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Luisa Islam-Ali-Zade führt bei „La serva padrona“ im Quäkerhaus Regie und schafft sich selbst ein Podium

„Tatort“ Pizzeria

BAD PYRMONT. Originell, turbulent, stimmlich und instrumental gelungen war das jüngste Projekt von Luisa Islam-Ali-Zade mit dem „Pyrmonter Salon“.

veröffentlicht am 19.06.2016 um 12:02 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:48 Uhr

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Autor:

Karin Heininger
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Bad Pyrmont. Es gibt Momente an diesem Abend, da wünscht man sich, in einer städtischen Oper zu sitzen anstatt im Pyrmonter Quäkerhaus. Aber nicht, weil die Aufführung der Opera buffa „La serva padrona“ von Giovanni Battista Pergolesi musikalische Qualität vermissen ließe. Sondern schlicht und einfach, weil dann für die des Italienischen unkundigen Zuschauer die deutschen Texte an den Bühnenrand projiziert würden, so wie das heute in fast allen Opernhäusern üblich ist.

Verzichtet man jedoch darauf, bei jedem Rezitativ, jeder Arie zu rätseln: Was will sie/er uns jetzt sagen beziehungsweise singen ?, dann lässt sich diese originelle, turbulente, stimmlich und instrumental gelungene und gut besuchte Aufführung ganz entspannt erleben. Eine runde Sache, wobei der ungewöhnliche, aber akustisch stimmige Spielort im Quäkersaal dramaturgisch geschickt der Kammeroper und ihrem modernisierten „Tatort“, einer Pizzeria, angepasst wird.

Luisa Islam-Ali-Zade, Sängerin mit Wohnsitz in Bad Pyrmont, hatte die Idee zu dem Projekt „La serva padrona“ (Die Magd als Herrin). Sie hat auch Regie geführt und vor allem sich selbst ein Podium geschaffen. Und diese Aufführung zeigt, ähnlich wie ihre „Fledermaus“-Adaption vor einiger Zeit, dass die Bühne mehr noch als der Konzertsaal ihre Welt ist. Hier ist sie in ihrem Element: Südländisch anmutendes Temperament, Esprit und unbändige Spiellaune, dazu der hier farbig und variabel wirkende ausdrucksvolle Mezzosopran – das alles zusammen lässt die Rolle der selbstbewussten, gewitzten Dienerin, die ihren Herrn Uberto und seinen Angestellten Vespone überlistet, sehr stimmig wirken.

Dabei spielt sie ihre beiden jungen männlichen Partner nur soweit „an die Wand“, als es die Rolle erfordert. Die Bassisten Timophey Pavlenko (Uberto) und Konstantin Ingenpass (Vespone) stehen beide am Anfang ihrer Karriere und hinterlassen hier einen positiven Eindruck. In einer Sprechrolle kommentiert Ingenpass das Geschehen mit kleinen deutschen Einschüben, Pavlenko beeindruckt durch eine souveräne stimmliche und darstellerische Interpretation. Für eine schöne, musikalisch harmonische Umsetzung der Pergolesi-Komposition sorgen Mikhail Antipov, Violine, sowie Andranik Simonyan, Klavier. Die Rezitative begleitet Maurizio Deiana am Cembalo.

Ein dramaturgisch geschickt eingebauter Pizza-Service und ein Glas Rotwein bringen das Publikum am Ende ins Hier und Jetzt zurück. Die Zuschauer klatschen begeistert und huldigen ihrer Diva. Ein Abend geht zu Ende, der in der Kombination von fast privater Atmosphäre und künstlerischer Kreativität durchaus dem Charakter der typischen Salon-Kultur gerecht wird. So wie es der Verein „Pyrmonter Salon e.V.“ anstrebt.



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