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Hotel will Veranstaltung mit Beatrix von Storch nicht in seinen Räumen

Steigenberger setzt die AfD vor die Tür

Bad Pyrmont. Das Steigenberger Hotel in Bad Pyrmont hat den Vortrag der Vizevorsitzenden der AfD Beatrix von Storch abgesagt. Über diese Entscheidung hat die Hotelleitung die AfD am Mittwochvormittag informiert. Bisher gibt es aus den Reihen der Partei keine Reaktion. Für Freitag hatte von Storch einen Vortrag zu dem Thema "Asylchaos und die Folgen für Europa" angekündigt.

veröffentlicht am 28.10.2015 um 14:18 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:08 Uhr

Steigenberger Pyrmont
Hans-Ulrich Kilian

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Hans-Ulrich Kilian Redaktionsleiter Bad Pyrmont zur Autorenseite
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Die vom AfD-Kreisverband Weserbergland geplante Veranstaltung mit der stellvertretenden Bundesvorsitzenden der Alternative für Deutschland Beatrix von Storch geplante Veranstaltung wird am Freitag zumindest nicht im Hotel Steigenberger stattfinden. „Das Steigenberger hat den Vertrag mit der AfD heute gekündigt und sie darüber informierte“, teilte der Pressesprecher der „Steigenberger Hotel Group“ Günther Traeger auf Anfrage mit.

Zu den Gründen und weiteren Einzelheiten wollte sich Traeger, der in Frankfurt sitzt, nicht äußern. Er verwies auf die grundsätzliche Vertraulichkeit einer Vertragsbeziehung. Hoteldirektor Arnoldus van Iersel, der die Veranstaltungsbuchung angenommen hatte, lehnte eine Stellungnahme ab und verwies an den Pressesprecher.

Für das Fünf-Sterne-Hotel ist die Sache peinlich. Klar ist, dass es einen Imageschaden durch die von einem Bündnis aus SPD, Grünen. Linken und Kirchen angemeldete Mahnwache vor seiner Tür befürchtet, die natürlich auch von den Gästen des Hauses gesehen wird. Ob sich die AfD mit der Absage abfindet, bleibt abzuwarten. Der Kreisvorsitzende Dr. Manfred Otto wollte sich dazu am Mittwoch nicht äußeren, weil er zurzeit im Urlaub sei, so seine Begründung. Er wolle das aber so bald wie möglich nachholen, sagte er im Gespräch mit dieser Zeitung.

Das Steigenberger dürfte, so ist zu vermuten, sich bei seiner Absage auf seine Allgemeinen Geschäftsbedingungen berufen, die eine Aufhebung eines Vertragsverhältnisses – in diesem Fall die Verfügungsstellung eines Veranstaltungsraumes – zulässt, wenn dem Hotel daraus Nachteile entstehen könnten. Ob das so ist, könnte auch einer juristischen Klärung bedürfen, denn die AfD agiert zwar rechtspopulistisch, ist aber nicht verboten. Das dürfte auch der Grund gewesen sein, die Veranstaltung überhaupt anzunehmen, ohne sich über die möglichen Folgen im Klaren gewesen zu sein.

Im Rahmen einer „Herbstoffensive“ will die AfD zurzeit neue Anhänger gewinnen und setzt dabei nicht zuletzt auf die Flüchtlingskrise. Über das „Asylchaos und die Folgen“, will Beatrix von Storch in Bad Pyrmont sprechen. Ob und wo ihr Vortrag nun stattfindet, war am Mittwoch noch offen. Ob der AfD-Kreisverband Weserbergland als Veranstalter einen neuen Veranstaltungsort findet, könnte fraglich sein.

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