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Trotz hoher Arbeitsbelastung überwiegt die Freude am Beruf

Stimmungsbild unter Ärzten

Dortmund. Motiviert, fleißig und doch mit einem eher sorgenvollen Blick in die Zukunft – so sieht das derzeitige Stimmungsbild der Vertragsärzte und -psychotherapeuten in Westfalen-Lippe aus. Diesen Einblick gibt der Ärztemonitor 2014, den das Meinungsforschungsinstitut infas im Auftrag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und des NAV-Virchow-Bundes zwischen Februar und Mai dieses Jahres erstellt hat.

veröffentlicht am 08.08.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 12:41 Uhr

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Erfreulich dabei: 94 Prozent der Befragten aus Westfalen-Lippe stimmen der Frage „Meine Arbeit macht mir Spaß“ zu. Darüber hinaus bewerten 98 Prozent ihre tägliche Arbeit mit den Patienten als sinnvoll und nützlich. „Die Ärzte und Psychotherapeuten in Westfalen-Lippe identifizieren sich in hohem Maße mit ihrem Beruf und sind gerne für ihre Patienten da. Diese Einsatzbereitschaft müssen wir trotz der hierzulande hohen Arbeitsintensität in den Praxen weiter aufrechterhalten“, sagt Dr. Wolfgang-Axel Dryden, Vorsitzender der KVWL.

Denn die im Bundesvergleich hohe Arbeitsbelastung in den westfälischen Praxen zeigt sich u. a. im Vergleich der Patientenzahlen: Mehr als 20 Prozent der Befragten in Westfalen-Lippe versorgen in ihren Praxen jeweils über 2000 Kassenpatienten. Bundesweit erreichen lediglich 16 Prozent der Arztpraxen diese Dimensionen. Und: Während ihre Kollegen im Bund durchschnittlich 39,5 Patienten am Tag behandeln, sind es in Westfalen-Lippe mehr als 43.

„Um die ambulante Versorgung sicherstellen zu können, müssen und werden wir weiterhin alles tun, um die Kolleginnen und Kollegen durch gute Rahmenbedingungen zu entlasten“, so Dryden. Bestätigt sieht sich der KVWL-Chef dabei durch die Umfrageergebnisse zu den Bereichen Notfalldienst und ärztliche Vernetzung. Während im Bundesdurchschnitt jeder Befragte 3,1 Stunden pro Woche für „abrechnungsfähige Bereitschafts- und Notdienste“ aufwenden musste, waren es in Westfalen-Lippe mit 2,2 Stunden wöchentlich deutlich weniger. Einen weiteren Spitzenwert erreicht Westfalen-Lippe bei der ärztlichen Vernetzung. Auf die Vorteile regionaler Kooperationen in Personalfragen oder mit Untersuchungsgeräten bauen hierzulande bereits 40 Prozent der Vertragsärzte und -psychotherapeuten. Der Bundesdurchschnitt liegt bei nur 31 Prozent.

Dryden: „Mit unserer Notfalldienstreform und der Förderung von Ärztenetzen haben wir bereits Weichen gestellt, die die Attraktivität des Standortes Westfalen-Lippe für den ärztlichen Nachwuchs erhöhen. Angesichts des Mangels an Nachwuchsmedizinern müssen wir aber kontinuierlich am Ball bleiben.“ Denn trotz aller Motivation bereitet den hiesigen Vertragsärzten und -psychotherapeuten vor allem der Blick in die Zukunft Sorgen: 74 Prozent der Befragten glauben, dass es grundsätzlich schwierig werden wird, einen Nachfolger für die eigene Praxis zu finden. Für 76 Prozent hat die eigene Praxis zudem die ursprünglich geplante Funktion als Altersvorsorge verloren.



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