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Löwensens Waldkindergartenkinder haben ihr eigenes Orakel und keine Langeweile

Täglich grüßt die Haselmaus

Löwensen. In Punxsutawney in Pennsylvania (USA) erwartet man alljährlich am 2. Februar gespannt, dass Phil offiziell aus seinem Winterschlaf erwacht und voraussagt, wie sich der Winter weiterhin entwickeln wird. Es ist der weltberühmte Murmeltiertag! Die auf Schnee wartenden Knirpse im Löwenser Waldkindergarten haben hingegen kein Murmeltier, das sie an diesem denkwürdigen Tag befragen könnten. Ihr Orakel ist eine Haselmaus, die seit 2011 von ihnen gepflegt, gehegt und beobachtet wird.

veröffentlicht am 03.02.2014 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 19:41 Uhr

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Autor:

Klaus Titze
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Doch das kleine Tier, das zu einer bedrohten Art gehört, scheint sich für ein derartiges Ereignis überhaupt nicht zu interessieren, zumal auch Profi-Wetterfrösche immer wieder zu Fehlprognosen neigen. Die Haselmaus, die immer noch keinen Namen hat, scheint zu ahnen, dass man mit Wettervorhersagen keinen Blumentopf gewinnen kann, sondern eher Hohn und Spott erntet. Da bleibt sie halt lieber unter einer Baumwurzel kuschelig eingerollt und lässt den Winter Winter sein, so wie er halt ist und noch einige Zeit dauern kann.

Und was macht dann ein neugierig wartendes Publikum? „Oh, da haben wir eine Menge Abwechslung im Überraschungssack“, zwinkert Gudrun Baumbach, eine der fantasievollen Betreuerinnen der Kinder im Waldkindergarten, dem Fragenden zu. Und schon geht es los. Warm in dicke Jacken eingepackt und aus freudigen Gesichtern strahlend stapfen sie abenteuerlustig voran und nehmen ihr Gelände in Beschlag. „Selbst dieser Winter, der bislang kaum Schnee zu bieten hatte, lässt auf gefrorenem Boden ausreichend Möglichkeiten für Po-Rutscher und anderes Tollen und Toben“, ergänzt Tanja Franz-Wolter. Beide haben ihre Augen überall und reagieren sofort, wenn einer ihrer Schützlinge ein persönliches Bedürfnis hat, sonst einen Wunsch loswerden möchte.

Und da Bewegung auch hungrig macht, dauert es auch nicht lange und der heimelig wirkende Bauwagen lädt zur Frühstücksrunde ein. Heute sind es 9 von ansonsten 13 Kindern, die zurzeit den Löwenser Kindergarten im Wald oberhalb des Ortes besuchen. Alle versammeln sich um einen breiten Tisch, begrüßen sich mit einem gemeinsamen Lied und namentlich wird von den Kindern selbst die Anwesenheit aller überprüft. „Diese Rituale vermitteln Nähe untereinander“, erklärt Baumbach. „Unsere Kinder lernen nicht nur spielend ihre Umwelt kennen, sondern darüber hinaus auch soziales Verhalten bis hin zu vorschulischem Wissen.“ Und dann kramen sie alle ihre Brotdosen hervor, die von ihren Eltern mit leckeren Broten und Obst gefüllt worden sind. Mit Appetit wird zugegriffen und kein Mäkeln ist am Tisch zu vernehmen.

Lässt Winter Winter bleiben: Löwensens namenlose Haselmaus. pr

„Wir existieren nun schon über drei Jahre in dieser besonderen Form und erfahren immer wieder tatkräftige Unterstützung aus dem Dorf. Beispielsweise wurde ein gefällter Baum so platziert, dass er zum Balancieren genutzt werden kann. Wir erhielten Hilfe beim Bau eines Hauses für Insekten ebenso wie für die Anlage eines Erdkühlschrankes, damit im Sommer Getränke für die Kinder kühl bleiben“, schildert Baumbach die inzwischen erfahrene Akzeptanz dieser Einrichtung. „Allerdings bereitet uns die Energieversorgung noch Kopfzerbrechen. Ideal wäre es, sich bei der Stromversorgung mit einem Solarmodul unabhängig machen zu können. Doch für die Anschaffung fehlen uns die finanziellen Mittel, und unsere Sponsorensuche war noch nicht von Erfolg gekrönt“, ergänzt sie, bevor die Rasselbande nach der Aufwärmphase im Bauwagen wieder quirlig in die winterliche Landschaft strebt.



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