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Exzellentes Konzert der Mährischen Philharmonie mit Schmidt-Gertenbach

Text und Musik werden hier eins

Bad Pyrmont. „Die Geschichte vom Soldaten“, Igor Strawinskys musikalisches Bühnenwerk für Sprecher und Kammerensemble, hat auch nach 90 Jahren mehr denn je Aktualität. Davon konnten sich die vielen Besucher des 7. Sinfoniekonzertes des Staatsbades Pyrmont überzeugen.

veröffentlicht am 30.10.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 10:41 Uhr

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Autor:

Winfried Kühne
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Der Komponist, 1918 nach schmerzlichen Erfahrungen des Ersten Weltkrieges und Verlust der Heimat im Exil gelandet, benutzt ein russisches Märchen als Vorlage. Die zentrale Kraft ist der Teufel in der Rolle des Luzifers, der in der Gestalt eines alten Mannes, eines Saufkumpanen, einer Bettlerin, eines Geigenvirtuosen oder eines feinen Herrn nicht zu erkennen ist. Der sich nach Familie und Heimat sehnende Soldat ist dessen Verlockungen und der Aussicht auf Reichtum nicht gewachsen. Und heute? „Reichtum für alle“, „Wir haben die Kraft“, „Nichts ist unmöglich“! Das Ende vom Lied: der Marsch ins Verderben. Unter der Leitung von Volker Schmidt-Gertenbach verschmolzen Text und Musik zu einer Einheit. Patrick Rohbeck gestaltete die vier agierenden Personen als spannende Performance. Den Erzähler sachlich, den Soldaten redlich, bieder, den Teufel einschleimend verführerisch, die Prinzessin neugierig naiv. Sie ist es, die ihn am Ende ins Verderben führt. Lebendig, emotional war der Sprecher perfekt in die Partitur integriert. Die Musik ist einer minimalistischen Orchesterbesetzung von sieben Musikern anvertraut. Alle Mitglieder der Mährischen Philharmonie Olmütz. Sie sollten wegen ihrer exzellenten Solo- wie Ensembleleistung genannt werden: Vit Muzik (Violine), Pavel Harnos (Kontrabass), Ales Janecek (Klarinette), Vlastimil Hrda (Fagott), Ondrej Jurceka (Trompete), Pavel Balcarik (Posaune) und Ladislav Bilan (Schlagzeug). Sie demonstrierten in atonaler Klangsprache Marsch, Pastorale, Walzer, Tango und Ragtime ironisch verfremdet, reine Persiflage, dazu die motorische Energie des Rhythmus. Und dann der Choral!

Perversion und Zerrbild eines Ideals von nicht mehr als plakativem Wert. Die Quintessenz für ein erfreulich junges und mehr als nachdenkliches Publikum: „Ein Glück ist das ganze Glück, rufst du ein zweites dir herzu, verlassen beide dich im Nu.“

Patrick Rohbeck ist als Sprecher perfekt in die Partitur integriert.

Foto: yt



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