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Lügder Bauunternehmen Stumpe ergreift die Initiative für soziale Härtefälle an der Sekundarschule

Statt Geschenk: Fördertopf für Bedürftige

LÜGDE. Wie gut es Deutschland geht, ist allenthalben zu hören. Doch längst nicht jeder spürt das. Deshalb hat sich das Lügder Bauunternehmen Eduard Stumpe in diesem Jahr entschieden, auf lokaler Ebene Hilfe zu leisten und brach mit einer alten Tradition, indem es auf Weihnachtsgeschenke an seine Kunden verzichtete.

veröffentlicht am 27.12.2017 um 18:06 Uhr

Initiative mit großer sozialer Verantwortung: Die Geschäftsführer des Lügder Bauunternehmens Uwe Stumpe (M.) und Matthias Kröger (2.v.r.) haben der Leitung der Johannes-Gigas-Schule mit Uwe Tillmanns (l.) und Stellvertreterin Petra Hagemeister Förder

Autor:

Joachim Krause
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Stattdessen bekamen die Geschäftspartner einen Brief von den beiden Geschäftsführern Uwe Stumpe und Matthias Kröger, in dem sie darauf hinwiesen, dass das Unternehmen die für Geschenke vorgesehenen 1500 Euro einem Sozialprojekt an der Johannes-Gigas-Schule zukommen lässt.

Allgemeinen heißt es: Arm ist, wer wenig hat. Armut, speziell auch Kinderarmut, wird in der Politik jedoch relativ definiert. Sie misst sich am Wohlstand der Gesellschaft, in der der Mensch lebt. Arm ist, so die herrschende Definition der Armut der EU, wer über weniger als 60 Prozent des mittleren Netto-Einkommens verfügt. Für ein alleinerziehendes Elternteil mit zwei Kindern sind das in Deutschland etwa 1440 Euro. 45 Prozent dieser Kleinfamilien fallen unter die Armutsgrenze. „Vor allem deren Kinder sind arm, auch wenn man es ihnen nicht ansieht“, sagt Gigas-Rektor Uwe Tillmanns. Schulsozialarbeiterin Eleni Kousataloglu bestätigt: „Armut bemisst sich nach dem, was die anderen haben, und wird subjektiv erlebt. Und Armut ist nicht nur materiell. Sie misst sich auch an der Fürsorge, die Kinder bekommen und die Eltern geben. Arme Kinder sind ausgeschlossen vom normalen Lebensstandard. Sie werden schon sehr früh aus den Lebensbereichen Bildung, Kultur und Sport ausgegrenzt.“ In unserem reichen Deutschland lebt jedes sechste Kind in Armut. Das sind mehr als 2,5 Millionen Mädchen und Jungen.

Die stellvertretende Lügder Schulleiterin Petra Hagemeister nennt ein Beispiel: „Wenn bei uns Klassenfahrten anstehen, passiert es immer häufiger, dass es schon bei der Anzahlung Probleme gibt. Wenn Eltern selbst auf mehrere Briefe nicht reagieren, fragen wir nach.“ Dann werde spürbar, dass es den Eltern peinlich sei, den Betrag nicht abzweigen zu können. Es würden andere Gründe vorgeschoben. „Ganz heftig wird es dann auch noch, wenn Geschwisterkinder im selben Jahr auch auf Klassenfahrt gehen sollen.“

Von Armut betroffen sind in Deutschland Familien und Alleinerziehende, die Arbeit und Kinder nicht auf einen Nenner bringen können. Auch Eltern mit Job haben oft zu wenig Geld. Die Einkommen der ärmsten Deutschen sind seit 1992 um 13 Prozent gesunken. Das bedeutet: Auch Nicht- Hartz IV-Empfänger können schlimm dastehen. „Das trifft vor allem die, die knapp oberhalb dieser Grenze liegen. Da wird es dann richtig kritisch“, weiß Eleni Kousataloglu.

Bisher kann Lügdes Sekundarschule da nicht helfen. Und auch der Schul-Förderkreis darf laut Satzung zwar Projekte finanzieren, aber keine Einzelpersonen. Deshalb trifft die Initiative der Firma Stumpe passgenau. „Wir möchten der Schule, die auch den dringend benötigten Nachwuchs für unser Gewerbe hervorbringt, helfen, damit in Härtefällen geholfen werden kann“, betont Uwe Stumpe. „Unserem Unternehmen geht es wirtschaftlich gut, und wir sehen uns deshalb umso mehr in der Verantwortung, hier zu helfen.Das liegt uns sehr am Herzen.“

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