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Drückerkolonne verkauft Lieferverträge / Wer aber zurücktreten will, der hat auch das Recht dazu

Stromkunden fühlen sich unter Druck gesetzt

Bad Pyrmont (jl/uk). Bei den Pyrmonter Stadtwerken gehen seit Tagen Anrufe verunsicherter Kunden ein. Denn seit etwa einer Woche versuchen offenbar Drückerkolonnen im Auftrag des Stromanbieters Teldafax, die Pyrmonter zum Anbieterwechsel zu bringen.

veröffentlicht am 09.10.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 12:41 Uhr

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Laut Jens Kaufhold von den Stadtwerken fühlt sich mancher Anrufer nach einem abgeschlossenen Haustürgeschäft regelrecht „über den Tisch gezogen“. Die Werber setzten die Menschen offenbar massiv unter Druck und „gingen einfach nicht weg“, berichtet Kaufhold aus Gesprächen seiner Kollegen mit den Anrufern. Der Anruf bei den Stadtwerken habe einen Grund: „Die Leute wollen von uns wissen, was sie tun sollen, wie sie die Verträge rückgängig machen können.“

Verboten sind solche Haustürgeschäfte nicht, und die Verträge mögen günstiger sein als die der Stadtwerke. Doch ein Rücktritt ist möglich. „Der Gesetzgeber hat klare und eindeutige Regeln geschaffen, weil an der Haustür immer auch eine Überrumpelungsgefahr gegeben ist“, so Gabriele Peters von der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Wer sich überrumpelt fühlt oder aus anderen Gründen von dem Vertrag zurücktreten möchte, der hat dafür zwei Wochen Zeit. Die Frist beginnt laut Peters mit der Aushändigung der Widerrufsbelehrung. „Die muss schriftlich abgefasst sein, Name und Adresse des Kunden und das Datum enthalten“, betont sie. „Wenn zum Beispiel das Datum fehlt, ist das schlecht, denn es kann zum Streit führen.“ Gebe es keine Widerrufsbelehrung, dann sei auch die Frist nicht in Gang gesetzt, so die Mitarbeiterin der Verbraucherberatung. Ein Widerruf muss nicht begründet werden. Er sollte aus Nachweisgründen per Einschreiben mit Rückschein erfolgen.

Wer Fragen hat, der kann sich von der Verbraucherzentrale telefonisch beraten lassen, Sie ist unter 09001/7979-02 montags bis donnerstags von 10 bis 16 Uhr zu erreichen (1,50 Euro/Minute aus dem deutschen Festnetz).

Laut Verbraucherzentrale gehen Stromanbieter immer dreister vor, um an neue Kunden zu kommen. Nicht nur mit Haustürgeschäften, sondern auch mit unerwünschten Telefonanrufen versuchen sie, die Verbraucher zum Anbieterwechsel zu drängen. Unmittelbar danach bekomme der Verbraucher dann einen neuen Stromliefervertrag geschickt, der häufig auch noch als Werbung aufgemacht sei.

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