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SPD, Grüne und Linke rufen zur Mahnwache auf

„Stiller Protest“ gegen die AfD

Bad Pyrmont. Der angekündigte Auftritt der stellvertretenden AfD-Bundesvorsitzenden Beatrix von Storch am kommenden Freitag im Hotel Steigenberger (Bericht vom Montag) schlägt Wellen. Ein Bündnis aus SPD, Grünen, Linken und Kirche hat zu einer Mahnwache gegen die Veranstaltung aufgerufen. „Es soll ein stiller Protest werden“, kündigte der Pyrmonter SPD-Vorsitzende Matthias Schlüter an.

veröffentlicht am 27.10.2015 um 17:51 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 10:21 Uhr

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Die „Alternative für Deutschland“ hat in dem Hotel einen Raum für eine Veranstaltung mit Beatrix von Storch gemietet. Das „Asylchaos und die Folgen“ laut der Titel ihres Vortrages. Doch der Protest, der sich nun in Bad Pyrmont regt, richtet sich nicht namentlich gegen sie, sondern gegen ihre Partei. „Gemeinsam wollen wir ein Zeichen setzen für eine menschliche, weltoffene und demokratische Stadt. Eine Stadt, in der geflüchtete Menschen willkommen sind, wenn sie Schutz benötigen. Eine Stadt, in der viele Menschen sich seit Monaten für Geflüchtete engagieren“, heißt es in dem gemeinsamen Aufruf von SPD, Grünen, Linken und Kirchen. Und weiter: „Wir wenden uns gegen rassistische Aussagen, die Ängste auf dem Rücken notleidender Menschen schüren. Wir betrachten es daher als unsere demokratische Pflicht, dem Treiben der AfD entschieden entgegenzutreten. Denn in unserer Stadt ist kein Platz für rassistischen Populismus, wie er von der AfD betrieben wird.“

„Die meiste Angst habe ich vor einer Spaltung der Gesellschaft durch die AfD“, sagte der stellvertretende Pyrmonter SPD-Vorsitzende Uwe Schrader. Und gerade Beatrix von Storch vertrete „extrem rechte“ Positionen. Die 44 Jahre alte Juristin, Mitglied des EU-Parlaments, gilt als Galionsfigur der rechtskonservativen und als Hassfigur der linken Szene. Unbekannte haben in Berlin in der Nacht zum Montag ihr Auto in Brand gesetzt. „Wer die Hetze gegen die AfD mitgemacht hat und sich jetzt nicht davon scharf distanziert, der ist Mitschuld. Dann macht er sich durch Schweigen mit diesen Verbrechern gemein“, postete sie bei facebook.

Und wie blickt Martina Tigges-Friedrichs auf die Vortragsankündigung? „Ich würde da nicht hingehen, weil ich an Veranstaltungen von rechtspopulistischen Parteien nicht teilnehme“, sagt die 48-Jährige. Nach rund einem Jahr Mitgliedschaft hatte das frühere FDP-Ratsmitglied der AfD im September 2014 den Rücken gekehrt. Den Ausschlag gab damals der von ihr wahrgenommene „Rechtsruck“ der Partei. Ihrer Einschätzung baue die menschenverachtende Sprachkultur der Partei insbesondere beim Thema Flüchtlinge extreme Bedrohungsszenarien auf. Wer sie in der Folgezeit immer wieder mit anonymen Anrufen belästigte und einmal sogar einen Feuerwerkskörper durch ihr Fenster warf, weiß sie nicht. Aber sie befürchtet ein „immenses Bedrohungspotenzial“.

Den genauen Ort der Mahnwache will die SPD noch bekanntgeben.uk/jl



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