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Innungsbeste bei der Handwerkskammer Hannover

Stella Trompeter: Bestatterin? War früh ihr Wunschberuf

BAD PYRMONT.Stella Trompeter wirkt als Gegenüber eher zierlich. Doch mit ihren 21 Jahren und ihrer Haltung strahlt sie eine in sich ruhende Sicherheit aus, mit der sie ihren Gesprächspartnern signalisiert, dass sie sich in ihrem Metier auskennt.

veröffentlicht am 28.08.2021 um 15:00 Uhr

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Reporter

Die junge Frau ist seit diesem Sommer eine ausgebildete Bestattungsfachkraft. Dabei legte sie bei ihrer Gesellenprüfung ein so ausgezeichnetes Ergebnis hin, dass die Handwerkskammer Hannover sie als Innungsbeste aufführt.

„Irgendwann in der 9. oder 10. Klasse der Herderschule verstärkte sich mein Wunsch, Bestatterin zu werden. Daran war allerdings auch mein verstorbener Opa beteiligt“, erzählt Stella Trompeter freimütig. Sie habe es als einen besonderen Dienst für ihren Opa betrachtet, seinen Leichnam mit zu waschen und ihn anzukleiden. „Da habe ich bemerkt, dass mir diese Tätigkeit liegt. Und so entstand meine Bewerbung bei dem Bad Pyrmonter Bestattungsinstitut Webel & Eggert.“

„Schon bei ihrem Praktikum in unserem Betrieb fiel uns ihr besonderes Engagement auf. Sie wollte stets möglichst alle Schritte begleiten und war neugierig auf alles Neue“, schwingt Hochachtung bei Hans-Werner Eggert, dem Senior des Betriebes, mit. Inzwischen sei seine frischgebackene Gesellin auch schon mehrfach allein zu Bestattungen gefahren und habe völlig selbstständig die Vorgespräche, die Ausstattung der Trauerfeier, eigentlich alles, was so zu einer Beerdigung gehöre, abgewickelt.

„Erst kürzlich sei sie allein bei einer Bestattung in Castrop-Rauxel gewesen und habe dort das erste Mal sogar die Trauerrede gehalten“, berichtet ihr Chef stolz. Es sei ihr schon besonders wichtig, ergänzt Stella Trompeter, insbesondere auf die Bedürfnisse und Gefühle der Angehörigen einzugehen. Sie empfinde es als eine Form von besonderem Service, denn oft befänden sich die von dem Tod eines lieben Menschen Betroffenen in einer psychischen Ausnahmesituation und sind deshalb auf einfühlsame Hilfe angewiesen.

Dann kommt sie an einem Lob für ihre Ausbildung nicht mehr vorbei. Von Anfang an sei sie stets einbezogen worden, habe an Beratungsgesprächen teilgenommen, Abläufe von Trauerfeiern besprochen und vorbereitet, viel über Hygiene gelernt und vor allem auch schon sehr selbstständig mitwirken können. Während der theoretische Teil ihrer Ausbildung in Springe erfolgte, hätten die praktischen Blöcke in Münnerstadt nahe Bad Kissingen stattgefunden. Dort wurde dann auch vor der Handwerkskammer Unterfranken ihre Prüfung abgenommen.

Sie sei schon recht aufgeregt gewesen, doch wenn sie erst in der Aufgabe stecke, sei sie derart konzentriert, dass für Aufregung und Lampenfieber kein Raum mehr bleibe. Eine ausgeloste Aufgabe, die sie beispielsweise zu erledigen hatte, seien Lötarbeiten gewesen. Unter anderem für den Transport von Särgen ins Ausland würden diese zugelötet. „Das hatte ich einmal in meiner Ausbildung üben können, doch bei der Prüfung ist es dann doch ganz toll gelaufen“, strahlt die junge Frau über ihre Erinnerung.

Dass sie nun als Frau diesen Beruf ausübe, sei keine Besonderheit mehr. „Wir waren in unserem Ausbildungsjahrgang mehr Frauen als Männer“, kann sie erzählen. Mit dem Schreiben der Handwerkskammer Hannover sei ihr mitgeteilt worden, dass sie als Kammersiegerin an einem landesweiten Wettbewerb teilnehmen kann. Der stehe terminlich allerdings noch aus und werde sicherlich auch auf das Corona-Geschehen abgestimmt. Auf den Vergleichswettbewerb freue sie sich jedoch jetzt schon.



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