaus passiert: Es wird für mindestens drei Jahre außer dem Schlosshof keinen geeigneten Spielort für uns und andere Künstler geben. Das ist ein furchtbares Gefühl, und es macht mich traurig“, sagt Jörg Schade. Und Carl-Herbert Braun ergänzt: „Auch wenn die Außensanierung des Kurtheaters in Gang kommt, scheint sich keiner für den Innenraum zu interessieren. Niemand zeigt offenbar Verantwortung für das kulturelle Erbe der Stadt, sonst wäre doch schon eher etwas gemacht worden.“

Doch bevor das Konzerthaus voraussichtlich im kommenden Frühjahr seine Betriebsgenehmigung verliert, will die Theater Companie zum Jahresende noch einmal voll aufdrehen und die große Bühne nutzen. Für eine Silvester-Show, wie vor Jahren wieder mit dem Titel „Sehn’se das ist Pyrmont“, mit vollzähligem Ensemble und zwei Vorstellungen. Damit die stets schmale Kasse des nicht subventionierten Theaters dann wieder etwas gefüllt wird. Vielleicht für ein anspruchsvolles Shakespeare-Projekt zum (nach-)zufeiernden 25. Geburtstag der Companie.



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